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[Die Industrie der Steine + Erden]






Im Mittelpunkt der Mensch

Dipl.-Ing. H. Ehnes

"Im Mittelpunkt der Mensch" war das Motto der Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Jahrestagung des Arbeitskreises Baufachpresse in der Expo-Stadt Hannover. Da die Tagung der über 200 Baufachjournalisten ganz im Zeichen des Expo-Mottos "Mensch - Natur - Technik" stand, entschlossen sich der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie, die Alsen AG, die Beton Marketing Nord und die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, gemeinsam neue Wege der Kommunikation und Zusammenarbeit zu gehen und zu einer Auftaktdiskussion in die Räume der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft einzuladen. Im Mittelpunkt standen einmal nicht aktuelle Absatzzahlen oder wirtschaftliche Zuwachsraten, sondern es ging um die Menschen in den Betrieben der Steine und Erden-Industrie.


Direktor Willi Lange Logos BDZ-Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Weissenborn


Der Hauptgeschäftsführer der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Direktor Willi Lange (Abb. 1), und der BDZ-Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Weissenborn (Abb. 2) begrüßten die Teilnehmer des Arbeitskreises und dessen stellvertretenden Vorsitzenden Winfried Krüger. Lange brachte unter dem Motto "Von der Kontrolle zum Produkt" das neue Selbstverständnis der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft als Dienstleister für ihre Mitgliedsunternehmen auf den Punkt. Er formulierte die Konzepte, die bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft entwickelt werden, um weiterhin die Sicherheit und die Gesundheit der mehr als 200.000 Versicherten in den 12.000 Betrieben der Steine und Erden-Industrie zu verbessern. Insbesondere ging Lange mit seinen Worten auf den erfolgreichen Förderpreis Arbeit · Sicherheit · Gesundheit ein und stellte zwei völlig neue Produkte vor:
Die Erlebniswelt Im Freigelände feierte die erste Erlebniswelt Arbeit · Sicherheit · Gesundheit zum Thema "Hören" Premiere. Die Besucher der Erlebniswelt sollen zu ausgewählten Bereichen des Gesundheitsschutzes unvergessliche Eindrücke mitnehmen und "lebenswichtige Erkenntnisse" erhalten, um ihnen zu helfen, sich sicherheits- und gesundheitsgerecht zu verhalten (Abb. 4).

Das zweite, ebenfalls brandneue Produkt - nach Ansicht von Lange ein Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen BG und Mitgliedsbetrieben - war die Eröffnung einer Fotoausstellung, die gemeinsam mit der Alsen AG und dem bekannten Fotografen Manfred Zimmermann realisiert wurde. Menschen und persönliche Schutzausrüstung wurden unter einem völlig neuen, ästhetischen Blickwinkel ins Bild gesetzt, nicht zuletzt um das Image der Arbeitssicherheit zu verbessern. Abschließend ging Lange auf die verschiedenen Expo-Engagements der Steinbruchs-BG ein und übergab das Wort anschließend an Dr. Weissenborn. Dr. Weissenborn verwies in seinem Statement auf die große Bedeutung, die die Arbeitssicherheit in den Betrieben der Steine und Erden-Industrie einnimmt. Seit 25 Jahren verzeichne man einen kontinuierlichen Rückgang der Unfälle. Die Deutsche Zementindustrie gehe hierbei mit gutem Beispiel voran. Heute habe man ein Niveau von 25 Unfällen je Million Arbeitsstunden erreicht und sei damit doppelt so gut wie der Durchschnitt der Steine und Erden-Industrie. Nach Weissenborn ein Beleg dafür, wie wichtig der Zementindustrie die Menschen und damit auch sichere und gesunde Arbeitsplätze sind. Des Weiteren verwies er auf die fortlaufende Weiterentwicklung der Produkte. Auch dort stehe der Mensch im Mittelpunkt. Durch eine Verringerung des Chromatgehaltes habe man gerade jetzt die Sackzemente hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Auswirkungen optimiert und sei zuversichtlich, dass damit die im Bauhandwerk verbreitete Hautkrankheit "Maurerkrätze" wirkungsvoll bekämpft werden könne. Man habe dies nicht unter Druck getan, sondern freiwillig aufgrund einer Branchenregelung.Viele fruchtbare Diskussionen begleiteten den weiteren Fortgang des Begrüßungsabends. Die Baufachjournalisten waren zwar einerseits überrascht über das Motto der Auftaktveranstaltung - sie hatten doch eher die Verkündung von Bilanzen und Wirtschaftsergebnissen erwartet - waren aber angetan, dass man jetzt durch das gemeinsame Engagement die Zementindustrie und die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft auch einmal in einem anderen Licht sehen könne. Anklang fand das Argument, dass wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen schließlich auch im Arbeitsschutz vorangehen müssten und Arbeitssicherheit sowie Gesundheitsschutz als integrale Unternehmensziele gesehen werden müssen. Insofern diente die Gemeinschaftsveranstaltung dem gemeinsamen Ziel von BG und Industrie, das Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit auch in der Presse positiv zu besetzen und eine Image-Verbesserung zu erzielen.

 

Expo-Highlights der Jahrestagung

Im weiteren Verlauf hatten die Journalisten Gelegenheit, sich einen Überblick über Expo-Baumaßnahmen in Hannover zu verschaffen. Viele namhafte Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft traten dabei ins Rampenlicht - Baustoffe jeglicher Art sind schließlich Grundlage aller Bauwerke für die Weltausstellung. Am zweiten Tag der Jahrestagung stand zunächst die Besichtigung des VW-Projektes "Regenwaldhaus" im Mittelpunkt. Anschließend ging es zum Expo-Projekt "Zoo Hannover", bei dem sich der Baustoff Beton einmal in völlig anderer Form präsentieren konnte.

Expo-Baugelände Am nächsten Tag stand dann das eigentliche Expo-Baugelände im Mittelpunkt (Abb. 3). Bei einer Rundfahrt wurde der neue Expo-Stadtteil Kronsberg angefahren, anschließend das Pavillongelände Ost und West. Dabei begeisterte vor allem die Vielfalt der Architektur, die sich schon jetzt bei den verschiedenen Bauzuständen abzeichnet. Besonders ins Auge stachen die architektonischen Grundlagen des jordanischen Pavillons, die vom Architekten selbst erläutert wurden, des japanischen Pavillons, der ganz aus Papier errichtet wird und auch des Pavillons des Dualen Systems Deutschland, der auf 1.100 m2 eine Ausstellung über recycelbare Baumaterialien und umweltschonende Techniken präsentieren wird.

cycle-bowl Der Pavillon mit der Bezeichnung "cycle-Bowl" (Modell siehe Abb. 5) will das Kreislaufprinzip zum Erlebnis machen und durch Lichtinszenierungen innerhalb und außerhalb des Pavillons für spektakuläre Effekte sorgen. Beispielsweise soll das Klimasystem als verzweigter Wasserkreislauf entstehen.Auf der Expo-Plaza nahm man den Baufortschritt des Deutschen Pavillons in Augenschau. Das 130 m lange und 90 m breite Gebäude mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen DM verfügt über eine Bruttogeschossfläche von 24.000 m2. Besondere Kennzeichen sind die schwebende Dachkonstruktion und die transparente, gewölbte Glasfassade. Letzter Besichtigungspunkt auf dem Expo-Gelände war die Arena-Hannover - die größte Veranstaltungshalle Norddeutschlands (Abb. 6).

Veranstaltungshalle Arena-Hannover In diesem bereits im Rohbau fertiggestellten 115 m x 128 m großen Gebäude sollen einmal bis zu 13.500 Besucher Platz finden. 20.000 m2 Beton wurden eingebaut, dies entspricht einer Schlange von Fahrmischern von ca. 30 km Länge - Stoßstange an Stoßstange. Daneben wurden 3.900 Tonnen Betonstahl im Ortbeton und in den Betonfertigteilen verarbeitet. Der gesamte umbaute Raum einschließlich der Tiefgarage beträgt 425.000 m3. Den Abschluss der Expo-Rundfahrt bildete eine Diskussionsrunde zum Thema "Expo 2000 in Hannover", an der namenhafte Vertreter der Expo den Journalisten Rede und Antwort standen. Die Jahrestagung des Arbeitskreises Baufachpresse schloss am Sonntag mit der ordentlichen Mitgliederversammlung, bei der eine umfangreiche Tagesordnung abgearbeitet werden musste und der Vorstand neu gewählt wurde.

 

Expo 2000

Dieser Beitrag bildet den Auftakt einer Reihe von Berichten und Reportagen über die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover. Ab Ausgabe 1/2000 werden wir regelmäßig über Zielsetzung, Inhalte und Events im Rahmen der Expo sowie aus ihrem Umfeld informieren.

Anschrift des Verfassers:
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen





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