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[Die Industrie der Steine + Erden]






Neuer Look für die Steine und Erden-Industrie Neuer Look für die Steine und Erden-Industrie Neuer Look für die Steine und Erden-Industrie

Outfit 2000

Neuer Look für die Steine und Erden-Industrie

Dipl.-Ing. H. Ehnes

Die A + A 99 in Düsseldorf war Plattform für mehrere Premieren aus der Arbeit der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft. Als Auftakt im Rahmen der 2. Innovationsbörse Arbeit Sicherheit Gesundheit präsentierten unter dem Motto "Outfit 2000" angehende Modedesignerinnen der Fachhochschule Hannover ihre Ideen für attraktive Arbeitskleidung zum ersten Mal den fachkundigen Blicken von weit über 200 Arbeitsschutzexperten.

Zur Vorgeschichte
Arbeitskleidung muss nicht nur zweckmäßig und preiswert sein - sie muss vielmehr eine Vielzahl von Funktionen in sich vereinigen. Sie soll in erster Linie Menschen vor Umwelteinflüssen schützen - in der Steine und Erden-Industrie mit ihren vielfältigen klimatischen Belastungen und Einwirkungen durch Stoffe und Materialien an den Arbeitsplätzen sicherlich eine der wichtigsten Funktionen. Von ebenso großer Bedeutung ist auch der sicherheitstechnische Aspekt. In punkto Material- und Farbauswahl muss funktionale Arbeitskleidung heute auch Signalwirkung haben. Durch zunehmende Rationalisierung und Maschineneinsatz ist die Personaldichte in den Unternehmen immer geringer geworden. Immer häufiger arbeiten Menschen quasi alleine in einem weiten Bereich. Der Effekt, dass einer auf den anderen aufpassen kann, tritt daher immer mehr in den Hintergrund. Eine der wichtigsten Funktionen sicherer Arbeitskleidung ist es daher - und dies gilt bei Arbeiten im Freien oder in weniger gut beleuchteten Arbeitsumgebungen in der Steine und Erden-Industrie in ganz besonderem Maße - ihren Träger für seine Umgebung gut sichtbar zu machen. Daneben soll funktionale Arbeitskleidung nicht nur ergonomischen Gesichtspunkten genügen, was die Auswahl schützender und atmungsaktiver Stoffe angeht, sondern für die vielfältigen Aufgaben des täglichen Arbeitslebens auch praktisch sein. Als viertes Element ist keinesfalls zu unterschätzen, welche Wirkung Arbeitskleidung auf das Befinden der Menschen und auf das Image einer ganzen Branche hat. Traditionell haben Bereiche, wie z. B. das Handwerk, diese vielfältigen Funktionen von Arbeitskleidung schon früh erkannt und kultiviert. Bestimmte Handwerksberufe zeichnen sich durch eine einheitliche Arbeitskleidung aus, die nicht nur funktional ist, sondern auch Identifikation mit dem Beruf ausstrahlt! Auch Großunternehmen erkennen diese Wirkung mehr und mehr. Sie achten daher auf das Erscheinungsbild ihrer Beschäftigten in der Öffentlichkeit. In der Steine und Erden-Industrie fand das Thema Arbeitskleidung bisher kaum Beachtung und dies, obwohl die beschriebenen Funktionen gerade in den rauhen Umgebungsbedingungen der Betriebe von ganz besonderer Bedeutung sind! Dies war der Anfang für eine Zusammenarbeit der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft mit der Fachhochschule Hannover und für die ersten Gespräche mit Frau Dorothea Mink, Professorin im Fachbereich Design + Medien. Daraus entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit. Angehende Designerinnen beschäftigten sich im Rahmen ihres Vordiploms mit der Aufgabenstellung und wurden dabei von Dorothea Mink und Susanne Barner fachkundig angeleitet. Den Auftakt bildeten erste Meetings zwischen Studenten und StBG, um ihnen "die Welt der Steinbrüche" näher zu bringen. Daran schlossen sich zahlreiche Ortsbesichtigungen in den Betrieben an. Dimension und Ausmaß der Betriebe beeindruckten die Studenten. Im weiteren Verlauf bearbeiteten die angehenden Designerinnen das Thema systematisch. Sowohl der Blick über die Grenzen, Literaturrecherchen als auch Befragungen von Arbeitnehmern bildeten die Grundlage für ihre Entwürfe. Als nächstes ging es dann ans Entwerfen.Die Ergebnisse eines sechsmonatigen Gestaltungsprozesses erlebten die Teilnehmer der Innovationsbörse und eine Vielzahl weiterer Experten jetzt exklusiv als Auftakt zur 2. Innovationsbörse in Düsseldorf. Im Rahmen einer Modenschau präsentierten die "Amateurmodels", professionell angeleitet von Bettina Tornau, im Rahmen einer 20-minütigen Show mit vielen Effekten ihre Entwürfe. Das Publikum war begeistert! Wahre Ovationen wurden den Modeschöpferinnen entgegengebracht. Sichtbar erleichtert wich dann auch die große Aufregung vor der ersten großen Modenschau der Freude über den immensen Erfolg. Die Abbildungen 1 bis 6 zeigen Impressionen von diesem Event.

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Was nun? Partner gesucht!

Wie soll es nun weitergehen? Arbeitskleidung, die den eingangs beschriebenen Anforderungen entspricht, kann das Image einer Branche nachhaltig verbessern und die Identifikation der Beschäftigten mit der Arbeit fördern. Bis auf wenige Unternehmen, die bereits mit gutem Beispiel vorangehen, hat die Steine und Erden-Industrie in dieser Hinsicht sicherlich großen Nachholbedarf. Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft hat daher die Hoffnung, die jetzt zur Verfügung stehenden Modelle gemeinsam mit einigen Mitgliedsunternehmen bis zur Serienreife weiterzuentwickeln. Wir suchen daher aus dem Kreise unserer Mitgliedsunternehmen Partner, die aus der Reihe der Entwürfe gemeinsam mit uns eine Vorauswahl treffen und bereit sind, an der Optimierung dieser Entwürfe und der Erprobung im praktischen Einsatz mitzuwirken. Die weiteren Arbeiten sollen mit einer intensiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden, so dass potenzielle Partner auch in dieser Hinsicht profitieren. Das Entscheidende dürfte aber sein, den Mitarbeitern in den Betrieben deutlich zu machen, welchen Stellenwert die Unternehmensleitung ihnen zubilligt und damit die Identifikation und auch die Leistungsbereitschaft sowie -fähigkeit zu erhöhen. Insgesamt ist somit eine imageverbessernde Wirkung für die Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, zu erwarten. Interessenten werden gebeten, sich bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft unter der Telefonnummer 0511 / 72 57-972 oder per Fax 0511 / 72 57-791 zu melden.

Anschrift des Verfassers:
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen

 





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