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[Die Industrie der Steine + Erden]






Aktiv in Sachen Arbeitsschutz

Naturstein-Industrie zeichnet Preisträger des Sicherheitswettbewerbs aus

Der Erfolg betrieblicher Sicherheitsarbeit steht und fällt mit der Einstellung des Unternehmers und seiner Führungskräfte zu Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz. Zu den wesentlichen Aufgaben des Unternehmers gehört auch die Gewährleistung des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes im Betrieb.Unter Anwesenheit des Hauptgeschäftsführers der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG), Assessor Willi Lange, wurden in Potsdam anlässlich der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Naturstein-Industrie die Preisträger des diesjährigen Arbeitssicherheitswettbewerbs ausgezeichnet. Die Preisverleihung nahm Rainer Georg Hagemeier vor, der als Arbeitgebervertreter im Vorstand der StBG die Belange der Naturstein-Industrie vertritt.Hagemeier unterstrich in seiner Gratulation, dass nicht nur die vorbeugende Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz Geld kosten, sondern dem Unternehmer andererseits auch die Kosten auferlegt werden, die der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung aufzuwenden hat, um die Arbeitskraft und die Gesundheit der Mitarbeiter wiederherzustellen, die einen Unfall erlitten haben. Können die Arbeitskraft und die Gesundheit des Mitarbeiters nicht wieder hergestellt werden, müssen Unfallrenten und im Todesfall evtl. Hinterbliebenen-Versorgungen gezahlt werden."Beiträge zur Berufsgenossenschaft sind keine Mitgliedsbeiträge und es ist den Unternehmen auch nicht möglich, aus der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) auszutreten, um diese Beiträge einzusparen. Sie alle können aber durch Ihr Engagement dazu beitragen, dass die von Ihnen zu zahlenden Beiträge gering bleiben oder geringer werden", so der eindringliche Appell Hagemeiers. An einem Beispiel zeigte er auf, welche Unfallfolgekosten anfallen und wie hoch diese sein können: Bei einem Knochenbruch, der eine Erwerbsminderung nach sich zieht, kann der vom Leistungserbringer (StBG) zu tragende finanzielle Aufwand leicht 500.000 DM übersteigen (eingeschlossen sind die Leistungen für eine Verletztenrente, die die Unternehmen im vorliegenden Fall 37 Jahre lang belasten). Hiermit aber nicht genug. Diesen außerbetrieblichen Kosten müssen noch die betrieblichen Unfallkosten zugerechnet werden. Darunter sind die Kosten zu verstehen, die als Folge eines Arbeitsunfalles entstehen, u. a. Kosten für den zeitlichen Ausfall und die Lohnfortzahlung des Verletzten, für eine Ersatzkraft, für Produktionsausfall und Lieferverzögerung, für erste Hilfe, medizinische Versorgung, Verletztentransport, für die Unfallsachbearbeitung, für die Beseitigung von Sachschäden, für Prämienverluste oder Nachzahlungen an die Berufsgenossenschaft/Haftpflicht oder Sachversicherer. Untersuchungen haben gezeigt, dass je nach Art und Typ des Arbeitsunfalls pro Ausfalltag 1.500 DM bis 1.800 DM an Kosten für das Unternehmen entstehen! Strategische Arbeitsschutzziele sollten deshalb nach Meinung Hagemeiers in die Unternehmenspolitik mit aufgenommen werden. Die Unternehmensleitung sollte jedem Mitarbeiter klar machen, wie die Arbeitsschutzziele lauten, warum sie für Arbeitsschutz einsteht, was sie für den Arbeitsschutz tut und was von jedem Mitarbeiter hinsichtlich des Arbeitsschutzes erwartet wird. Erforderlich sind neue Sichtweisen, Strategien und Wege, die an den Schwachpunkten der betrieblichen Umsetzung ansetzen und die Effektivität, Effizienz und Nachhaltigkeit der Arbeitsschutzmaßnahmen verbessern.Und genau hier setzt der Bundesverband Naturstein-Industrie mit dem im Jahr 1995 ins Leben gerufenen Arbeitssicherheitswettbewerb an. Ausgehend davon, dass ein stets motivierter Mitarbeiter auch den Arbeitsschutzbelangen positiv gegenüber eingestellt ist, bietet der Wettbewerb - durch Verleihung einer Urkunde bei vorbildlichem Arbeitssicherheitsverhalten - einen hervorragenden Ansatz, um das Leben am Arbeitsplatz ohne neue Vorschriften sicherer zu machen.



Preisträger des Jahres 1999
Urkunde in GOLD
für "herausragende Ergebnisse":
Sicherheitsindex : 77,221
Niederbayerische Schotterwerke
Rieger & Seil GmbH & Co., Vilshofen

Urkunden in SILBER
für "hervorragende Ergebnisse":
Sicherheitsindex : 68,06
Rhönbasalt Vacha GmbH,
Werk Völkershausen

Sicherheitsindex : 61,29
Hartsteinwerk Unterberg GmbH & Co.

Urkunden in BRONZE für
"besondere Ergebnisse":
Sicherheitsindex : 55,32
Baresel GmbH & Co., Werk Ehningen
Sicherheitsindex : 52,19
Hartsteinwerk Hüttengrund GmbH

Sicherheitsindex : 50,87
Sächs. Quarzporphyrwerke GmbH,
Werk Lüptitz
Maßgebend für die Rangfolge im Arbeitssicherheitswettbewerb ist der "Sicherheitsindex". Diese Maßzahl stellt die unfallfreien Arbeitsstunden zwischen zwei meldepflichtigen Arbeitsunfällen dar und wird aus den erhobenen Daten abgeleitet. Bei vollständiger Unfallfreiheit werden die geleisteten Arbeitsstunden in das nächste Kalenderjahr als unfallfreie Stunden übertragen, dem Betrieb also gutgeschrieben. Kleinere Mitgliedswerke, die oftmals über Jahre unfallfrei arbeiten, haben somit unter weitgehender Ausräumung von Zufallsergebnissen gleichfalls die Chance, in die Prämierung einbezogen zu werden.



Die Preisträger des Arbeitssicherheitswettbewerbs 1999
Die Preisträger des Arbeitssicherheitswettbewerbs
1999, v.l.: Sauer (Niederbayerische Schotterwerke
Rieger & Seil GmbH & Co.), Milde (Rhönbasalt Vacha GmbH,
Werk Völkershausen), Wieczoreck (Hartsteinwerk Unterberg
GmbH & Co.), Dobler (Baresel GmbH & Co., Werk Ehningen),
Bätz (Hartsteinwerk Hüttengrund GmbH), Jentzsch (Sächsische
Quarzporphyrwerke GmbH, Werk Lüptitz)
Foto: Foto-Utech, Potsdam.

Anschrift des Verfassers:
Assessor Walter Nelles, Bundesverband Naturstein-Industrie e. V., Annastr. 67-71, 50968 Köln





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