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Die Einführung des Euro

In wenigen Wochen ist der Euro verbindliche Währung in Deutschland. Für dann maximal 3 Jahre wird zwar parallel noch an der DM festgehalten. Gut beraten ist aber, wer sich schon heute auf die endgültige Währungsumstellung vorbereitet. Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft wird von Beginn an eurofähig sein. Aspekte der Euro-Einführung, die für Versicherte und zugehörige Unternehmen interessant sein könnten, werden in gesonderten Textteilen dieses Artikels behandelt.

1. Währungsunion

Der Vertrag von Maastricht vom Februar 1992 ist Grundlage der Europäischen Währungsunion. Die Teilnehmerstaaten hatten sich auf eine mehrstufige Vorgehensweise geeinigt. Der Beginn der dritten und wichtigsten Stufe ist auf den 1. Januar 1999 terminiert: Von diesem Zeitpunkt an wird der Euro die gemeinsame Währung der teilnehmenden Staaten sein.

Seit dem Mai 1998 steht fest, daß elf Staaten an der Währungsunion teilnehmen: Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland. Dahingegen wollen Großbritannien, Dänemark und Schweden aufgrund eigener Entscheidung bislang nicht an der Währungsunion partizipieren. Griechenland bleibt vorerst ausgeschlossen, weil es die Kriterien des Maastrichter Vertrages nicht erfüllt hat.

Gemeinsame Währung ist vom Januar 1999 an der Euro, die DM nur noch dessen Untereinheit bzw. ein anderer Ausdruck für dieselbe Geldmenge.

Die Einführung des Euro erfolgt allerdings nicht abrupt. Durch Einrichtung einer dreijährigen Übergangszeit wird die Umstellung erleichtert. In den drei Jahren 1999, 2000 und 2001 haben die Beteiligten Gelegenheit, sich auf die alleinige Verwendung der Währung "Euro" vorzubereiten. Solange gilt der Grundsatz "kein Zwang, keine Behinderung" und ist die Verwendung des Euro freigestellt.

Der Bargeldverkehr ist von der Einführung des Euro zum 1. Januar 1999 noch nicht betroffen. In der Übergangszeit steht der Euro lediglich als Buchgeld zur Verfügung, wird aber kurzfristig Bedeutung erlangen: hinsichtlich des Geldtransfers der Geldinstitute über Konten kann davon ausgegangen werden, daß die Verwendung des Euro schon alsbald, realisiert sein wird.

Während der Übergangszeit können unbare Zahlungen nach Wahl des Zahlungspflichtigen in Euro oder DM geleistet werden. Die Gutschrift auf dem Konto erfolgt in derjenigen Währung, welche der Zahlungsempfänger mit seinem Kreditinstitut vereinbart hat. Hat der Zahlungsempfänger bereits ein Euro-Konto, was grundsätzlich ab dem 1. Januar 1999 möglich ist, erhält er die Gutschrift in Euro.

Die Ecu - europäische Verrechnungseinheit in ihrer Zusammensetzung als "Korb von Währungen" - wird durch den Euro ersetzt, und zwar im Verhältnis 1 : 1. Die am 31. Dezember 1998 veröffentlichten Wechselkurse der Ecu werden Basis der Umrechnungskurse zwischen den Währungen der Teilnehmerstaaten und dem Euro.

Zum Jahreswechsel 1998/1999 werden von der Europäischen Union die - in 6 Stellen ausgedrückten - Wechselkurse zwischen dem Euro und den nationalen Währungen unwiderruflich festgelegt. Zu rechnen ist mit einem Kurs von etwa 1,96 DM für 1 Euro. Vom Zeitpunkt der Fixierung an steht der auf einem DM-Konto vorhandene Wert auch in Euro fest.

Bestehende DM-Regelungen sind geschützt: DM-bezogene Festlegungen in Gesetzen, der Satzung oder Verträgen bleiben auch nach der Euro-Einführung verbindlich. Die Umstellung von DM auf Euro ist ein technischer Akt, der nicht in den materiellen Inhalt der Festlegungen eingreift. Dies gilt auch weiter nach der Übergangszeit. Vom 1. Januar 2002 an werden allerdings DM-Angaben auf Euro umzurechnen sein; nach Ablauf der Übergangszeit gelten Bezugnahmen auf DM als Bezugnahme auf Euro gemäß Umrechnungskurs.

Erst im Jahr 2002 werden Banknoten und Münzen in Euro - und Cent - in Umlauf gebracht. Das äußere Erscheinungsbild ist schon heute bekannt, vgl. Abbildungen.

100 Euro 100 Euro 200 Euro 500 Euro 500 Euro


2. Eurofähigkelt der Steinbruchs-BG

Die Steinbruchs-BG wird vom 1. Januar 1999 wie folgt eurofähig sein:

Eingereichte Erklärungen, Rechnungen, Entgeltnachweise mit Euro-Werten werden entgegengenommen und verarbeitet; die Umrechnung auf DM erfolgt verwaltungsintern. Zahlungen in Euro werden entgegengenommen und verarbeitet (aufgrund einer Vereinbarung der Spitzenverbände der Geldinstitute werden Beträge in derjenigen Währung gutgeschrieben, welche der Kontoinhaber mit seinem Geldinstitut vereinbart hat).

Im Verhältnis zu Versicherten und zugehörigen Unternehmen wird die Steinbruchs-BG mithin von Beginn der Übergangszeit auf den Euro eingestellt sein.

Wie bei anderen Sozialversicherungsträgern bleibt die DM allerdings "Hauswährung" bis voraussichtlich Ende 2001; das heißt, die Buchhaltungen der Verwaltung werden bis Ende 2001 in DM geführt.

 

INFORMATIONEN FÜR VERSICHERTE

Nach der Umstellung auf den Euro wird die Rente nicht weniger wert sein. Denn auch alle anderen Geldgrößen beispielsweise Wohnungsmieten und Ladenpreise werden mit demselben Faktor umgerechnet.

Geldleistungen werden bis zum 31. Dezember 2001 in DM erbracht, die Bescheide entsprechend abgefaßt.

Dem Versicherten ist aber unbenommen, für den Bezug von Geldleistungen bereits ab Januar 1999 ein Euro-Konto anzugeben. Das Geldinstitut rechnet die DM-Geldleistung der StBG auf Euro um.

Es ist vorgesehen, spätestens ab Januar 2001 auf Einzelanfrage über die Höhe einer Rente in Euro Auskunft zu geben.

Alle Rentenbezieher werden im zeitlichen Zusammenhang mit der Rentenanpassung zum Juli 2001 ohne Antrag über die Höhe ihrer Rente in Euro ab Januar 2002 informiert.

 

 

INFORMATIONEN FÜR UNTERNEHMEN

Zahlungen an die StBG

Die Zahlungen der Unternehmen an die Steinbruchs-BG sind i. d. R. auf 4 Vorgänge im Jahr beschränkt: 3 Vorschußraten und die abschließende Beitragszahlung (welche Nachlässe oder Zuschläge mitberücksichtigt).

Erfolgt die Überweisung in der Zeit ab dem 1. Januar 1999 in Euro, so ist dies problemlos, denn das Geldinstitut rechnet für die Steinbruchs-BG auf DM um.

 

Umlagen

Die im Frühjahr 1999 durchzuführende Umlage für das Jahr 1998 ist von der Euro-Einführung noch nicht betroffen, weil die Arbeitsentgelte im Jahr 1998 komplett in DM entrichtet werden.

Während der Übergangszeit (Jahre 1999 bis 2001) können Arbeitsentgelte an die Arbeitnehmer wahlweise in DM oder in Euro überwiesen werden. Den Unternehmen steht vom 1. Januar 1999 an frei, intern buchmäßig nur noch mit dem Euro zu arbeiten. Die Entgeltnachweise für die Jahre 1999 bis 2001 können bei der Steinbruchs-BG wahlweise in DM oder in Euro eingereicht werden; im Vordruck wird ausdrücklich zu vermerken sein, welche Währung verwendet wird.

Falls ein zugehöriges Unternehmen seine Buchhaltung innerhalb eines Kalenderjahres von DM auf Euro umstellt, soll die Entgeltnachweismeldung komplett in Euro vorgenommen werden. Für diejenigen Monate, in welchen noch DM-Entgelte gezahlt worden waren, wäre seitens des Unternehmens die Umrechnung auf Euro vorzunehmen.

Erst nach Beendigung der Übergangszeit, nämlich im Frühjahr 2002, wird die Umlage für das Jahr 2001 durchgeführt. Hier erfolgt die Berechnung der Beiträge zwar noch in DM. Der Endbetrag wird dann aber auf Euro umgerechnet; auch die Zahlung wird in Euro zu leisten sein.

Die im Frühjahr 2003 durchzuführende Umlage für das Jahr 2002 wird erstmals komplett nur auf Euro bezogen sein.

Buchprüfungen

Buchprüfungen durch Rechnungsbeamte der Steinbruchs-BG beziehen sich auf diejenige Währung DM oder Euro - , welche im zugehörigen Unternehmen verwendet wird. Zu den vom Unternehmen aufzubewahrenden Unterlagen werden auch diejenigen zur Umrechnung DM/Euro gehören.

Zeitplan der Euro-Einführung

Jahreswechsel 1998/1999

  • Fixierung des Umrechnungskurses DM/Euro

ab 1999

  • Der Euro ist die gemeinsame Währung
  • Die DM ist nur noch Untereinheit des Euro
  • Der Euro ist als Buchgeld verfügbar

ab Anfang 2002

  • Ausgabe von Euro-Geldscheinen und -Münzen
  • Umtausch von Geldscheinen und Münzen

spätestens mit Ablauf des 30. Juni 2002

  • DM-Geldscheine und -Münzen verlieren ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel


Ansprechpartner

Weitere Auskünfte zum Euro erteilen

für Versicherte: Herr Mittag,Tel. 05 11/72 57 - 101

für Unternehmen:Herr Adam,Tel. 05 11/72 57 301

allgemein: Herr Renner,Tel. 05 11/72 57 - 201 und Herr Habdank, Tel. 05 11/72 57 - 920

Anschrift des Verfassers:
Assessor Thomas Habdank
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen





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