Technik

Erweiterte Förder- und Beladeanlagen für Zementwerke von Beumer

Darauf lässt sich bauen

Beumer entwickelt Lösungen, die auf die Anforderungen in Zementwerken abgestimmt sind. Dazu gehören unter anderem Förder- und Beladeanlagen, die für unterschiedliche Aufgabenstellungen in verschiedenen Versionen angeboten werden.

Um in Zementwerken Klinker sicher und wirtschaftlich zu transportieren, muss das Fördersystem hohe Anforderungen erfüllen. Der Zementklinker kommt mit Temperaturen von bis zu 200 Grad Celsius, bei Ansatzfall bis zu 600 Grad Celsius, aus dem Klinkerkühler der Ofenanlage und wird anschließend im Klinkersilo zwischengelagert. Damit er störungsfrei dorthin gelangt, muss das Fördersystem den hohen Temperaturen standhalten. Hier kommen Beumer Stahlzellenförderer zum Einsatz. Diese sind nicht nur äußerst robust, sie ermöglichen auch komplizierte Linienführungen und können große Förderhöhen überwinden. „Als Zugträger dienen in der Regel hoch belastbare Beumer Doppellaschenketten“, erklärt Michael Brachthäuser, Leiter des Geschäftsbereichs Zement bei der Beumer Group. „Um die Leistung zu steigern, haben wir eine Variante entwickelt, bei der die Stahlzellen an einem Gurt statt an einer Kette befestigt sind“, sagt Michael Brachthäuser.

Kompakter und stärker

Die Basis für diese Variante stellt die Beumer Gurttechnik dar, die auch in Becherwerken zum Einsatz kommt. Der Gurt ist durch Stahlseile verstärkt und kann in verschiedenen Breiten ausgeführt werden. Im Materialaufgabebereich ist der Gurt durch spezielle Ableitbleche gegen den bei instabilem Ofenbetrieb vorkommenden heißen Ansatzfall geschützt. „Der Gurtstahlzellenförderer erreicht mit bis zu 1.300 Kubikmetern Klinker pro Stunde eine höhere Förderleistung als der herkömmliche Stahlzellenförderer mit Kette“, beschreibt Michael Brachthäuser. Der Grund dafür ist die höhere Laufgeschwindigkeit von bis zu 0,6 Metern pro Sekunde, Steigungswinkel von bis zu 60 Grad sind auch hier möglich. Durch den Einsatz des Gurts wird Verschleiß praktisch vermieden, der bei einer Kette vermehrt auftritt. Eine Schmierung des Systems ist nicht erforderlich. Und weil die Lösung kompakter und leichter gebaut ist, reduziert das nicht nur die Kosten für die Stahlkonstruktion, sondern für das gesamte Projekt. Der Gurt liegt flächig auf der Antriebs- und Umlenktrommel auf, wodurch der unerwünschte Polygoneffekt vermieden wird, wie ihn die Zentralkette verursacht. Das sorgt für hohe Laufruhe, geringe Geräuschemission und schließt eine zusätzliche Belastung der gesamten Anlage und der angrenzenden Gebäude aus.

Besonders geeignet ist dieser Förderertyp für Anlagenmodernisierungen. Durch die höhere Fördergeschwindigkeit lassen sich unter Verwendung der vorhandenen Bandgerüste und Stahlbaubrücken größere Mengen fördern.

Leistung von Gurtbecherwerken erhöhen

Modernisierungen sind insbesondere auch bei Becherwerken ein großes Thema. Für eine kosteneffiziente Produktion sollten diese nur geringe Investitionskosten erfordern, lange Standzeiten aufweisen und sich ohne großen Aufwand warten lassen. Die Becher sind entweder an einem Gurt oder an einer Zentralkette befestigt. Gurtbecherwerke eignen sich vorwiegend für feines Schüttgut, weil sich grobkörnige Materialien zwischen Becher und Gurt setzen können und damit den Gurt beschädigen. Zentralkettenbecherwerke sind dagegen für den Transport aller Arten von grobem, heißem oder abrasivem Schüttgut ausgelegt. Doch der feine Staub des Materials führt bei Ketten in kürzerer Zeit zu Verschleiß als beim Gurt. Betreiber müssen die Becherwerke häufig warten und die Ketten zeitnah tauschen. Aufgrund der Reparatur steht der Betrieb still. Zudem sind die Ketten sehr teuer. „Wir haben deshalb die Hochleistungsgurtbecherwerke Typ HD entwickelt“, sagt Michael Brachthäuser. Diese sind so konstruiert, dass zwischen den einzelnen Bechern und dem Gurt kein Abstand mehr vorhanden ist. Damit kann sich während des Schöpf- und Füllvorgangs kein Grobgut festsetzen, wie das sonst häufig der Fall ist. Das erhöht die Lebensdauer des Gurtes deutlich. Befestigt sind die Becher ausrissfest über spezielle von der Beumer Group entwickelte Segmente und Schrauben an der Rückseite des Gurts. Hier kommen auch die Beumer Gurte mit seilfreien Zonen zum Einsatz. In diesen können Löcher für die Becherbefestigung eingebracht werden, ohne die Stahlseile zu beschädigen oder gar zu durchtrennen. Die Zugkräfte des Gurts bleiben in vollem Umfang erhalten.

Während der stärkste bisherige Gurt eine Zugbelastung von 2.500 N/mm aufweist, wurde ein neuer Beumer-Gurt mit seil-

freien Zonen und einer Zugbelastung von 3.300 N/mm entwickelt. Zudem sorgt die spezielle Beumer Becherform für einen ruhigeren Lauf und damit für eine geringere Geräuschentwicklung. Je nach Material, das gefördert werden soll, bietet die Beumer Group die Becher mit einer angepassten Bauform an oder stattet den Becherwerksfuß mit einem dynamischen Boden aus. Das verhindert, dass sich dort feuchte und klebrige Materialien festsetzen. So ausgestattete Gurtbecherwerke sind bei stark schleißenden Materialien wie Klinker deutlich langlebiger als Zentralkettenbecherwerke.

Erfolgreich im Einsatz sind diese Becherwerke zum Beispiel bei vielen international tätigen Zementherstellern wie Dyckerhoff, Yamama Cement, HeidelbergCement und LafargeHolcim. Beumer Group hat hier vorhandene Becherwerke in Hochleistungsgurtbecherwerke Typ HD kosteneffizient und einfach umgerüstet. Notwendig war dies, weil Ofenanlagen modifiziert und damit in der Leistung gesteigert wurden. Damit mussten auch die Becherwerke zu den Rohmühlen deutlich an Leistung zulegen. „Das Problem, dass sich grobkörniges Material beim vorhandenen Fremdbecherwerk zwischen Becher und Gurt klemmt und den Gurt beschädigt, bestand bei einem deutschen Kunden“, beschreibt Michael Brachthäuser. Weil mit der Modernisierung der Anlage die Durchsätze und damit auch die Laufzeit des Becherwerks pro Tag stiegen, verstärkte sich diese Herausforderung massiv. Der Gurt begann schon nach zwei Jahren porös zu werden. Vorgesehen war zunächst, das alte Gurtbecherwerk gegen ein Kettenbecherwerk auszutauschen. Doch dann entschied sich der Betreiber der Anlage für die HD-Technologie der Beumer Group. Voraussetzung: Bei der Umrüstung sollte das vorhandene Becherwerksgehäuse inklusive Antriebseinheit bestehen bleiben.

Gurtbecherwerk
Im Rahmen der Modernisierung wurde bei Lafarge auch das Gurtbecherwerk mit der Heavy-Duty-Technik von BEUMER ausgerüstet. Die neue Becherform sorgt beispielsweise für einen ruhigeren Lauf und damit für eine geringere Geräuschentwicklung.
 
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