Sehenswert

Kooperation von Naturschutz und Rohstoffindustrie

Tierischer Einsatz für die biologische Vielfalt

„Das Pilotprojekt im Steinbruch Gerhausen/Beinigen ist ein Musterbeispiel dafür, wie Naturschutz und Rohstoffindustrie gut und erfolgreich zusammenarbeiten können“, sagte der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Andre Baumann, anlässlich des Vor-Ort-Termins Ende Oktober mit Landwirtschaftsminister Alexander Bonde auf dem Gelände der HeidelbergCement AG. Der NABU hat dieses für Baden-Württemberg einzigartige Projekt als Ideengeber und Kooperationspartner neben dem Geopark Schwäbische Alb und dem Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) begleitet. Dessen Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger stellte denn auch zufrieden fest: „Dieses in Baden-Württemberg einmalige Beweidungsprojekt zeigt, dass die Steine- und Erden-Industrie aktiven Artenschutz betreibt und Lebens- und Überlebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen schafft.“

Guter Grund für Flora und Fauna

Seit 2012 leben Konikpferde und Taurusrinder ganzjährig auf der „Urzeit-Weide“ im stillgelegten Teil des Steinbruchs Gerhausen/Beiningen. Die Wildtiere verhindern, dass das Gelände zuwuchert, und schaffen so Lebensraum für all jene Tiere und Pflanzen, die viel Licht, Wärme und eine aufgelockerte Vegetationsstruktur brauchen. „Tümpel, Magerrasen und Kalkböden bieten Gelbbauchunke und Kreuzkröte, verschiedenen Libellenarten, Heidelerche und Steinschmätzer sowie Enzian, Steinkraut und Orchideen ein Zuhause“, erläuterte der NABU-Vorsitzende Baumann. Damit leisten die tierischen Gebietspfleger einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Baumann: „Steinbrüche und Kiesgruben schaden der Natur nicht zwangsläufig, auch wenn sie weithin sichtbare Wunden in die Landschaft schlagen. Oftmals kommen gerade dort seltene und streng geschützte Arten vor, die auf Felswände, neu entstandene Tümpel und Pfützen oder unbewachsene Flächen angewiesen sind.“

Beißwenger betonte, dass die über 500 im ISTE organisierten Unternehmen Abbaustätten im ganzen Land betreiben: „Die Verteilung ist ausgesprochen wichtig, denn sie sorgt nicht nur für regionale Biotope als Trittsteine für einen flächendeckenden Artenschutz. Sie garantiert auch kurze Transportwege zu den Verbrauchern der Rohstoffe und diese kurzen Wege wiederum sind ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.“

Vier Männer auf einer Wiese
Wenn man etwas Tolles vorzeigen kann, dann sollte man das auch tun. Die Urzeit- Weide in Gerhausen ist so ein Projekt: Natur- und Artenschutz in einer ehemaligen Abbaustätte. Darüber informierte sich Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Alexander Bonde (Bündnis 90 / Die Grünen; 2. v. l.) vor Ort.
 
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