Technik

Einsatzbericht: Cat-Maschinen im Diabas-Steinbruch

Großer Schritt nach vorn

Derzeit betreiben die Hartsteinwerke Schicker in Bad Berneck Bauarbeiten entlang des Rimlasbachs, der den Diabas-Steinbruch in die öffentliche Kanalisation entwässert. Das Kanalnetz wird derzeit erneuert. Eine weitere Baustelle im Betrieb ist die Installation einer zweiten Waage: Die Wartezeiten der Lkw sollen kürzer werden. Darum wird die Abwicklung automatisiert. Doch das derzeit größte Projekt dreht sich darum, die Rohstoffversorgung für die nächsten Jahre zu sichern.

Der Steinbruch mit einer Abbaufläche von rund 75 Hektar soll um zusätzliche zwölf Hektar anwachsen, um weitere 14 Millionen Tonnen Diabas zu gewinnen. Die bisher anvisierte Jahresmenge liegt bei 900.000 Tonnen. Das grau-blau schimmernde vulkanische Diabas-Gestein, das seit 1927 abgebaut wird, hat Abnehmer bis in die Schweiz. Seine Materialeigenschaften wie hohe Frostbeständigkeit und Druckfestigkeit haben die Schweizer Bundesbahn überzeugt, den Gleisschotter aus Oberfranken zu importieren. Auch hierzulande fahren Züge über Betten aus diesem Gleisschotter, der in Bad Berneck für die Deutsche Bahn aufbereitet wird. In der Regel beliefert der Gewinnungsbetrieb Baustellen und Mischanlagen mit Frostschutzmaterial, Sand, Splitt und Edelsplitt im Umkreis von rund 150 Kilometern.

Neue Sprengtechnik

Um den Naturstein zu gewinnen, müssen erst einmal Großbohrlochsprengungen angesetzt werden. Auch hier gibt es eine Veränderung – die Sprengtechnik wurde auf Pumpsprengstoff und elektronisches Zündverfahren umgestellt. „Dadurch ließen sich die Abschläge vergrößern und somit die Anzahl der eigentlichen Sprengereignisse verringern, wenngleich die Erschütterungswerte minimiert werden konnten“, fasst Betriebsleiter Otto Kreil die Vorteile zusammen. Der zwangsläufig höhere Sprengstoffbedarf werde durch ein größeres Bohrraster weitestgehend ausgeglichen. Weitere Vorteile seien neben geringeren Produktionsunterbrechungen durch Sprengarbeiten ein besseres Haufwerk und eine damit verbundene Steigerung der Vorbrecherleistung. Neuerungen gab es für den Steinbruch in Bad Berneck auch, was den Maschinenpark betrifft und das gleich dreifach. So hielt mit dem Modell Cat 775G ein Vertreter der neuesten Baumaschinengeneration Einzug, um dem aktuellen Stand der Technik zu entsprechen. Sein sparsamerer Acert-Dieselmotor soll zu niedrigeren Betriebskosten beitragen – ein Aspekt, der für den Rohstoffabbau mit Hilfe von Großgeräten eine immense Bedeutung hat. Der 775G bietet ein um sieben Prozent höheres Drehmoment und neue Getriebefunktionen, die schnelle Transportzyklen und sanftes Schalten wie bei einem Pkw ermöglichen. Verbesserungen, etwa hinsichtlich des Bremsverhaltens sowie der Antriebsschlupfregelung, wirken sich positiv auf den Faktor Sicherheit des neuen Muldenkippers aus.

Skw, deren Mulden von einem Radlader beladen werden
In Warteposition: die Skw, deren Mulden von einem Cat 988K beladen werden.

Komplette 775-Reihe im Einsatz

Für die Materialtransporte setzt der Betrieb sämtliche Muldenkipper-Baureihen von Caterpillar ein, die bislang als 775 in Serie produziert wurden, angefangen von B, C, D, F und neuerdings auch G. Beladen wird der 775G von einem Cat Radlader 988K, der wie der neue Skw seit 2015 in Betrieb ist. Der Radlader kann auf den fünf verschiedenen Sohlen eingesetzt werden. Er kann darüber hinaus auch andere anstehende Aufgaben wahrnehmen wie in der Abraumbeseitigung oder der Pflege der 1,2 Kilometer langen Fahrwege vom Abbau zum Vorbrecher. Die Ladeleistung, die der Cat 988K in der Spitze erzielen kann, liegt bei rund 850 Tonnen in der Stunde. „Erst hatten wir noch überlegt, das nächstgrößere Modell zu wählen, doch das wäre wieder ein enormer Investitionskostensprung gewesen“, so Kreil. Um die Leistungsdaten schwarz auf weiß zu haben und die Probe auf das Exempel zu machen, war ein Projekt- und Einsatzberater von Zeppelin vor Ort, vertreten durch Stefan Oppermann, und führte einen Leistungstest bezogen auf den Cat 988K durch. Das Ergebnis bestätigte sich in der Praxis: „Gegenüber der H-Serie verzeichnet die Baureihe K eine Steigerung. So haben sich Kraft und Geschwindigkeit verbessert“, so Kreil. Das bestätigt auch der Radladerfahrer Stefan Kießling, der seit 33 Jahren bei den Hartsteinwerken Schicker arbeitet und das neue Gerät bedient: „Es ist leiser, schneller und kraftvoller geworden. Man hat mehr Möglichkeiten zum Steuern.“

Kraftvolle Verladung

Die dritte Neumaschine im Bunde: der Cat Radlader 972M XE. Er übernimmt die Rückverladung von Schüttgütern und erhielt zusätzlich ein High-Lift-Hubgerüst zum besseren Beladen der Lkw. Mit ihrem stufenlosen, leistungverzweigten Getriebe kann die Baumaschine hier ausspielen, dass der Motor immer im optimalen Drehzahlbereich läuft und sie die Vorteile von Hydrostat sowie mechanischem Direktantrieb verbindet. Ohne ruppige Schaltunterbrechung wechselt der Fahrer von einem Gang zum nächsten.

Ähnliche Erfahrungen kann auch der Standort Kupferberg vorweisen, wo bereits ein Radlader-Vertreter der K-Serie in Form des 966K XE seinen Dienst versieht. Was das Unternehmen stetig – etwa über das Flottenmanagement Vision Link – verfolgt, ist der Dieselverbrauch. Doch Verbrauch ist nicht gleich Verbrauch. Es geht zwar in erster Linie immer um die Relation zu den Betriebsstunden, doch aussagekräftiger ist die Relation zur bewegten Tonnage. „Hier müssen wir erst noch die Maschinendaten über einen längeren Zeitraum vergleichen. Grundsätzlich gibt es aber schon eine deutliche Verbesserung von einer Baumaschinenserie zur nächsten, was eindeutig auf die neue Motorentechnik zurückzuführen ist“, erklärt der Betriebsleiter. Was den Radlader im Abbau betrifft, so sind Fortschritte in Richtung Kraftstoffersparnis erkennbar. „Im Vergleich zum 988H macht das beim 988K fünf Liter im Durchschnitt weniger in der Stunde aus“, so Kreil. Als gravierend bezeichnet er den Unterschied gegenüber dem 972M XE und seinem Vorgänger. „Dieser war schon nicht schlecht, doch bei einem Durchschnittsverbrauch von elf Litern pro Stunde haben wir hier einen guten Schritt vorwärts gemacht“, so sein abschließendes Urteil. 

Zwei Muldenkipper im Steinbruch
Im Diabas-Steinbruch treffen verschiedene Generationen von Cat-Muldenkippern aufeinander.
 
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