Industrienachrichten

Daimler startet Brückenpraktika für Flüchtlinge

Mit gutem Beispiel voran

In Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter Stuttgart begannen im November rund 40 Teilnehmer im Mercedes-Benz Werk in Stuttgart-Untertürkheim mit einem vierzehnwöchigen Brückenpraktikum.

Die Flüchtlinge lernten dabei praktische Grundkenntnisse zur Arbeit in der Industrieproduktion. Zudem besuchten sie täglich einen Deutschkurs. Die Teilnehmer wurden Ende Oktober von der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter Stuttgart ausgewählt. Ziel ist es, Brückenpraktika künftig in zahlreichen weiteren Mercedes-Benz Werken in Deutschland anzubieten. Insgesamt sollen mehrere Hundert Flüchtlinge für einen Arbeitsplatz in der deutschen Industrie qualifiziert werden. Erfolgreiche Teilnehmer werden nach dem Brückenpraktikum an Unternehmen, Zeitarbeitsfirmen oder in eine Berufsausbildung weitervermittelt.

Beim vierzehnwöchigen Brückenpraktikum finanziert die Bundesagentur für Arbeit die ersten sechs Wochen. In den restlichen Wochen vergütet Daimler die Arbeitszeit auf Basis des Mindestlohngesetzes. Die Arbeitszeit im praktischen Teil beträgt dreieinhalb Stunden pro Werktag, in jeweils weiteren dreieinhalb Stunden lernen die Flüchtlinge deutsch. Die Finanzierung der Deutschkurse übernimmt Daimler für die komplette Dauer der Brückenpraktika.

„Wir heißen die Menschen, die Flucht und Vertreibung erlebt haben, in unserem Land willkommen. Bei Daimler arbeiten viele Menschen unterschiedlichster Herkunft seit Jahren gut zusammen. Und viele Kolleginnen und Kollegen engagieren sich sozial. Das freut uns sehr. Das große Engagement unserer Beschäftigten und des Unternehmens dafür, dass die Flüchtlinge bei uns eine faire Chance bekommen, ist ein starkes Zeichen der Solidarität“, sagt Michael Brecht, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Daimler.

Unternehmen startet weitere Hilfsaktionen

Neben der beruflichen Integration engagiert sich Daimler auch bei der sozialen Integration der Flüchtlinge und unterstützt zahlreiche Hilfsaktionen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Bandbreite der neu beschlossenen bundesweiten Hilfsaktionen reicht von der Finanzierung weiterer Deutschkurse für Flüchtlinge bis hin zum Angebot von Lebensmittelspenden aus Daimler-Kantinen. Zudem stellt das Unternehmen eine sogenannte „Helferflotte“ aus Mercedes-Benz Fahrzeugen für Hilfsorganisationen zur Verfügung. Daimler prüft außerdem die medizinische Versorgung der Menschen in Flüchtlingsunterkünften durch Werksärzte.

Mitarbeiter helfen bei Aktionstagen für Flüchtlinge

Daimler-Mitarbeiter werden sich an Aktionstagen für Flüchtlinge beteiligen. Geplant sind Renovierungsarbeiten in Unterkünften oder der Bau von Kinderspielplätzen. Daimler finanziert dabei unter anderem die notwendigen Materialien und sorgt dafür, dass Handwerker die Arbeiten fachmännisch anleiten. Im unternehmensinternen Intranet werden die Hilfsaktionen angekündigt, die Beschäftigten können über dieses Mitarbeiter-Portal ihre Fertigkeiten – beispielsweise Sprachkenntnisse –anbieten und Vorschläge für weitere Hilfsaktionen einbringen.         

Praktikanten im Daimler-Werk
Die Teilnehmer des Praktikums stammten aus Afghanistan, Eritrea, Gambia, Nigeria, Pakistan und Syrien. Das Konzept soll auf weitere deutsche Mercedes-Benz-Werke ausgedehnt werden.
 
Weitere Informationen