Unternehmensführung

Mobile Unternehmenskommunikation und Datenmissbrauch

Abhörsicher unterwegs

Dank Smartphone, Tablet und Notebook sind Geschäftsreisende auch unterwegs jederzeit erreichbar. Betrifft die Kommunikation wichtige Geschäftsdaten und vertrauliche Informationen, ist jedoch Vorsicht geboten. Die moderne Kommunikationstechno-logie macht Abhören und Datenklau so einfach wie nie zuvor.

Jährlich entstehen der deutschen Wirtschaft mindestens 100 Milliarden Euro Schaden durch Wirtschaftsspionage, so Schätzungen des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI ). Keineswegs geraten nur Global Player ins Visier von Wirtschaftskriminellen, immer häufiger sind auch kleinere und mittelständische deutsche Unternehmen betroffen. „Trotzdem befinden sich viele Mittelständler noch in einer Art ‚Dornröschenschlaf‘ und nicht selten herrscht anscheinend der Gedanke vor, der eigene Betrieb wäre zu klein oder unbekannt, um für Spionageangriffe interessant zu sein“, so Jochen Meismann, Geschäftsführer der Detektei A Plus.

Mobile Endgeräte sind gefährdet

Smartphones, Tablets und Notebooks sind nicht nur praktisch, sondern für die Sicherheit sensibler Unternehmensdaten und wichtigen Firmenwissens auch höchst gefährlich. Viele Unternehmen lassen das jedoch völlig außer Acht: „Sicherheitssoftware für Mobilgeräte ist noch lange nicht so selbstverständlich wie bei PCs“, erläutert Chefermittler Meismann. Und das, obwohl insbesondere Mobilgeräte häufig in fast fahrlässiger Weise für die Unternehmenskommunikation genutzt werden. „Wie oft loggen sich Geschäftsreisende zum Beispiel in ungeschützte WLAN-Netzwerke ein?“, gibt Meismann zu bedenken.

Wichtige Daten wie Telefonate, Kontakte, E-Mails, Social Media-Anwendungen, aber auch spezielle Geschäftsanwendungen und Business Intelligence Lösungen werden so vollkommen freiwillig preisgegeben.

Sicherheitskonzept für mobile Unternehmenskommunikation

Um Lauschangriffe und Datenklau über mobile Endgeräte zu verhindern, ist eine effektive Sicherheitsstrategie für den Einsatz von Smartphones, Tablets oder Notebooks in der Geschäftskommunikation nötig. Das bedeutet mehr als die Installation von Sicherheitssoftware auf Mobilgeräten, wichtig ist hier vor allem der „Faktor Mensch“.

„Wir empfehlen Unternehmen, Aufklärungsarbeit zu leisten und unter den eigenen Mitarbeitern ein neues Bewusstsein für Datensicherheit zu schaffen“, so Meismann. Dies kann zum Beispiel in Workshops oder mithilfe von speziellen Leitfäden geschehen. Wichtig ist die Aufklärung über Sicherheitslücken und Risiken in der mobilen Kommunikation und die Formulierung klarer Richtlinien für die Nutzung von mobilen Geräten.

Nicht zu vergessen ist schließlich ein wirksames Mobile Device Management, also der Einsatz von benutzerfreundlichen und aktuellen Anwendungen zum Schutz von Mobilgeräten. „Wer ganz auf Nummer sicher gehen und unterwegs abhörfrei kommunizieren will, sollte sogenannte Krypto-Handys verwenden“, rät der Geschäftsführer von A Plus. Wenn der Benutzer den entsprechenden Modus aktiviert, werden seine Gesprächsdaten durch das Telefon vor der Übertragung verschlüsselt.

Damit die verschlüsselte Kommunikation funktioniert, muss der andere Gesprächsteilnehmer allerdings auch ein Krypto-Handy benutzen, das die Daten wieder entschlüsseln kann.

Mann mit Telefon
Nur auf wenigen Smartphones ist Sicherheitssoftware installiert. Dennoch nutzen viele reisende Unternehmer ungeschützte WLAN-Netzwerke für sensible Kommunikation. // chalabala - Fotolia.com
 
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