Industrienachrichten

Tag der kommunalen Infrastruktur

„Lange haben wir nur die großen Investitionslücken im Bereich der Verkehrsinfrastruktur auf Bundesebene im Fokus gehabt. Dabei haben wir zu wenig wahrgenommen, dass sich mittlerweile auch in den Kommunen ein gewaltiger Investitionsstau von knapp 120 Milliarden Euro gebildet hat. Es ist daher dringend an der Zeit, Städte und Gemeinden zu stärken. Auf sie entfällt der größte Teil der öffentlichen Infrastruktur, seien es die Straßen und Brücken, Kindertagesstätten und Schulen oder die digitale Infrastruktur. Der Abbau des kommunalen Investitionsstaus muss daher eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen sein.“

Dies war der einstimmige Tenor zum Tag der Kommunalen Infrastruktur im September in Berlin, der vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (BBS) sowie dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund veranstaltet wurde.

„Die meisten Investitionen fehlen im Bereich der Straßen und der Verkehrsinfrastruktur. Der Investitionsstau beläuft sich inzwischen auf 31 Milliarden Euro. Über 10.000 kommunale Straßenbrücken müssen bis 2030 ersetzt werden“, erklärte Andreas Kern, Präsident des BBS. „Ich bin davon überzeugt, dass der enorme kommunale Investitionsstau nur durch einen ‚Infrastrukturpakt für Deutschland‘ abgebaut werden kann“, so Prof. Thomas Bauer, Präsident des HDB. Bauer schlug vor, freie Mittel aus dem Solidaritätsbeitrag für einen solchen Infrastrukturpakt sofort zu nutzen und nicht bis 2019 zu warten.

Beschädigte Straßendecke
Nirgends tritt der Investitionsstau in den Kommunen deutlicher zu Tage als auf den maroden Straßen.  // Peter Atkins - Fotolia.com
 
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