Industrienachrichten

Halbjahresbilanz der Baumaschinenindustrie

Im Aufwind

Der Baumaschinenabsatz in Europa stieg im ersten Halbjahr 2014 um mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders im ersten Quartal zeigte sich eine starke Nachfrage. Allerdings ist die Entwicklung nicht überall gleich.

Zum ersten Mal nach einer langen Durststrecke wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres in den südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien und Portugal wieder deutlich mehr Baumaschinen verkauft als in den Jahren zuvor. Nach den neuesten CECE-Zahlen ist allerdings zu befürchten, dass sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr abschwächen wird, vor allem in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. „Schauen wir aber auf das gesamte Jahr 2014, scheint uns ein ordentliches Wachstum über alle Produktgruppen und Länder hinweg weiterhin realistisch“, sagte Eric Lepine, Präsident des CECE und Geschäftsführer von Caterpillar France.

In Großbritannien läuft es derzeit am besten

Großbritannien bleibt weiterhin der Markt in Europa, in dem es für die Baumaschinenindustrie derzeit am besten läuft. Im ersten Halbjahr 2014 sind dort 44% mehr Erdbaumaschinen verkauft worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die anderen nord- und westeuropäischen Baumaschinenmärkte verzeichneten ebenfalls ein ordentliches Wachstum, während sich die osteuropäischen Märkte ganz unterschiedlich entwickelten. Die Nachfrage aus Russland schwächelt, nicht nur wegen der politischen Lage, sondern auch wegen des zyklischen Rückgangs der russischen Baumaschinenindustrie. Hinzu kommt, dass dort die asiatischen Hersteller mehr und mehr Fuß fassen. In der Türkei ging der Baumaschinenabsatz zum vierten Mal in Folge im zweistelligen Bereich zurück.

Aufträge kommen vor allem aus nicht europäischen Ländern 

Die meisten europäischen Baumaschinenunternehmen verzeichnen steigende Auftragseingänge, vor allem von der Arabischen Halbinsel. Nordamerika entwickelt sich recht gut, Südamerika tritt dagegen weiter auf der Stelle. In Asien ist das Bild uneins. Die positive Stimmung in Indien nach den Wahlen im Frühjahr hat sich nicht auf die Baumaschinennachfrage ausgewirkt. In China gab das erste Quartal Anlass zu vorsichtigem Optimismus, die Lage hat sich aber wieder verschlechtert. Die südostasiatischen Staaten, vor allem Indonesien, entwickeln sich weitaus besser. Im zweiten Quartal zeigte sich auch eine positive Wende in Australien, das nun trotz des schwächelnden Bergbausektors wieder auf Wachstumskurs ist.

Steigende Nachfrage nach Straßenbau- und Erdbewegungsmaschinen

Straßenbaumaschinen waren die gefragteste Produktgruppe; erwartet wird hier ein zweistelliges Wachstum. Auch bei Erdbaumaschinen ist der Absatz um 9,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Nachfrage nach Betonausrüstungen entwickelte sich schwächer, während Turmdrehkrane ein Absatzplus von 8% verzeichneten. Hier ist kein Boom in Sicht, aber eine stabile Entwicklung wahrscheinlich, insbesondere deshalb, weil die  Exporte in außereuropäische Länder in diesem Jahr um 10% gestiegen sind.

Diagramm: Umsatz nach Produktgruppen
 
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