Industrienachrichten

Neues Siegel für Sozial- und Umweltstandards bei Gesteinsimporten

Wer grün bauen will, muss sich aus Sicht von Martin Kronimus auch mit der Ökobilanz von unterschiedlichen Baustoffen auseinandersetzen. Der Vorstandsvorsitzende der Kronimus AG Betonsteinwerke und Vertreter des Betonverbandes Straße, Landschaft, Garten e. V. (SLG) machte anhand von Untersuchungen deutlich, dass heimische Natur- und Betonwerksteine in Sachen Ökobilanz durch kurze Lieferwege am besten abschneiden, berichtete Kronimus beim „Forum Zukunft grünes Bauen“ auf der Landesgartenschau in Sigmaringen.

Gemessen am Primärenergiebedarf, Treibhaus-, Ozonabbau-, Versauerungs- oder Sommersmogpotenzial, das bei Abbau, der Weiterverarbeitung, dem Transport, dem Einbau und der Bauweise im Verlauf der Nutzungsdauer entsteht, ergeben sich insbesondere für Gesteinsimporte aus Fernost nicht die besten Werte in der Ökobilanz. Auch die sozialen Standards lassen oftmals zu wünschen übrig.

Umsetzung durch ausländische Lieferanten

Dass beispielsweise auch in chinesischen, indischen oder südamerikanischen Abbaubetrieben Standards gelten sollten, die verhindern, dass Gesteine unter anderem durch Kinder- oder Zwangsarbeit gewonnen werden, dafür macht sich Dr. Heinecke Werner stark. Der Gründer der WiN=WiN GmbH, Agentur für globale Verantwortung, mit Sitz in Kirchheim/Teck, berichtete, dass seine Gesellschaft „Fair Stone“ ins Leben gerufen habe. Hinter dem Siegel verbergen sich internationale Sozial- und Umweltstandards für Natursteinimporte aus Schwellen- und Entwicklungsländern.

Partner von „Fair Stone“ sind internationale Händler, Exporteure und Importeure, die das Siegel für ihr Marketing nutzen und für Transparenz in der Lieferkette sorgen. „Diese Partner tragen die Verantwortung dafür, dass die Standards tatsächlich vor Ort umgesetzt werden“, so Werner. Die „Fair Stone“-Zertifizierung umfasst eine Erklärung, in der sich die Lieferanten per Unterschrift verpflichten, auf Kinder- und Zwangsarbeit zu verzichten sowie die Arbeitsbedingungen in ihren Betrieben zu verbessern.

„Fair Stone“ als Marketingvorteil

„Es liegt in der alleinigen Verantwortung der Lieferanten und Händler, den „Fair Stone“ Sozialstandard in ihrer Lieferkette umzusetzen“, sagte Heinecke Werner. „Nach Ablauf von drei Jahren werden die Lieferanten von unabhängigen, externen Auditoren überprüft. Falls sie dann die Bedingungen des Sozialstandards noch nicht vollständig erfüllen, kann ein viertes Jahr angehängt werden, bevor sie den Status „Fair Stone“-Lieferant verlieren.“

Heinecke Werner berichtete, dass diejenigen Betriebe, die in China, Asien oder Südamerika sitzen, und sich für „Fair Stone“ entschieden haben, die Vorteile des Siegels erkannt hätten. Er zeigte sich überzeugt, dass das Siegel langfristig auch andere Betriebe in den genannten Ländern motiviert, Sozial- und Umweltstandards umzusetzen, weil der Wettbewerbsdruck, dem sie ausgesetzt sind, steigen wird.

 
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