Arbeitssicherheit

Unternehmertag auf der A+A 2013

Menschen machen den Erfolg

Wie begegnen mittelständische Unternehmen der Herausforderung, vor dem Hintergrund des internationalen Wettbewerbs und des demographischen Wandels gute Mitarbeiter zu finden? Durch welche Maßnahmen lässt sich die Personalentwicklung im Betrieb verbessern und die Arbeit für das Personal gesünder und motivierender gestalten? Lösungswege zu diesen Fragestellungen zeigten die von der Offensive Mittelstand geladenen Referenten am 3.Unternehmertag der A+A 2013 in Düsseldorf auf. Rund 300 geladene Gäste folgten interessiert den Vorträgen der am 08.11.2013 in der Stadthalle stattfindenden Konferenz; moderiert wurde diese von dem bekannten Publizisten Alexander Niemetz.

Dem Mitarbeiter als dem entscheidenden Erfolgsfaktor kleiner und mittelständischer Betriebe, untermalt mit Erfahrungen aus dem eigenen Betrieb, widmete sich Hotelier Klaus Kobjoll vom Hotel Schindlerhof und dreifacher Ludwig-Erhardt-Preisträger, in seinem anregenden Leitvortrag. Für Führungskräfte ginge es weniger darum, andere aktiv zu motivieren, sondern der Belegschaft die Selbstmotivation zu ermöglichen. Entscheidend dabei sei eine Unternehmenskultur, in der sich jeder in seiner Individualität wertgeschätzt fühle. Jedem Mitarbeiter ausreichende Handlungs- und Entscheidungsspielräume zu bieten, seien die Voraussetzungen dafür. Ebenso zahle sich die Entwicklung einer Unternehmensvision aus, vorausgesetzt, diese werde den Betriebsangehörigen nahegebracht und verdeutlicht, dass sie sich nur durch die gemeinsame Anstrengung aller erreichen lasse. „Wenn es der Unternehmer schafft, dass sich seine Mitarbeiter stärker mit den Werten des Unternehmens identifizieren, wird er automatisch eine höhere Produktivität erreichen“, betonte Kobjoll.

Offizieller Start des GDA-ORGAchecks. (v.r.n.l.: Sabine Nießen (Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen), Alexander Niemetz (Moderator), Oleg Cernavin (BC-Verlag), Helmut Ehnes (Vorsitzender Offensive Mittelstand), Dr. Walter Eichendorf (Stv. Hauptgeschäftsführer der DGUV)).
Offizieller Start des GDA-ORGAchecks. (v.r.n.l.: Sabine Nießen (Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen), Alexander Niemetz (Moderator), Oleg Cernavin (BC-Verlag), Helmut Ehnes (Vorsitzender Offensive Mittelstand), Dr. Walter Eichendorf (Stv. Hauptgeschäftsführer der DGUV)).

Checklisten zur Personal- und Unternehmensführung

Zwei Instrumente zur Überprüfung der Unternehmens- und Personalführung im Betrieb legte Helmut Ehnes, bei der BG RCI Leiter der Prävention und Vorsitzender der Offensive Mittelstand, den Zuhörenden nah und gab damit auch Einblick in die Arbeit der Offensive Mittelstand. Der mit Unterstützung der Initiative Neue Qualität der Arbeit – INQA – entwickelte Check „Guter Mittelstand – Erfolg ist kein Zufall“ ermöglicht kleinen und mittelständischen Unternehmen wesentliche Handlungsfelder der Arbeitsgestaltung und Organisation zu analysieren und gezielt zu verbessern. Anhand des Checks „Personalführung“ beschäftigt sich der Nutzer vertiefend damit, wie es um die Mitarbeiterorientierung in seiner Firma bestellt ist. Die Checks stehen kostenlos im Internet, als APP oder als Printversion zur Verfügung. Aufgebaut sind sie als Selbstbefragungskataloge; an die Fragestellungen schließen sich Vorschläge zu möglichen Verbesserungsmaßnahmen an. Die Bearbeitungszeit umfasst ca. 1 bis 1,5 Stunden, die Dauer verkürzt sich entsprechend, falls nur einzelne Bausteine ausgewählt werden. Seit seinem Erscheinen vor drei Jahren seien rund 100.000 gedruckte Exemplare des Checks „Guter Mittelstand“ bestellt worden, hob Ehnes hervor. „Aufgrund der durch unsere Partner gegebenen Multiplikationsfaktoren sind wir auf gutem Weg, alle mittelständischen Unternehmen zu erreichen“, sagte er.

Ca. 300 Besucher folgten aufmerksam der Präsentation der DGUV-Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“.
Ca. 300 Besucher folgten aufmerksam der Präsentation der DGUV-Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“.

Arbeitsschutz überprüfen und verbessern

Mit dem GDA-ORGAcheck stellte Sabine Nießen, Ministerialdirigentin des bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und Programmleiterin bei der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), ein weiteres Selbstbewertungs-Instrument für Unternehmen vor und schaltete dieses im Anschluss mit symbolischem Druck auf den roten Knopf, gemeinsam mit Helmut Ehnes und Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, frei.

Der ebenfalls auf der „Offensive Mittelstand“-Methodik beruhende, in 30 Minuten zu bearbeitende Check ist ein von der GDA erarbeitetes Instrument zur Selbstbewertung der Arbeitsschutzorganisation und ermöglicht Unternehmen, eine wirksame Arbeitsschutzorganisation und eine umfassende Gefährdungsbeurteilung  aufzubauen oder zu verbessern. „Wir möchten damit Unternehmen eine leicht verständliche und unbürokratische Hilfestellung an die Hand geben“, erläuterte Nießen.

Aus der Perspektive der GDA berichtete Dr. Eichendorf, dass Bund, Länder und Versicherungsträger von 2013 - 2018 ihre Präventionsaktivitäten schwerpunktmäßig auf drei gemeinsame Arbeitsschutzziele ausrichten. Neben der Verbes­serung der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation ständen die Verringerung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen und Erkrankungen im Muskel-Skelett-Bereich sowie Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingter psychischer Belastung im Fokus.

Startschuss für den GDA-ORGAcheck! (v.l.n.r. Helmut Ehnes, Dr. Walter Eichendorf und Sabine Nießen).
Startschuss für den GDA-ORGAcheck! (v.l.n.r. Helmut Ehnes, Dr. Walter Eichendorf und Sabine Nießen).

Rückenproblemen vorbeugen

Wie sich die Rückenprävention in einem Kleinunternehmen umsetzen lässt, präsentierten anschließend Norbert Schmickler, Geschäftsführer der M & J Schmickler GmbH & Co. KG, Sinzig, sowie Matthias Bradatsch, Facharzt für Arbeitsmedizin bei der BG RCI. In seinem Betrieb hat Schmickler, in enger Zusammenarbeit mit Bradatsch und dem actiwita-Fitnesscenter Body & Mind in Remagen, zu Beginn dieses Jahres ein Vorsorgeprojekt für seine 16 Mitarbeiter initiiert und gibt damit ein gutes Praxisbeispiel für die bundesweite Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Rund die Hälfte der Angestellten trainiere seitdem regelmäßig unter fachlicher Anleitung und in Form eines individuell ausgerichteten Übungsprogramms ihre Rückengesundheit, erläuterte der Unternehmer. Die Kosten für das Training teilten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer, bezuschusst würde es von der BG RCI.

Rückenprobleme seien bei einseitiger Belastung vorprogrammiert und in Unternehmen eine häufige Ursache für Krankschreibungen, ergänzte Matthias Bradatsch, die Wechselwirkung zwischen psychischer und körperlicher Anspannung könne die Symptome auslösen oder verstärken. Gründe für Norbert Schmickler, seine Belegschaft mit Maßnahmen über die bisher im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung umgesetzten hinaus gesundheitlich zu unterstützen. „Doch nicht nur die körperliche Fitness verbessert sich“, hob er hervor, „sondern das gemeinsame Training steigert auch den Teamgeist, und damit ebenso die Produktivität.“

Checks
Die Checks stehen interessierten Unternehmen zur Verfügung.
 
Weitere Informationen

„Guter Mittelstand – Erfolg ist kein Zufall“

www.offensive-mittelstand.de

Check „Personalführung“

www.inqa.de

GDA OrgaCheck

www.gda-orgacheck.de