Industrienachrichten

Ungenutztes Potenzial

Deutsche Unternehmen lassen die Innovationskraft und Fähigkeiten von Bewerbern mit bunten Lebensläufen weitgehend ungenutzt. Das geht aus einer Untersuchung der Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) hervor.

Die Studie basiert auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Bundesamtes. Bei mehr als sieben Erwerbsstationen sprechen Experten von einem bunten oder auch diskontinuierlichen Lebenslauf. Weil diesen Job-Nomaden in Deutschland ein zweifelhafter Ruf anhaftet, vernachlässigen deutsche Unternehmen das hohe Innovationspotenzial dieser Gruppe. Dabei führe gerade die komplexe Berufs- und Lebenserfahrung zu erheblicher Fachkompetenz und Innovationskraft. „Erwerbsbiografien sind heute geprägt durch häufigere Arbeitsplatz- und Arbeitgeberwechsel, durch Tätigkeits-, Berufs- und Wohnortwechsel sowie durch einen Wechsel zwischen Beschäftigungsformen“, so die IESM.

„Während in den USA der Grundsatz gilt, dass man beliebig oft hinfallen kann, solange man wieder aufsteht, werden in Deutschland in Bewerbermappen allzu bewegte Lebensläufe glatt gebügelt und jede Niederlage in einen Sieg verwandelt“, erklärte eine IESM-Sprecherin.

Hierzulande tue sich die Gesellschaft schwer mit dem vermeintlichen Scheitern, in Deutschland herrsche eine Fixierung auf den unbedingten Erfolg. „Wenn ich etwas erreichen will, muss ich aber das Risiko eingehen, auch mal zu versagen.“

Terminkalender mit Eintrag Vorstellungsgespräch
Viele Unternehmen erkennen nicht das Potenzial bunter Lebensläufe.  // Foto: Fotolia
 
Weitere Informationen

Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft

initiativeechtemarktwirtschaft@dmail.com