Technik

Edelsplittproduzent spart eine Brechstufe ein

Aus drei mach zwei

Im oberpfälzischen Rötz, nahe der tschechischen Grenze, führen die Brüder Josef und Georg Rappl das Baustoffunternehmen Georg Huber (Inh. Josef Rappl GmbH & Co. KG) schon in dritter Generation. Nach dem ersten Schotterwerk, das in den 1940er Jahren in Winklarn erschlossen wurde, kamen Anfang der 80er der Steinbruch Böhmischbruck und später in den 90ern das Werk Dürnersdorf hinzu.

Mit der Erfahrung und der knapp 100-jährigen Tradition des Betriebs liegt den Brüdern Rappl die Gewinnung und Aufbereitung von Hartgestein im Blut. „Unser Ziel besteht darin, die Ausrüs­tung stets auf dem aktuellen Stand der technischen Entwicklung zu halten“, macht Georg Rappl gleich deutlich. Bei einem Streifzug durch zwei der drei Werke sieht sich der Besucher in dieser Aussage bestätigt. Das Werk in Böhmischbruck produziert anteilig 40 Prozent Edelsplitt, 30 Prozent Schotter und rund 30 Prozent Frostschutzmaterial. Abnehmer für das Material, das nicht über die eigene Mischanlage weiterverarbeitet wird, sind Baufirmen, Betonwerke sowie Staat und Kommunen.

Kegelbrecher
Splittproduktion im Werk Winklarn mit dem stationären Kegelbrecher HP200 von Metso. // Foto: Rappl/Metso

Überzeugend wirtschaftlich

Im Werk Winklarn (Landkreis Schwandorf/Oberpfalz), 20 Fahrminuten von Cham entfernt, steht u. a. ein stationärer Metso Kegelbrecher vom Typ HP200, der in zweiter Brechstufe 0/32-Splitt produziert. „Mit dem arbeiten wir erst seit 2012 – mit viel geringerem Verschleiß beim Brechwerkzeug und höherer Verfügbarkeit“, berichtet Rappl.

 Vorher betrieb das Unternehmen eine Prallmühle, deren Betriebskosten bis zuletzt auffällig anstiegen. „Wir benötigten für die alte Maschine drei Sätze Schlagleisten pro Jahr. Mit dem neuen Kegelbrecher leisten wir uns einen Satz Brechwerkzeuge, der bestimmt zwei Jahre hält“, prognostiziert er. Neben der Splittproduktion verarbeitet Georg Huber das in Winklarn gewonnene Vulkangestein Serpentinit auch über eine Asphaltmischanlage. Für den Straßenbau werden auch Mineralgemische hergestellt.

Vom Feinsten zum Allerfeinsten

Fährt man eine halbe Stunde weiter, erreicht man den Granitsteinbruch in Böhmischbruck, der sich über eine Fläche von rund zehn Hektar erstreckt. Auch hier haben die Rappl-Brüder einiges verändert: Zur Produktion von Edelsplitt tauschten sie drei Brechanlagen von Krupp gegen zwei neue stationäre Kegelbrecher von Metso aus, die die gleiche Arbeit weitaus effektiver verrichten.

Beide Anlagen vom Typ HP3 sind seit Frühjahr in Betrieb und liefern aufeinander abgestimmt ein für alle Belange optimales Endprodukt: In zwei Brechstufen – „Fein“ und „Extrafein“ – verarbeitet der erste der beiden Brecher die 2/56-Fraktion; der zweite bricht das vorproduzierte Material von 0/22 auf wahlweise 0/2, 0/5, 0/8 und 0/16 mm herunter. Nach dem HP3 „Fein“ erfolgt eine Absiebung des Überkorns, um es dem ersten Brecher erneut zuzuführen.

Anlage
Laut Firmenchef Georg Rappl sind die Brechwerkzeuge des HP200 deutlich haltbarer als die der alten Anlage. // Foto: Rappl/Metso

Teamwork ohne Leerlauf

Steuerungstechnisch wurden die Füllstände der Silos und der Brecher nach dem Einbau intelligent miteinander verzahnt. Läuft ein Silo leer, bleibt der erste Brecher automatisch stehen. Die Steuerung misst die Stromaufnahme, nachdem zuvor ein oberer und ein unterer Grenzwert definiert wurden.

Überschreitet die Stromaufnahme den oberen Grenzwert, gilt das als Anzeichen für eine zu hohe Last des Brechers. Um der Überbeanspruchung entgegenzuwirken, öffnet der Kegelbrecher den Spalt automatisch. Unterschreitet die Stromaufnahme den unteren Grenzwert, reagiert der Brecher gegenläufig und schließt den Spalt. Das führt zu einem automatischen Verschleißausgleich des Brechwerkzeugs. Während der erste „Feinbrecher“ mit einer Automatiksteuerung ausgestattet ist, lässt sich der zweite Brecher für die „extrafeine“ Weiterverarbeitung im Remote-Betrieb (wahlweise auch im Automatik-Betrieb gesteuert) über die Leitstelle justieren.

„Das Interessante an der IC7000-Advanced-Steuerung von Metso ist die Synchronisation von Füllstandsauswertung, Aufgabe und Zerkleinerung“, so Georg Rappl. „Selbst die Einweisung der Bediener in die Steuerung war recht einfach.“ Die Durchsätze der neuen Kegelbrecher liegen zwischen 200 und 240 Tonnen pro Stunde bzw. 1.000 Tonnen Edelsplitt am Tag. Da die Brechwerkzeuge der neuen Anlage nicht vergossen sind, ist ein Wechsel innerhalb von nur drei Stunden möglich. Kurz: Für die Rappl-Brüder haben sich die Investitionen ganz klar rentiert. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie in näherer Zukunft auch die Technik in anderen Betriebsbereichen auf den neuesten Stand bringen werden.

Nutzeroberfläche der Werksteuerung – hier die Spaltweitenverstellung
Ebenso intelligent wie einfach: die Nutzeroberfläche der Werksteuerung – hier die Spaltweitenverstellung. // Foto.: Rappl/Metso
 
Weitere Informationen