Unternehmensführung

Die betriebliche Alters- und Gesundheitsvorsorge zur Mitarbeitergewinnung und –bindung

Fachkräftemangel vorbeugen

Einer immer älter werdenden Bevölkerung stehen immer weniger junge Berufstätige gegenüber, Fachkräftemangel ist die Folge. Das Problem wird gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen noch unterschätzt. Möglichkeiten, Arbeitnehmer an ein Unternehmen zu binden und als attraktiver Arbeitgeber aufzutreten, sind die betriebliche Altersversorgung (bAV) sowie die betriebliche Krankenversicherung (bKV). Darauf weist der IPV in einem Report hin. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bedarf es hier immer größerer Anstrengungen, um im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte gegenüber bekannten Großunternehmen zu bestehen. Dazu wird in Zukunft immer stärker die betriebliche Absicherung der Mitarbeiter im Alter und im Invaliditätsfall, die Hinterbliebenenversorgung sowie die betriebliche Gesundheitsvorsorge in den Fokus rücken.

Option betriebliche Altersvorsorge

Eine Betriebsrente ist für viele Fachkräfte ein wichtiger Grund bei der Wahl des Arbeitgebers, aber auch bei der Entscheidung für den Verbleib im Unternehmen.

Die bAV ermöglicht eine hocheffiziente kapitalgedeckte Vorsorge, indem Größenvorteile genutzt werden können, die Unternehmen im Vergleich zu Privatpersonen haben. Hinzu kommen steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Vorteile für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. Das Unternehmen entscheidet, welche Versorgungsleistungen den Mitarbeitern gewährt werden sollen. Neben rein arbeitgeberfinanzierten Modellen existieren arbeitnehmerfinanzierte Versorgungen (sog. Entgeltumwandlungen).

Eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern finden sogenannte „matching contributions“ (übersetzt: passende Beteiligungen). Der Arbeitgeber entwickelt ein Versorgungssystem, das aus einem Grund- und Zusatzbaustein besteht.

Der Grundbaustein besteht aus einer reinen Arbeitgeberleistung. Der Zusatzbaustein wird als „matching contribution“ gewährt, d. h.: Ist der Arbeitnehmer bereit, einen Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung zu leisten, so gewährt der Arbeitgeber einen Zuschuss. 

Option: betriebliche Krankenversicherung

Bei der bKV schließt der Arbeitgeber einen Gruppenversicherungsvertrag mit einem privaten Krankenversicherer ab. Die Beiträge der vom Arbeitgeber im Vorfeld ausgewählten Krankenzusatztarife werden in diesem Fall vom Arbeitgeber selbst bezahlt und sind für die Arbeitnehmer obligatorisch. Bei der bKV sind die Tarife ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert. Dadurch sind die vom Arbeitgeber zu zahlenden Beiträge wesentlich günstiger als die Beiträge, die ein Arbeitnehmer außerhalb seines Unternehmens für einen gleichwertigen Versicherungsschutz zahlen müsste.

Bei der Einrichtung einer bKV hat ein Unternehmen die Auswahl aus einer Vielzahl von Zusatzversicherungsprodukten. Die Bausteine reichen von Zuzahlungen zu Sehhilfen und Zahnersatz über die Übernahme von Vorsorgeuntersuchungen bis hin zu stationärem Schutz oder einem Krankentagegeld nach dem Ende der gesetzlichen Lohnfortzahlung.

Text Fachkräfte gesucht!
// Foto: Fotolia
 
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