Unternehmensführung

Welche Pflichten haben Ausbildungsbetriebe? – Teil 2

Hinweise zum Ausbildungsalltag

In der letzten Ausgabe der STEINE+ERDEN ging es in Teil 1 dieses Ratgeber-Beitrags um die Frage, unter welchen rechtlichen und betrieblichen Voraussetzungen ein Unternehmen ausbilden darf. In Teil 2 erläutert nun die D.A.S. Rechtsschutzversicherung, wie sich der Ausbildungsbetrieb gegenüber seinen Azubis zu verhalten hat und was es beim Ausbildungsvertrag zu beachten gibt.

Keine Lakaien!

Der ausbildende Betrieb muss einen Ausbildungsplan erstellen, aus dem hervorgeht, welche Bereiche der Azubi im Unternehmen kennenlernen, welche Fähigkeiten er erwerben soll. Wichtig: „Ausbildungsfremde Tätigkeiten wie private Botengänge oder Putzdienste dürfen die Betriebe von Azubis nach § 14 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz nicht fordern“, betont Anne Kronzucker von der D.A.S. Rechtsschutzversicherung.

Die Kosten für Ausbildungsmittel, beispielsweise Werkzeuge, Maschinen und PC sowie Arbeitskleidung, trägt der Betrieb. Lernmittel für die Berufsschule gehören jedoch nicht dazu.

Generell hat der Betrieb die Pflicht, seine Azubis bestmöglich dabei zu unterstützen, das Ausbildungsziel zu erreichen. Dazu gehört auch, sie zur regelmäßigen Teilnahme am Berufsschulunterricht und an den Prüfungen anzuhalten. Für Unterricht und Prüfungen muss der Betrieb seine Lehrlinge freistellen – unter Fortzahlung des Azubi-Gehalts. Die Ausbildungsordnungen fordern von den Azubis Ausbildungsnachweise in Form von Berichtsheften. Die Betriebe sind verpflichtet, ihren Nachwuchs dabei zu unterstützen und die Hefte zu prüfen.

Erst der Vertrag – und dann?

Berufsausbildungsverträge haben ein besonderes Merkmal: Weil die Azubis meist noch minderjährig sind, müssen deren Eltern dem Vertrag per Unterschrift zustimmen. Mit Abschluss des Berufsausbildungsvertrages ist das Verhältnis zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildendem geregelt. „Damit der Lehrling zudem auch für die Prüfungen zugelassen ist, muss der Betrieb den Vertrag gemäß § 36 BBiG an Kammer, Innung bzw. die zuständige Stelle schicken“, informiert Rechtsexpertin Kronzucker. „Die Firma ist verpflichtet, den Vertrag in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eintragen zu lassen.“ Anschließend erhält der Betrieb den Vertrag abgestempelt zurück und wird zeitnah über die Anmeldefristen für die Prüfungen informiert.

Termine für Abschlussprüfungen können jedoch auch in den Mitteilungsblättern der Kammern veröffentlicht werden.

Anmeldung und Prüfungskosten gehen zu Lasten des Ausbildungsbetriebes.

Für ausführliche Informationen empfiehlt sich der Kontakt mit der zuständigen Kammer. Auch die Webseiten der Arbeitsagentur und des Bundesministeriums für Forschung und Bildung bieten wertvolle Hinweise.

Frau und Mann im Gespräch
Ausbilder sind verpflichtet, ihre Schützlinge bestmöglich zu fördern. Dazu gehört auch, die Berufsschul-Laufbahn im Blick zu behalten und Leistungsnachweise zu prüfen. // Foto: Alexander Raths – Fotolia.com
 
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