Industrienachrichten

Baumaschinen: Konjunktur trübt sich ein

„Obwohl die Nachfrage nach Baumaschinen in Europa absolut gesehen ganz gut ist, macht sich ein Stimmungswandel bei den europäischen Unternehmen bemerkbar“, erklärte Johann Sailer, Präsident des Europäischen Baumaschinen-Komitees (CECE) beim CECE-Kongress  in Berlin. „Was uns Sorgen bereitet ist die Kluft zwischen den europäischen Ländern, die sich in diesem Jahr noch einmal vergrößert hat.“

Märkte wie Spanien und Italien sind in der ersten Jahreshälfte noch einmal eingebrochen, andere, wie die skandinavischen und baltischen Länder oder die Türkei, verzeichneten dagegen einen weiteren Anstieg der Nachfrage und große Volumenmärkte, wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien, zeigten erste Anzeichen für eine Eintrübung.

Der CECE-Geschäftsbarometer-Index gibt monatlich Hinweise darauf, wie sich das Geschäftsklima unter den europäischen Baumaschinenherstellern entwickelt. Seit vier Monaten in Folge ist er nun gefallen. „Das ist ein schlechtes Zeichen“, stellte Sailer fest. Die Mehrzahl der Hersteller schätzten sowohl ihre laufende Geschäftstätigkeit als auch ihre zukünftigen Geschäftserwartungen negativ ein. Dass die Auftragseingänge sinken, sei dafür ein klares Indiz. Auch die Euro-Krise sorgt für Unsicherheit unter den Unternehmen.

Das CECE geht davon aus, dass die europäische Baumaschinenindustrie am Jahresende ein Produktionsplus von sechs Prozent gegenüber 2011 verzeichnen wird. Für 2013 sei der Ausblick dagegen eher pessimistisch. Die Märkte, die nach der Krise ein gutes Wachstumstempo vorgelegt haben, werden laut CECE nicht im gleichen Maße weiter wachsen. Die Märkte, die heute noch am Boden liegen, werden nur ein bescheidenes Wachstum realisieren. Außerhalb Euro­pas bereitet der schwache chinesische Markt der Branche Sorgen. Der Absatz von Baumaschinen sank dort im ersten Halbjahr um 40 Prozent und wird sich bis zum Jahresende bei einem Minus von rund 25 Prozent einpendeln.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres setzten die europäischen Hersteller in etwa genauso viel Erdbaumaschinen ab wie im ersten Halbjahr 2011, insgesamt etwas über 28.000 Maschinen – eine vergleichsweise gute Zahl. Mobilbagger liefen am besten. Der Absatz von Hydraulikbaggern und Radladern ging im einstelligen Bereich zurück, wohingegen Kompaktlader, Baggerlader, Planierraupen, Muldenkipper und Motorgrader Rückgänge im zweistelligen Bereich verzeichneten.

Der Markt für Fahrmischer wuchs im ersten Halbjahr um über 20 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Betonmischanlagen aus. Die Aussichten für diesen Sektor sind nicht so schlecht. Die derzeit steigenden Auftragseingänge in diesem Bereich bestätigen diesen Trend. Wachstumsraten von über zehn Prozent erscheinen für 2012 realistisch.

CECE-Präsident Johann Sailer.
CECE-Präsident Johann Sailer.
 
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