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Zwei neue Hallen – die BAU expandiert weiter

Die BAU 2013 – Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme in München – geht weiter auf Expansionskurs: 2016 soll das nun 180.000 Quadratmeter umfassende Ausstellungsgelände um weitere 22.000 und zwei neue Hallen erweitert werden. „Wir können mit solchen umfangreichen Vorhaben immer nur kurz nach einer Bauma, der Weltleitmesse für Bau- und Baustoffmaschinen, beginnen“, sagte Dr. Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer der Messe München, während der BAU-Infomationsgespräche im Oktober.

Die BAU ist seit 2005 permanent ausgebucht, die Nachfrage deutlich höher als die zur Verfügung stehende Hallenfläche. Auf der Warteliste der BAU befinden sich 400 Unternehmen. 2011 hat die Entwicklung einen neuen Höhepunkt erreich. Mit 2.058 Ausstellern aus 46 Ländern gab es einen Rekord. Der Anteil ausländischer Aussteller lag bei 26 Prozent – und damit so hoch wie nie zuvor.

Neue Themenführung

Traditionell ist das Angebotsrepertoire der BAU nach Produkten und Materialien gegliedert. Dieses etablierte Ordnungssys­tem wird zur BAU 2013 durch ein neues ergänzt. Künftig finden sich die BAU-Aussteller auch unter einem bestimmten Thema wieder. Systeme aus Aluminium oder Keramik etwa sind dem Thema „Fassaden“ zugeordnet, die Bauchemie zum Beispiel gehört zum Thema „Bodenbeläge“. Diese übergeordneten

Themen machen es auch den Besuchern leichter, sich in der Angebotsvielfalt der BAU zurecht zu finden. Sie können an entsprechenden Symbolen erkennen, in welchen Hallen zum Beispiel Produkte präsentiert werden, die vorwiegend an der Fassade zum Einsatz kommen bzw. dort Anwendung finden.

Besucherstruktur

Das Gewerke übergreifende Angebot der BAU zieht Fachbesucher aus allen Sparten des Planens, Gestaltens und Bauens an. Die Baustoffhersteller bilden immerhin einen Anteil von zehn Prozent. Die Besucherstruktur setzt sich so zusammen:

Vier hochkarätige Foren ergänzen das Messeangebot. Für die Baustoffbranche wird das Forum B0: „Grenzen verschieben“ am interessantesten sein. Es beschäftigt sich mit den großen Themen der Bauwirtschaft und Bauindustrie:

Im Rahmenprogramm ist die „Lange Nacht der Architektur” ein Glanzlicht. Sie findet 2013 am 18. Januar statt. Die Lange Nacht der Architektur führt zu den schönsten und bedeutendsten Bauwerken Münchens.

Architektur, Materialien und Systeme für den Wirtschafts-, Wohnungs- und Innenausbau im Neubau und im Bestand, das sind die Themen der BAU. So sind für den Erfolg der Messe die Perspektiven der europäischen Baukonjunktur vor dem Hintergrund der Eurokrise von entscheidender Bedeutung. Erich Gluch vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung München beschrieb dem Fachpublikum die Chancen der Bauwirtschaft.

Für 2013 erwarten die Experten Stagnation. Erst in 2014 wird eine leichte Verbesserung vorhergesagt. Am ungünstigsten sind die Aussichten im Tiefbau. Hier dürfte es bis 2014 lediglich darum gehen, das derzeitige Investitionsvolumen wenig-

stens zu halten. Im Nichtwohnhochbau sollte sich zumindest in 2014 die Nachfrage etwas beleben. Die besten Prognosewerte liegen für den Wohnungsbau vor. Hier wird für 2013 (+ 1,5 Prozent) sowie für 2014 (+ 3 Prozent) ein Anstieg erwartet.

Was die Entwicklung in den einzelnen Ländern betrifft, so zeigen sich zum Teil erhebliche Unterschiede. Besonders negativ betroffen sind die mit ihrer hohen Verschuldung kämpfenden Mittelmeerländer. In diesen wird massiv Kapital abgezogen und in „sichere“ Häfen wie beispielsweise die Schweiz, Norwegen und Deutschland transferiert. Besonders häufig fließen diese Gelder dann in den Immobiliensektor. Der Wohnungsbau, das eindeutige Schwergewicht der gesamten Bauaktivitäten, erfährt damit in diesen Ländern sichtliche Impulse.

„In Deutschland ist daher der Wohnungsbau wach geküsst worden“, hob Ernst Gluch hervor. Nach vielen Jahren der Lethargie und Ernüchterung, mit stagnierenden oder gar sinkenden Immobilienpreisen sowie einer nicht enden wollenden Talfahrt bei den Wohnungsfertigstellungen, weist das Umfeld für den Wohnungsbau mittlerweile nahezu eine „Idealkonstellation“ auf:

Bis vor etwa einem Jahr kamen in den meisten Regionen auch noch günstige Immobilienpreise hinzu. Diese sind in etlichen Städten unwiederbringlich vorbei. Denn gestiegene Preise führten, forciert von geballten Inflationsängsten, gefüllten Geldmarktkonten und gewaltiger Kapitalflucht aus den südlichen Euroländern zu weiter steigender Wohnungsnachfrage.

Ernst Gluch
Ernst Gluch vom ifo Institut sieht eine günstige Entwicklung der Baukonjunktur. // Foto: Nierzwicki; BG RCI

Der öffentliche Hochbau wird in den nächsten Jahren weiterhin nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im gewerblichen Hochbau haben sich bereits im Verlauf des Jahres 2010 die Lageurteile der im Rahmen des ifo Konjunkturtests befragten Firmen verbessert. Und ab 2011 war auch bei den Baugenehmigungen der Nichtwohngebäude eine Belebung zu registrieren, vor allem bei den Fabrik- und Werkstatt- sowie den Bürogebäuden.

Der Tiefbau ist zum überwiegenden Teil von öffentlichen Baumaßnahmen abhängig. Von dieser Seite ist jedoch, trotz wieder deutlich steigender Steuereinnahmen, in den nächsten Jahren nicht allzu viel zu erwarten. Impulse dürften in den nächsten Jahren hingegen von Baumaßnahmen im Rahmen der Energiewende kommen. Diese betreffen in erster Linie den Netzausbau sowie die Bereitstellung von Speicherkapazitäten.

Die Entwicklung der gesamten Baunachfrage in Deutschland dürfte somit in den nächsten Jahren nicht ungünstig verlaufen. Nach zwei exzellenten Jahren 2010 (+ 3,2 Prozent) und 2011 (+ 5,8 Prozent) wird es in diesem Jahr (+ 0 Prozent) zwar eine „Verschnaufpause“ geben. 2013 (+2,5 Prozent) und 2014 (+2 Prozent) dürfte sich der Aufwärtstrend jedoch wieder fortsetzen.

Die BAU 2013 unter dem Motto „Die Zukunft des Bauens“ öffnet vom 14. bis 19. Januar in München ihre Tore.  

Jörg Nierzwicki, BG RCI

 
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