Industrienachrichten

Fusion der Rohstoff-Verbände

Seit dem 19. Oktober 2011 sind die Aktivitäten der Bundesverbände der Gesteinskörnungsindustrie vollständig unter dem Dach des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe (MIRO) gebündelt. Nach einem Beschluss der Vorstände beider Verbände stellt der Bundesverband der Deutschen Kies- und Sandindustrie e.V. (BKS) seine Aktivitäten damit rückwirkend zum 1. Juli 2011 ein. Nach der Fixierung sämtlicher vertraglicher und satzungsrechtlicher Regularien äußert sich die deutsche Gesteinsindustrie nun erstmals seit mehr als 90 Jahren mit einer einheitlichen Stimme.

MIRO, weil Substanz entscheidet! Unter diesem in vielfacher Hinsicht treffenden Slogan hat die deutsche Gesteinsindustrie ihre Reihen im Sinne der organisierten Unternehmen der Naturstein-, Kies-, Sand- und Quarzsandindustrie geschlossen. Mit einer Stimme wird der Verband, der die mengenmäßig größte deutsche Rohstoffsparte vertritt, national und auf europäischer Ebene für die Interessen dieser so wichtigen Grundstoffindustrie – die unter anderem Roh- und Baustoffe für die wieder erstarkte Konjunkturlokomotive Bauwirtschaft liefert – eintreten. Dass der Zusammenschluss beider Verbände unter dem Dach von MIRO so reibungslos und in nur fünf von Fairness geprägten Verhandlungsrunden möglich wurde, dokumentiert den Willen beider Seiten, mit einer einzigen Stimme zu sprechen.

Abwehr von Angriffen

Besonders in Verhandlungen auf politischem Parkett geht heute nichts mehr ohne die Demonstration von Stärke und Geschlossenheit. Michael Schulz, stellvertretender MIRO-Präsident und langjähriger Präsident des BKS, äußerte anlässlich der Festveranstaltung zur Fusion am 19. Oktober in Berlin: „War es in der Vergangenheit so, dass ein gesellschaftlicher Grundkonsens bestand, Rohstoffe wie Kies, Sand, Quarz und Naturstein abzubauen und der Bauwirtschaft bzw. den weiterverarbeitenden Industrien zur Verfügung zu stellen, so habe ich nunmehr den Eindruck, dass dieser gesellschaftliche Konsens ins Wanken gerät.“ Beispielhaft nannte er Maßnahmen wie das Ressourceneffizienzprogramm der Europäischen Kommission sowie spiegelbildlich das nationale Programm ProgRess. Beide zielten offensichtlich darauf ab, den Abbau nichtenergetischer Rohstoffe zurückzudrängen oder gar einzustellen. Da, laut Michael Schulz, nicht nur der deutschen Politik, sondern auch der Europäischen Kommission tagtäglich etwas einzufallen scheint, was sich im Kern gegen die Tätigkeit der mineralischen Rohstoffindustrie richtet, wird eine starke Gegenwehr erforderlich, die sich im fusionierten MIRO wiederfindet und ein Gesicht erhält.

MIRO-Präsident Peter Nüdling (rechts) Michael Schulz (2.v.r.) und Rudolf Sehring (2.v.l.), Hauptgeschäftsführer  Prof. Ulrich Hahn (links).
Auf Wunsch beider Vorstände bleibt der bisherige MIRO-Präsident Peter Nüdling (rechts) weiterhin an der Verbandsspitze. Seine Stellvertreter sind der bisherige BKS-Präsident Michael Schulz (2.v.r.) und Rudolf Sehring (2.v.l.). Hauptgeschäftsführer ist Prof. Ulrich Hahn (links).

Neue Gemeinschaftsaufgaben

MIRO-Präsident Peter Nüdling reflektierte die sich verändernden Aufgabengebiete im Laufe der Jahrzehnte. Dabei hätten sich nicht nur die Schwerpunkte verschoben, es seien auch viele neue Themen mit sehr komplexen Fragestellungen hinzugekommen.

Kritisch bemerkte der Präsident: „Bedingt durch einen ausufernden, kaum noch zu bremsenden Aktionismus einiger Beamter, nicht nur in Brüssel, sondern gerade auch in Deutschland, explodieren die Anforderungen im Umweltbereich auf eine Weise, die Augenmaß für das Machbare vermissen lässt. Wir haben nicht zuletzt durch die von außen gesetzten Vorgaben festgestellt, dass Themen, die unsere beiden Verbände trennten, deutlich abnahmen. Den wachsenden gemeinsamen Problemfeldern werden wir uns deshalb im Schulterschluss unter dem Dach eines starken gemeinsamen Verbandes widmen.“

Mehr Außenwirkung

Mit seinen beiden Geschäftsstellen in Köln und Duisburg sowie den langjährig bewährten und an der Praxis gewachsenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist MIRO jetzt in der Lage, noch schlagkräftiger zu agieren. Die Produzenten verschiedener mineralischer Rohstoffkörnungen werden sich nicht mehr auseinander dividieren lassen wie in der Vergangenheit. MIRO steht dabei nicht nur für fachliche Stärke und für ein neues Selbstbewusstsein, sondern ist auch Markenzeichen mit wachsender Außenwirkung und breiterer Wahrnehmung.

Für die Zukunft gilt: MIRO wird auf verschiedensten Ebenen für eine von Respekt geprägte Wahrnehmung der Branchenprobleme sorgen, weil letztlich nicht Ideen vom grünen Tisch, sondern Substanz entscheidet.

MIRO

MIRO vertritt auf Bundes- und Europaebene die einheitlichen Interessen der Kies- und Sand-, Quarz- sowie Natursteinindustrie in den Bereichen Steuern/Betriebswirtschaft, Rohstoffsicherung/Umweltschutz/ Folgenutzung, Recht, Arbeitssicherheit, Gewinnungs- und Aufbereitungstechnik, Anwendungstechnik/Normung usw. Der Verband spricht für rund 1.300 Unternehmen mit 2.100 Werken in  Deutschland die 29.000 Mitarbeiter  beschäftigten. Der jährliche Umsatz der 1.420 Kies- und Sandwerke liegt bei rund 1,4 Mrd. Euro, der Umsatz der 680 Natursteinwerke addiert sich auf 1,2 Mrd. Euro. Das entspricht einer Jahresproduktion von etwa 240 Mio. t Kies und Sand bzw. 208 Mio. t Naturstein.


 
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