Technik

Erster Komatsu-Hybridbagger im Einsatz

Ein neuer Komatsu HB215LC Hybridbagger steht seit Kurzem bei der Bernegger GmbH aus Molln im Einsatz. Es ist nicht nur der Erste in Österreich, sondern der erste Hybridbagger europaweit, der von Kuhn Baumaschinen an einen langjährigen Kunden ausgeliefert wurde.

Die Bernegger Gruppe mit ihrem Zentralsitz in Molln/Oberösterreich beschäftigt in den drei Hauptgeschäftsbereichen Rohstoffindustrie, Bauwirtschaft und Umwelttechnik rund 550 Mitarbeiter an zwölf Standorten. Mit einem Gesamtumsatz von 92 Mio. Euro im Jahr 2010 zählt man in Österreich zu den zehn größten in der Rohstoffgewinnung und den Top 50 bei den Bauunternehmen.

Als Unternehmen, das stets nach vorne blickt und immer auf dem neuesten Stand der Technik sein möchte, ist man bei Bernegger klar von dieser Investition in die Zukunft überzeugt. Daher passt der neue HB215LC Hybridbagger auch genau ins Konzept der Firma, die sich in Österreich zu den allerersten Komatsu-Kunden überhaupt zählen darf. Nachdem es nicht nur darum geht, im Hier und Jetzt zu denken, sondern es notwendig ist, laufend Leistung, Verbrauch und CO2-Reduktion kontinuierlich zu optimieren, erläuterte der geschäftsführende Gesellschafter Kurt Bernegger seine Entscheidung für die Anschaffung eines Komatsu HB215LC Hybridbaggers so: „Als Firma haben wir auch eine Verantwortung für die Zukunft. Wir verbrauchen im Jahr an die 7,5 Millionen Liter Diesel. Daher sind wir immer gefordert, über Optimierung nachzudenken und am neuesten Stand zu bleiben“.

Der neue Komatsu HB215LC Hybridbagger von Maschinist Manfred Stöger bei der Vorstellung. „Jetzt sehe ich den Tankwagenfahrer weniger“, sagte Stöger zur Kraftstoffersparnis und zeigte sich zufrieden.
Der neue Komatsu HB215LC Hybridbagger von Maschinist Manfred Stöger bei der Vorstellung. „Jetzt sehe ich den Tankwagenfahrer weniger“, sagte Stöger zur Kraftstoffersparnis und zeigte sich zufrieden.

Komatsu-Hybridsystem

Der HB215LC mit seinen 21 Tonnen Betriebsgewicht und einer Motorleistung von 104 kW (+ Kondensator) symbolisiert bei Komatsu das Flaggschiff der Maschinenflotte. Als einer der führenden Baumaschinenhersteller muss Komatsu mit der Zeit gehen und praktische sowie innovative Maschinen mit reduzierten Auswirkungen für die Umwelt anbieten. Als einziger Hersteller weltweit verfügt Komatsu über die Erfahrung mit Hybridantrieben in Serienfertigung. Angetrieben wird der HB215LC – der seine Einsatzbereiche in der Gewinnungsindustrie wie beim Verladen von losem Material, Brecherbeschickung, Kiesgruben, Materialumschlag oder im allgemeinen Erdbau hat – durch das neue Komatsu-Hybridsystem, welches aus einem Elektromotor zum Schwenken des Oberwagens, einem elektrischen Antriebsmotor, einem Kondensator und einem Dieselmotor besteht.

Das Komatsu-Hybridsystem für Baumaschinen nutzt die im Folgenden beschriebene Technologie, um Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu senken: Der Elektromotor zum Schwenken des Oberwagens eines Hybridbaggers wandelt die kinetische Energie, die beim Abbremsen oder Reduzierung der Schwenkbewegung entsteht, in elektrische Energie um. Diese Energie wird über einen Umrichter in den Kondensator, dem sogenannten „Komatsu Ultra Capacitor System“, welches für eine besonders schnelle Speicherung und verzögerungsfreie Übertragung der Energie entwickelt wurde, geleitet und gespeichert. Die Hybridsteuereinheit sorgt dafür, dass die gespeicherte Energie schnell wieder für Schwenkbewegungen des Oberwagens zur Verfügung steht oder dazu benutzt wird, den Dieselmotor zu unterstützen, wenn die Maschine unter hoher Last arbeitet. Für garantiert höchste Verlässlichkeit und Haltbarkeit werden alle Baugruppen des Hybridantriebs von Komatsu selbst hergestellt.

Komatsu-Hybridsystem: 1 – Kondensator, 2 – Umrichter, 3 – elektrischer Schwenkmotor/Schwenkgenerator, 4 – Verbrennungsmotor, 5 – Generator/Motor, 6 – Hauptpumpe
Komatsu-Hybridsystem: 1 – Kondensator, 2 – Umrichter, 3 – elektrischer Schwenkmotor/Schwenkgenerator, 4 – Verbrennungsmotor, 5 – Generator/Motor, 6 – Hauptpumpe

30 Prozent gespart

„Der Fahrer wird immer darauf aufmerksam gemacht, in welchem Kraftfluss er sich gerade mit der Maschine bewegt. Wird der Hybridbagger optimal eingesetzt, liegen die gewonnenen Erkenntnisse der Kraftstoffreduktion im Vergleich zu einem Bagger ohne Hybridantrieb bei bis zu 40 Prozent. Die Firma Bernegger hatte den HB215LC schon 400 Stunden im individuellen Einsatz und erreichte dabei ein Einsparungspotenzial von rund 30 Prozent“, so Kuhn-Verkaufsleiter Prokurist Herbert Kreiseder.

„Betreffend der Investitionskosten haben wir für Österreich durchgerechnet, dass, bei einer durchschnittlichen Betriebsstundenanzahl von über 1.500 Stunden pro Jahr, sich die Mehrinvestitionskosten für einen Hybridbagger im Schnitt nach rund drei bis vier Jahren gerechnet haben“, erläuterte Kuhn-Geschäftsführer Stefan Kuhn.

 
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