Industrienachrichten

60 Prozent mehr Aufträge bei Baumaschinen

„Endlich kommen wieder Aufträge!“ Diese gute Nachricht vermeldete Sebastian Popp, Konjunkturexperte des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen, anlässlich des mit 120 Teilnehmern gut besuchten VDMA-Branchentreffs Baumaschinen in Frankfurt.

Von Januar bis August dieses Jahres legten nach Informationen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) die Baumaschinen-Order gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent zu. Aus dem Ausland kamen dabei deutlich mehr Impulse als aus dem Inland. Die Nachfrage nach Straßenbaumaschinen entwi-ckelte sich am günstigsten, gefolgt von Maschinen und Anlagen für den Hochbau und den Erdbau. Die Umsätze halten mit der Entwicklung bei den Auftragseingängen noch nicht Schritt, liegen aber gegenüber dem Vorjahr schon wieder leicht im Plus. Anfang des Jahres hatte der Fachverband für den Baumaschinensektor ein leichtes Umsatzplus von fünf Prozent prognostiziert. „Wenn sich der derzeitige Trend bis zum Jahresende fortsetzt, werden wir sogar deutlich darüber liegen“, stellte Popp fest. Auch 2011 sollte sich die Erholung erst einmal fortsetzen. Grund zum Jubel sei das noch nicht: Mit den derzeitigen Umsätzen, die sich allenfalls auf dem Niveau von 2005 bewegten, sei man von den Zeiten des Booms weit entfernt.

Grafik: Baumaschinen im Maschinenbaukontext
Grafik: Exporte deutscher Baumaschinen

Asien treibt Bauwirtschaft an

Die mittelfristigen Aussichten für die Baumaschinenindustrie sind gut. Laut dem Markforschungsinstitut Global Insight wird das weltweite Bauvolumen von 2009 bis 2014 um jährlich rund vier Prozent wachsen. Asien ist dabei mit einer voraussichtlichen Wachstumsrate von fast acht Prozent der Treiber, gefolgt von Südamerika.

Die deutschen Exporte von Baumaschinen zogen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mit plus 16 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2009 wieder an. Hauptausfuhrland für deutsche Baumaschinen ist derzeit Frankreich vor den USA und China.

Deutschland behauptet Position

Bei den Weltexportanteilen bekleidet Deutschland aktuell Platz 2 hinter den USA. „Trotz Krise haben wir unsere Position gehalten, das ist eine gute Nachricht“, teilte Popp mit. In Südamerika seien die Marktanteile der deutschen Baumaschinenhersteller allerdings noch ausbaubar. Als einen der vielversprechendsten Märkte Südamerikas handelt die Branche Brasilien. Viele deutsche Firmen sind dort bereits vor Ort aktiv – und es kommen mehr hinzu.

Den Trend hatte der VDMA Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen aufgenommen und Paulo Oscar Auler Neto, Einkaufschef der Construtora Norberto Odebrecht S.A. zum Branchentreff eingeladen. Odebrecht ist mit einem Umsatz von 2,65 Milliarden Dollar und mehr als 79.000 Beschäftigten das größte Bauunternehmen Brasiliens.

Auler Neto ermunterte die Firmen zu einem Engagement in Brasilien, nicht ohne auf die damit verbundenen Schwierigkeiten hinzuweisen, wie beispielsweise eine ausufernde Bürokratie oder uneinheitliche Steuergesetze.

Grafik: Weltexporte nach Brasilien 2009
Oscar Paulo Auler Neto, Chefeinkäufer der Construtora Norberto Odebrecht S.A. aus Brasilien (links) im Gespräch mit Dr. Sebastian Bauer, Mitglied des Vorstands des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen.
Oscar Paulo Auler Neto, Chefeinkäufer der Construtora Norberto Odebrecht S.A. aus Brasilien (links) im Gespräch mit Dr. Sebastian Bauer, Mitglied des Vorstands des Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen.
 
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