Vassiliadis steht für Kontinuität

Mit einem Traumergebnis wurde in Hannover der neue Gewerkschaftschef der IG BCE ins Amt gewählt: Michael Vassiliadis erhielt 97 Prozent der Stimmen. 334 Delegierte stimmten für ihn, nur zehn mit Nein, fünf enthielten sich. Mit 45 Jahren ist der Sohn griechischer Einwanderer nun der jüngste Vorsitzende im Deutschen Gewerkschaftsbund, die IG BCE ist mit 690.000 Mitgliedern die drittgrößte im DGB – nach IG Metall und ver.di. Sein Vater war Schichtarbeiter bei Bayer, er selbst hat sich vom Chemielaboranten zum Gewerkschaftfunktionär hochgearbeitet. Ebenfalls ein Novum: Einen Gewerkschaftsboss mit „Migrationshintergrund“ gab es bislang noch nicht.

Der Führungswechsel von Hubertus Schmoldt, der nach 14 Jahren die Spitze der IG BCE verlässt, zu seinem Nachfolger wird nach Ansicht der Medien geräuschlos vollzogen. Vassiliadis arbeitete lange Jahre mit seinem Vorgänger zusammen, gilt als sein Kronprinz – und hat noch kein eigenständiges Profil. Kritiker werfen diesem Kurs vor, dass er allzu sehr von den in der Chemiebranche vorherrschenden Großunternehmen mit ihren Tarifverträgen, anständigen Löhnen und der selbstverständlichen Mitbestimmung geprägt sei.

Dementsprechend glich die Verabschiedung des 64-jährigen Schmoldt in den Ruhestand einem Staatsakt. Bundespräsident Horst Köhler würdigte ihn als „beispielgebend für ein gutes Miteinander von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, für die Sozialpartnerschaft“.

Als stellvertretender Vorsitzender wurde Ulrich Freese wiedergewählt, als Tarifpolitiker sitzt Peter Hausmann nun im Vorstand, Edeltraud Glänzer ist zuständig für Frauen und Mitgliederwerbung und CDU-Mann Egbert Biermann betreut das Ressort Arbeitsmarktpolitik.

Michael Vassiliadis
Michael Vassiliadis