Felssicherung: Industriesauger im harten Outdoor-Einsatz

Was nach der künstlerischen Fantasie von Karl May vor mehr als hundert Jahren im Llano Estacado, am Silbersee oder am Ufer des Rio Pecos in Neu-Mexico passierte, wird heutzutage in Bad Segeberg nachgespielt. Dort befindet sich seit 1952 das Gelände der Karl-May-Festspiele: ein passender Ort, denn die Freilichtbühne vor dem charakteristischen Gips- und Anhydrit-Felsen bildet eine malerische Kulisse für Winnetou, Old Shatterhand & Co.

Diese Kulisse war allerdings gefährdet, denn am Felsen wurden Abbröcke-lungen und Steinschlag festgestellt: ein ganz natürlicher Vorgang, der durch das Zusammenspiel von Wassereinlagerungen und Frost in porösem Gestein entsteht. Der Fels musste also gesichert werden. Das ist für Experten prinzipiell kein Problem – wenn da nicht die Fledermäuse wären. Denn die Sicherungsmaßnahmen mussten während der spielfreien Zeit stattfinden, und genau dann wird der Kalkfelsen zu Norddeutschlands größter Schlafstätte für  Fledermäuse. In der Saison 2008/2009 wurden hier rund rund 21.000 Exemplare der nachtaktiven Säugetiere gezählt – darunter Wasser-, Fransen-, Bechstein-, Teich- und Bartfledermäuse.

Deshalb musste die mit den Sicherungsarbeiten beauftragte Chemnitzer Niederlassung der Stump Spezialtiefbau GmbH mit größter Vorsicht vorgehen und alle Baumaßnahmen mit den Naturschutzbehörden abstimmen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Ismaning – ein weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannter Spezialist für solche Projekte – trieb 375 Bohrungen von je 15 cm Durchmesser in den Fels, in die Stahlanker eines firmeneigenen Systems nach einer speziellen Technologie eingebaut wurden. Diese Anker, die komplett verdeckt und damit für den Betrachter unsichtbar sind, stabilisieren die Felswand.

Während der gesamten, mehrere Monate dauernden Bohrarbeiten wurde der feine Bohrstaub, der bei den Arbeiten entsteht, abgesaugt. Diese Aufgabe übernahmen zwei Ruwac-Sauger vom Typ DS 4150 mit Drehstromantrieb, die für mehrere Monate  in ungewöhnlicher Umgebung arbeiteten.

Die Sauger bewährten sich hier unter harten Einsatzbedingungen bei Wind und Wetter. Auch der abrasive Steinstaub, den sie absaugen, stellt hohe Anforderungen an die Verschleißfestigkeit der Geräte, die normalerweise im industriellen Einsatz zur Anwendung kommen und z.B. – je nach Filtereinsatz – Kunststoffgranulate, Staub aus der Schüttgutförderung oder andere staubförmige Produktionsrückstände aufsaugen.

Die beiden DS 4150 erledigten auch dieses Projekt ohne Ausfälle und zeigten dabei ihre Eignung für extreme Einsatzbedingungen. Denn die Sauger blieben am Erdboden, während das Personal der Stump Spezialtiefbau GmbH von Kranfahrzeugen mit Arbeitskorb in luftige Höhen befördert wurde, um die Bohrlöcher zu setzen.

Der Saugschlauch wurde dabei am Fels entlang gelegt. Und die Geräte waren nicht nur während des Bohrens aktiv: Jedes der 375 Löcher wurde sorgfältig mit den Ruwac-Saugern gereinigt, bevor man die stabilisierende Masse injizierte und das Loch mit einem 20 cm langen Bohrkern wieder verschloss. Dabei erwies sich die großzügige Dimensionierung von Filter und Sammelbehälter als vorteilhaft: Trotz hohen Staubaufkommens mussten die Sammelbehälter nur selten entleert werden, und die Sauger wiesen über den Einsatzzeitraum keinen nennenswerten Differenzdruckverlust auf, wie er durch beladene Filter entsteht.

Die Arbeiten wurden fristgerecht abgeschlossen, so dass der „Schatz im Silbersee“ also ohne Gefahr durch abbröckelnde Felsen gespielt wird. Der Fels ist dauerhaft gesichert, die Fledermäuse wurden nicht gestört und die Ruwac-Sauger werden wohl demnächst an einer anderen Baustelle der Stump Spezialtiefbau GmbH in Einsatz sein.

www.ruwac.de

Lange Leitung: Der Saugschlauch wird vom Boden bis zur Hubbühne am Kranausleger geführt. Unten sind die roten Gehäuse der Sauger zu sehen.
Lange Leitung: Der Saugschlauch wird vom Boden bis zur Hubbühne am Kranausleger geführt. Unten sind die roten Gehäuse der Sauger zu sehen.