Deutscher Arbeitsschutzpreis: Hohe Auszeichnung für das „leise Betonwerk“ Mönninghoff

Die Idee für die jetzt mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis 2009 ausgezeichnete Produktinnovation entstand quasi in der Frühstückspause: Dieter Godehardt und Dirk Hasekamp von der Firma Mönninghoff GmbH & Co. KG hatten sich Gedanken zur Lärmreduzierung bei der Produktion von Betonfertigteilen gemacht. Und diese Gedanken ließen Hochbautechniker Hasekamp und Formbau-Meister Godehardt auch in den Pausen nicht mehr los, wie sie freimütig ntv-Moderatorin Lea Busch während der Preisverleihung in Düsseldorf anvertrauten.

Die Jury überzeugten die beiden mit ihrer neu entwickelten Kunststoffform. „Die Preisträger zeigen, dass es zukunftsweisend ist, in Gesundheit und Sicherheit zu investieren – das zahlt sich sowohl für die Unternehmen als auch für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus“, lobte Franz Josef Jung, neuer Bundesminister für Arbeit und Soziales, die Preisträger während der Verleihung bei der Arbeitsschutzmesse A+A.

Insgesamt hatten sich 144 Unternehmen in vier Kategorien für den vom Bundesarbeitsministerium, dem Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik sowie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ausgeschriebenen Preis beworben.

Die Mönninghoff GmbH & Co. KG ist als Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) bereits seit Jahren vorbildlich auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes tätig. Sie wurde beim Förderpreis Arbeit – Sicherheit – Gesundheit in der Kategorie „Gesundheitsschutz“ ausgezeichnet, weil ihre neu entwickelte Kunststoffform einen wichtigen Beitrag für gesunde Arbeitsplätze in der Beton-Industrie leistet. Das Unternehmen besitzt bereits ein auf auf dem Gütesiegel „Sicher mit System“ der StBG basierendes Arbeitsschutzmanagementsystem.

Bei der maschinellen Produktion von Betonwaren, wie Rahmenteilen, Deckeln und Zubehör für Kabelschächte, wird der in Stahlformen gefüllte Beton durch Vibrationen verdichtet. Dabei werden Schallpegel von bis zu 110 Dezibel erreicht. Hauptursache des Lärms sind Vibrationsschläge zwischen den mit den Rüttlern verbundenen Maschinenrahmen und den Stahlformen.

Die Entwickler bei Mönninghoff versuchten nun die Lärmquelle, die vibrationsbedingten Schläge von Stahl auf Stahl, zu beseitigen. Es entstand die Idee, Kunststoff im Formenbau zu verwenden. Da bereits in einem anderen Teil des Unternehmens Kunststoffgranulat-Pressplatten erfolgreich als Aussparungskörper im Betonfertigteilbau eingesetzt wurden, entschloss man sich, aus dem gleichen Material Formen für die maschinelle Produktion von Betonwaren herzustellen.

Der Erfolg ist beeindruckend: Der Lärmpegel beim Rüttelvorgang beträgt jetzt nur noch maximal 85 Dezibel. In einer Versuchsreihe wurden darüber hinaus die Formbeständigkeit, Maßhaltigkeit und das Verschleißverhalten des Materials im Dauereinsatz erprobt. Auch diesen Test haben die Kunststoffformen mit Bravour bestanden und mit weiteren Vorteilen, wie längeren Standzeiten, überzeugt.

Die erreichte Reduzierung des Lärmpegels um mehr als 25 Dezibel stellt eine herausragende Leistung dar und ist beispielgebend für den ganzen Industriezweig. Durch den Einsatz dieser Kunststoffformen und durch die Verwendung von selbstverdichtendem Beton bei der Herstellung von Betonfertigteilen ist die Mönninghoff GmbH & Co. KG auf dem besten Wege, das erste nahezu lärmfreie Betonwerk in Deutschland zu werden.

Stefan Dreßen (mit Urkunde), Dieter Godehardt (mit Blumen) und Dirk Hasekamp (rechts daneben) nehmen den Deutschen Arbeitsschutzpreis für die Mönninghoff GmbH & Co. KG entgegen
Stefan Dreßen (mit Urkunde), Dieter Godehardt (mit Blumen) und Dirk Hasekamp (rechts daneben) nehmen den Deutschen Arbeitsschutzpreis für die Mönninghoff GmbH & Co. KG entgegen
Die bei Mönninghoff entwickelte Kunststoffform
Die bei Mönninghoff entwickelte Kunststoffform

Weitere Preisträger

ZF Sachs bekam die Auszeichnung in der Kategorie „Sicher und gesund in der Ausbildung“. Mit dem Programm „Fit for life“ setzt der Automobilzulieferer bei seinen Auszubildenden an. Mit Veranstaltungen zu den Themen „Bewegung und Gesundheit“ oder „Suchtprävention“ sensibilisiert das Unternehmen speziell den Nachwuchs. Dazu gibt es finanzielle Unterstützung für Besuche im Fitnessstudio und Sicherheitstrainings für Autofahrer.

Fitness spielt auch bei Concert eine wichtige Rolle: Der Zellulosehersteller hat als Teil seiner Wachstumsstrategie ein komplettes Gesundheitsprogramm aufgesetzt und für seine Beschäftigten ein Gesundheitszentrum ins Leben gerufen. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit zwei Kooperationspartnern den Ausbildungsgang zum betrieblichen Gesundheitsmanager entwickelt. Schiller Zahntechnik hingegen punktete in der Kategorie „Sicher und gesund in KMU“.

Die Beschäftigen sind bei Schiller zugleich Vorbilder und Experten für betrieblichen Arbeitsschutz: Es gibt Ansprechpartner für gesunde Ernährung. Jeder hat beim Arbeitsschutz eine Funktion, die in der Firma und von der Unternehmensleitung gewürdigt wird. Auch bei der Gebäudereinigungsfirma A.H. Winterberg sind der Geschäftsleitung Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz ein wichtiges Anliegen. Daher stehen umweltfreundliche Produkte, Arbeitssicherheit und Präventionsschulungen hier auf der Tagesordnung. Die Jury zeichnete das Unternehmen in der Kategorie „Sicher und gesund mit System" aus.