3000 Fragebögen sind unterwegs: „Guter Mittelstand“ - Kompetenz durch Bildung und Beratung

Mit dem Leitfaden und dem Check sind nun bereits zwei der drei Projekte der „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“ der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Zurzeit sind nun erste Unternehmen aus dem Umfeld der Initiative dabei, praktische Erfahrungen mit der Umsetzung zu sammeln.

Parallel dazu widmet sich die Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld (IfM) mit dem Projekt „Verbesserung der Arbeits- und Organisationsgestaltung – Kompetenz durch Bildung und Beratung“ dem dritten Schwerpunkt der Offensive, der Qualifizierung und Weiterbildung. Ziel der Forscher ist es, eine fundierte Basis zu schaffen, die mit Hilfe von Bildungs- und Beratungsangeboten einen effizienten Transfer des Leitfadens und der damit verbundenen Praxishilfen sicherstellen soll.

Welche Angebote gibt es zur Aus- und Weiterbildung oder im Studium, die mittelstandsbezogen sind? Tauchen hier Lücken auf, wollen die Wissenschaftler neue Angebote entwickeln. Demnächst werden Fragebögen an mehr als 3000 Firmen geschickt, um zu erfahren, welchen Bildungs- und Beratungsbedarf Mittelständler tatsächlich haben und unter welchen Voraussetzungen die dazugehörigen Angebote in Anspruch genommen werden. Interviews mit Experten aus der betriebswirtschaftlichen Beratung kommen hinzu. Die Ergebnisse fließen unter anderem in ein Handbuch ein, das Berater später bei der täglichen Arbeit begleiten soll.

Gleichzeitig werden das regionale Netzwerk Ostwestfalen-Lippe und das Beraternetzwerk INQA-Bauen gestärkt. Die Referenzinstrumente und Leitgedanken von INQA-Bauen werden bereits von regionalen Netzwerken umgesetzt. Dieses Beraternetzwerk strebt nun einen Transfer des Leitfadens „Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall“ in die Bau-branche an.

Als Ergebnis des Gesamtprojekts soll dann 2011 eine Umsetzungsstrategie stehen, mit welchen Praxishilfen, Bildungs-angeboten und Netzwerkstrukturen der Leitfaden bundesweit als anerkannter Standard im Mittelstand verankert werden kann.

Ein weiterer Gedanke, die Instrumente Leitfaden und Check von Angeboten mit vergleichbaren Ansätzen abzugrenzen, ist die dokumentierte Selbstbewertung und -erklärung. Hat ein Unternehmen alle elf Themen bearbeitet, zehn Maßnahmen in eine Dringlichkeitsliste aufgenommen und diese beschrieben, könnte dieser Stand des Managements als „moralische Selbstverpflichtung“ bei der
Geschäftsstelle hinterlegt werden. Für eine positive Außenwirkung der beteiligten Betriebe wäre es möglich, dieses Beispiel guter Praxis auf Wunsch auf einer Liste im Internet zu veröffentlichen.

Um den Mittelständlern Denkanstöße und Hilfen bei der Umsetzung der Selbstbewertung auf den Weg zu geben, sind Seminare geplant. Langfristig sollen dann Berater ausgebildet werden, um den Einstieg in die Thematik des Checks zu erleichtern.

Fragebogen der Offensive Mittelstand zum Beratungsbedarf der Mittelständler
Fragebogen der Offensive Mittelstand zum Beratungsbedarf der Mittelständler