Tödliche Gefahren auf Dächern mit Wellplatten und Lichtplatten

Mindestens ein tödlicher Unfall im Jahr und viele schwere Unfälle ereignen sich bei Montagearbeiten während des Betretens von sogenannten „nicht begehbaren“ Bauteilen. In den meisten Fällen wurde die Tragfähigkeit dieser Bauteile schlichtweg überschätzt.

Eine leider bittere Erkenntnis: Viele Absturzunfälle hätten sich vermeiden lassen, wenn der Verunfallte über das Material besser Bescheid gewußt hätte. Aber welche Bauteile dürfen nun wann betreten werden?

Als „nicht begehbare“ (nicht durchsturzsichere) Bauteile gelten in der Regel:

Diese Baustoffe können grundsätzlich punktförmige Lasten, wie sie beim Betreten auftreten, auf Grund ihrer Sprödheit nicht aufnehmen.

Das gilt insbesondere auch für Bauteile aus Kunststoffen, da bei diesen im Laufe der Jahre – verursacht durch Sonneneinstrahlung – die Weichmacher aus dem Material austreten.

Beim Begehen Last verteilende Beläge auslegen

Dies bedeutet, dass solche Bauteile nur auf besonderen lastverteilenden Belägen oder Lauf- und Arbeitsstegen betreten werden dürfen, die das Ableiten der auftretenden Kräfte auf die tragende Unterkonstruktion gewährleisten. Die Statik der Unterkonstruktion (der Dachträger) muss beachtet werden.

Es muss also geprüft werden, ob die Unterkonstruktion das Gewicht der Beläge, der Beschäftigten und des benötigten Materials insgesamt sicher aushält.

Die lastverteilenden Beläge, Lauf- oder Arbeitsstege können über ein angebautes Gerüst, einen am Gerüst befestigten Flaschenzug, einen Anlegeaufzug oder einen Kran auf das Dach gehoben werden. Die Stege müssen mindestens 50 Zentimeter breit sein. Aus Holz gefertigte Lauf- und Arbeitsstege müssen mindestens der Sortierklasse S 10 oder MS 10 nach DIN 4074-1 entsprechen (siehe Tabelle).

Zusätzlich müssen sie gegen unbeabsichtigtes Verschieben oder Abrutschen/Abheben gesichert sein. Wenn sie steiler als 1:5 (etwa 11 Grad) sind, müssen Trittleisten angebracht sein, ist das Verhältnis steiler als 1:1,75 (über 30 Grad), müssen Trittstufen angebracht werden.

Wenn in den benachbarten Bereichen Absturzgefahr besteht (mögliche Absturzhöhe mehr als 3 m), müssen Absturzsicherungen vorhanden sein (z.B. Gerüste an den Außenkanten, Fangnetze bei Absturzmöglichkeit ins Gebäude). Anseilschutz gegen Absturz kommt nur bei kurzzeitigen Arbeiten in Betracht. Die Anschlagpunkte müssen dann durch den Vorgesetzten festgelegt und kontrolliert werden.

Hinweis zum Schluss

Asbestzement-Dächer sollten nicht in Eigenregie demontiert werden. Für solche Arbeiten sollten Fachfirmen beauftragt werden, die über besondere Erfahrung und geeignete Schutzausrüstung im Umgang mit Asbest verfügen.

www.dguv.de

durchbrochenes Dach
Nicht ohne Grund zählen Faserzement-Wellplatten als „nicht begehbare Bauteile“! Punktförmige Belastungen halten diese Platten nicht aus - im Laufe der Jahre wird diese Gefahr sogar noch größer.

Brett- oder Bohlenbreite

Brett- oder Bohlendicke

3,0 cm

3,5 cm

4,0 cm

4,5 cm

5,0 cm

bis 20 cm

1,25

1,50

1,75

2,25

2,50

24 bis 28 cm

1,25

1,75

2,25

2,50

2,75