Für mehr Sicherheit in engen Räumen: Mobile CSE-Trainingsanlage von Dräger

Die Arbeit in Kanälen, in engen oder umschlossenen Räumen, in Behältern oder Schächten (engl. ‚confined space entry’ – CSE) birgt zahlreiche Risiken. So kann mangelnder Sauerstoff Menschen in Ohnmacht fallen lassen, Vergiftungen können durch vorhandenes Gas auftreten und nicht zuletzt erhöht die geringe Bewegungsfreiheit die Unfallgefahr.

Diese Tätigkeit erfordert daher volle Konzentration, beste Kondition sowie ein umfangreiches Wissen über mögliche Gefahren und darüber, wie sich ihnen vorbeugen lässt. Grundlage für die Arbeiten in Behältern, umschlossenen und engen Räumen bildet die Berufsgenossenschaftliche Regel 117 (BGR 117), die festlegt, was beim Befahren von Behältern zu beachten ist. Sie fordert beispielsweise Unterweisungen der betroffenen Mitarbeiter. Meistens jedoch beschränken sich diese auf theoretische Schulungen.

So schleichen sich in der Praxis allmählich Gewohnheitsfehler ein, die das Risiko für die Mitarbeiter erhöhen. Nur durch praktische Schulungen können diese Fehler im Voraus vermieden oder abgestellt werden. Für diese Zwecke stellte Dräger auf der A + A 2009 eine mobile CSE-Trainingsanlage vor.

Die CSE-Trainingsanlage von Dräger
Die CSE-Trainingsanlage von Dräger

Theorie und Praxis individuell angepasst

Der Lübecker Produzent von Medizin- und Sicherheitstechnik bietet an dieser Anlage Trainings  für Mitarbeiter an, die unter den beschriebenen Umständen Tätigkeiten durchführen. Herzstück der Anlage ist ein Röhrensystem, das sich auf mehrere Meter Länge ausziehen lässt und um Ecken und über Ansätze hinweg aus dem Wagen hinausführt – so wie reale Zugänge zu Generatoren und Tanks.

Ein typisches Training an der CSE-Anlage besteht aus theoretischen und praktischen Teilen. Zunächst erhält der Teilnehmer überlebenswichtige Kenntnisse: Die Trainer vermitteln Grundlagen über Zusammenhänge und Inhalte von Vorschriften sowie erste Kenntnisse im Bereich der Ermittlung und Beurteilung von Risiken. Hierbei werden auch mögliche Gefahrensituationen analysiert und bestimmte Rettungstechniken erläutert.

Im Praxisteil lassen sich dann diese kritischen Momente so realistisch wie möglich in der Anlage simulieren.

Bei verschiedenen Übungen müssen die Teilnehmer unterschiedliche Hürden überwinden (z.B. giftige Dämpfe simuliert durch eine Nebelmaschine) und Aufgaben lösen (z.B. ständige Atemluftkontrolle oder die Rettung von verunfallten Personen).

Auch allgemeine Grundlagen sind Teil der Praxisübungen, beispielsweise das Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz, der Umgang mit Gasmessgeräten, die Einführung in die Freimessung zu Beginn eines Einstiegs oder das Bewegen in engen Räumen.

Sowohl Theorie- als auch Praxisschulungen passt Dräger individuell an die Einsatzgebiete des Kunden an. So sind die Einstiege vom Dach oder seitlich im unteren Teil der Anlage wählbar oder unterschiedliche Übungen, wie das „Retten“ einer Übungspuppe, das Setzen von Steckscheiben oder der Austausch von Schiebern unter erschwerten Bedingungen. Auch lässt sich die Anlage mit einer Wasserlache im Bodenbereich „fluten“.

Somit ist das Training für alle interessant, die in engen Räumen, Kanälen oder Behältern arbeiten, dort verunfallte Personen retten müssen oder diese Personen betreuen. Dies ist vor allem in Bereichen wie Stadtentwässerungen, Werkfeuerwehren in der Industrie der Fall.

Training des Einstiegs in enge Räume
Training des Einstiegs in enge Räume

Fast überall einsetzbar

Die Trainingsanlage ist mit verschiedenen Gaswarngeräten, einer Kalibrierungsstation sowie mit  Absturzsicherungen, Helmen und Handschuhen ausgestattet. Während des Trainings wird dem Teilnehmer empfohlen, seine eigene persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz zu nutzen.

Die mobile Trainingsanlage ist in weniger als einer Stunde am gewünschten Einsatzort aufgebaut. Eine Fläche von 10x10 m und ein einfacher Stromanschluss genügen als Voraussetzung für den Aufbau, der auch in einer geeigneten Halle möglich ist.

Auf derA + A 2009 bot Dräger die Gelegenheit, eine der CSE-Anlagen nicht nur von außen zu besichtigen, sondern auch selbst einmal das Innere zu „besuchen“.

Behälter und enge Räume

Behälter und enge Räume sind allseits oder überwiegend von festen Wandungen umgebene sowie luftaustauscharme Bereiche, in denen auf Grund ihrer räumlichen Enge oder der in ihnen befindlichen bzw. eingebrachten Stoffe, Zubereitungen, Verunreinigungen oder Einrichtungen besondere Gefährdungen bestehen oder entstehen können, die über das üblicherweise an Arbeitsplätzen herrschende Gefahrenpotenzial deutlich hinausgehen. Auch Bereiche, die nur teilweise von festen Wandungen umgeben sind, in denen sich aber auf Grund der örtlichen Gegebenheiten oder der Konstruktion Gefahrstoffe ansammeln können bzw. Sauerstoffmangel entstehen kann, sind enge Räume im Sinne dieser BG-Regel.

(Definition der „Berufsgenossenschaftlichen Regeln“ 117, Absatz 2)