Ohne Arbeitsschutzmanagement geht es international kaum noch:

Celler Brunnenbau erhält ASM-Zertifikat

220 Meter tief gehen die Brunnen mit einem Bohrenddurchmesser von bis zu einem Meter in den Tagebauen Garzweiler und Hambach in den Untergrund. Auf ihrer größten Vorzeigebaustelle arbeitet die Celler Brunnenbau GmbH & Co.KG mit dem Energieversorger  RWE Power zusammen. „Wir haben dort bislang keinen einzigen Arbeitsunfall“, berichtete Brunnenbau-Geschäftsführer Dirk Wietfeldt bei der Übergabe des Arbeitsschutzmanagementzertifikats der Spezifikation OHSAS 18001 an sein Unternehmen im Oktober.

„Mittlerweile ist der Arbeitsschutz ein Kernelement für einen Dienstleister wie uns“, erläuterte Wietfeldt. Kein Wunder, hatte er doch am Vortag von den Geschäftspartnern von RWE Power wieder eine positive Rückmeldung zur Wirksamkeit der neu eingerichteten Strukturen bekommen: „Wenn ihr konsequent so arbeitet, liegt ihr damit ganz weit vorne.“

2007 legte das Celler Traditionsunternehmen den Grundstein für die Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems:  Christian Claus (Leiter der Prüf- und Zertifizierungsstelle) und Olaf Hering (Technischer Aufsichtsbeamter) von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft kamen zu einem Vorgespräch ins Haus. Sie stellten die Inhalte und Anforderungen eines Arbeitsschutzmanagements vor. Im Juni 2008 mündete die Zusammenarbeit im Führungskräfteseminar der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft als Teil des Gütesiegelverfahrens der BG. Aufgrund der Anforderungen im internationalen Bereich enschied man sich in Celle letztlich für den OHSAS-Standard. Zusammen mit dem externen Arbeitsschutzexperten  Michael Weismantel wurden die für das abschließende Audit nötigen Vorgaben umgesetzt.  Die Zertifizierung selbst erfolgte durch die TÜV Süd Managment Service GmbH.

Hatten noch vor Jahren Berufsgenossenschaften und staatliche Arbeitsschutzbehörden die Normung und Zertifizierung von Arbeitsschutzmanagementsystemen kritisch gesehen, da sie die Freiräume des Unternehmens zur Organisation ihres Betriebes einengen und unnötige Kosten verursachen würden, stellt sich die Situation heute anders dar. „Ohne den entsprechenden Standard bleibt man beispielsweise bei internationalen Ausschreibungen einfach außen vor“, erläuterte Harald Jennrich, Geschäftsführer der  Celler Wasserbau GmbH. Aus diesem Grund hatte man sich in Celle auch für den Standard OHSAS 18001 in Anlehnung an das bereits 1996 eingeführte Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 entschieden.
Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS) wurde 2007 als britische Norm festgelegt. Auch in Polen wurde der Standard zu einer nationalen Norm erhoben, es handelt sich aber nicht um eine weltweit gültige ISO-Norm. Jedoch wird er bereits in mehr als 80 Ländern als Arbeitsgrundlage genutzt.

Die Erfahrungen der Mitarbeiter und bereits identifiziertes Verbesserungspotenzial wurden von Beginn an in den Aufbau der Struktur eingebunden. Dafür erhielt Andree Pape, Oberbauleiter der Celler Brunnenbau bei den RWE-Projekten, ein besonderes Lob.

Da die Mitarbeiter den Gedanken an den Arbeitsschutz als Qualitätsmerkmal ihrer Firma quasi schon „leben“, entstehen im Arbeitsalltag nebenbei viele Anregungen. In Göttingen platzierte die GmbH & Co. KG 30 Erdsonden bei einem großen Seniorenstift. Sie sollen primär zur Klimatisierung (Kühlung) der Wohnanlage genutzt werden. Die Bohrungen dazu mussten zum Teil auf einer Rasenfläche niedergebracht werden. Während des Bohrvorgangs und dem Einbau der Sondenrohre lässt es sich nicht vermeiden, dass Bohrspülung aus den Rohren oder dem Bohrloch austritt, die dann den Arbeitsbereich (Rasen) rutschig machen kann: eine Gefahrenquelle für die Arbeiter. Schnell wurde die Konstruktion einer Auffangwanne angeregt, die nun die Reste auffängt und über einen Schlauch ableitet.

Diese Konstruktion will das Celler Unternehmen nun zum Förderpreis Arbeit-Sicherheit-Gesundheit der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft einreichen. Prämiert werden dort unter anderem gelungene betriebliche Aktivitäten und Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit, beispielsweise wie diese Aktion gegen Stolper- und Sturzunfälle.

jön

Nach der Übergabe des ASM-Zertifikats (v.l.n.r.): Ulrich Lüdeke, QM-Beauftragter der Celler Brunnenbau; Thomas Wehr vom Staatl. Gewerbeaufsichtsamt Celle; Werkstattleiter Günther Piening; Prokurist Dr. Christoph Ganzer; Personalleiter Matthias Bredemeier; Michael Weismantel von HSW Consulting; Celler Brunnenbau-Geschäftsführer Dirk Wietfeldt; der Technische Aufsichtsbeamte Olaf Hering, StBG; Auditor Jens Morgenstern, TÜV SÜD Management Service GmbH; Werkstattmeister NFZ Andreas Phillips.
Nach der Übergabe des ASM-Zertifikats (v.l.n.r.): Ulrich Lüdeke, QM-Beauftragter der Celler Brunnenbau; Thomas Wehr vom Staatl. Gewerbeaufsichtsamt Celle; Werkstattleiter Günther Piening; Prokurist Dr. Christoph Ganzer; Personalleiter Matthias Bredemeier; Michael Weismantel von HSW Consulting; Celler Brunnenbau-Geschäftsführer Dirk Wietfeldt; der Technische Aufsichtsbeamte Olaf Hering, StBG; Auditor Jens Morgenstern, TÜV SÜD Management Service GmbH; Werkstattmeister NFZ Andreas Phillips.