Gesundheitliche Unbedenklichkeit von Bitumen erneut nachgewiesen

Der Gesprächskreis Bitumen hat die Ergebnisse der Humanstudie Bitumen vorgestellt, die das Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGFA) durchgeführt hat. Die Studie wurde u.a. vom Deutschen Asphaltverband (DAV) und der Steinbruchs-BG finanziert. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass durch die Emissionen aus heißem Bitumen keine besonderen Gesundheitsgefährdungen ausgehen; es gibt keine auffälligen Lungenfunktionsbefunde.

Im Rahmen der Humanstudie wurde bei 438 Arbeitern je vor Beginn und nach Ende der Arbeitsschicht eine Lungenfunktionsmessung durchgeführt; zusätzlich wurden Proben von Blut,Urin, Sputum und Nasallavage genommen. Von den 438 Arbeitern waren 320 als Gussasphalt-Arbeiter exponiert gegenüber Dämpfen und Aerosolen aus Bitumen; der nicht belasteten Referenzgruppe gehörten 118 Arbeitnehmer an.

Mit dieser Untersuchung des BGFA unter Führung von Prof. Dr. Monika Raulf-Heimsoth wurde die letzte der großen Bitumenstudien abgeschlossen. Eine 24-monatige Ratten-Inhalationsstudie am Fraunhofer-Institut in Hannover, eine europaweite epidemiologische Studie bei Asphaltarbeitern und eine Hautpinselungsstudie an Mäusen in den USA hatten bereits den Verdacht auf eine krebserzeugende Wirkung der Dämpfe und Aerosole aus Bitumen bei der Heissverarbeitung ausgeräumt.

Bei einer intensiven arbeitsmedizinischen Betreuung aller Gussasphalt-Arbeiter wurden vor allem bei hohen Expositionen, wie sie früher beim Gussasphalteinbau üblich waren, Atemwegsirritationen festgestellt. Diese Ergebnisse hat nun die Humanstudie Bitumen bestätigt. Gussasphalt wird deshalb seit Anfang 2008 nur noch bei Temperaturen unter 230 °C hergestellt und eingebaut, so dass die Expositionen nicht mehr bis zu 60 mg/m³ Dämpfe und Aerosolen aus Bitumen betragen, sondern unter 10 mg/m³ liegen.

Möglich wurde dies durch die in Deutschland entwickelte Technik des temperaturabgesenkten Einbaus von Gussasphalt. Auch Walzasphalt lässt sich mit dieser Technik einbauen. Da beim temperaturabgesenkten Einbau Energie eingespart wird, weniger CO2 entsteht und viele weitere Vorteile genutzt werden, ist diese Technik weltweit auf dem Vormarsch.

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