Teilhabe am Erwerbsleben zentrale Herausforderung

4. Internationales Forum Disability Management in Berlin

Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderungen Chancen auf Arbeit zu geben, wird zu einer zentralen Herausforderung. Mit dieser Botschaft startete im Beisein des Bundesministers für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz, und des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Klaus Hinne, das 4. Internationale Forum zum Disability Management in Berlin. Vom 22. bis 24. September diskutierten Fachleute aus allen Teilen der Welt über Strategien, um Hindernisse für die Beschäftigung von kranken und behinderten Menschen zu überwinden und die Prävention am Arbeitsplatz zu verbessern. Gastgeber des Forums waren das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer, zweiter Tagungspräsident des Forums, machte auf die guten Erfahrungen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bei der Wiedereingliederung von Versicherten nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten aufmerksam. Hier gelang es im vergangenen Jahr – auch dank der guten Arbeitsmarktlage – in gut 90 Prozent der Fälle, in denen der Arbeitsplatz durch Unfall oder Krankheit in Gefahr war, den Arbeitsplatz zu erhalten oder Versicherte wieder in Arbeit zu bringen. „Diese Erfahrungen zeigen, welches Potenzial das frühzeitige und professionelle Management von Erkrankungen bietet.“

Dass noch viel zu tun ist, zeigen aktuelle Daten der Rentenversicherung: Danach wurden im vergangenen Jahr rund 160.000 Menschen frühverrentet. Aktuelle Daten der Betriebskrankenkassen legen nahe, dass allein die Kosten für arbeitsbedingte Frühberentung etwa zehn Milliarden Euro im Jahr betragen.

Die Frage, wie die betriebliche Eingliederung verbessert werden kann, war ebenso Gegenstand des Forums wie die Erkenntnis, dass Eingliederungsmanagement zwar in Großunternehmen inzwischen gängige Praxis ist, kleine und mittelgroße Unternehmen aber zurückhaltend sind. Im Mittelstand fehlen oft Know-how und personelle Ressourcen. Deshalb verstärken Staat, Sozialversicherungsträger und Sozialpartner in Deutschland hier ihr Engagement, schaffen Voraussetzungen für mehr Beratung und passgenaue Angebote – vom Gesprächsleitfäden bis zu Musterbetriebsvereinbarungen. Mit der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) ist in Deutschland darüber hinaus eine Partnerschaft etabliert, die gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen mit den wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen verbindet. Auch das Programm zur Humanisierung der Arbeit soll helfen, auf diesem Feld weiterzukommen und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz fortlaufend zu verbessern.

Weitere Informationen hierzu und zum 4. Internationalen Forum Disability Management finden Sie unter www.ifdm2008.de und www.bmas.de.