Hammerhart: Hyster Big Trucks im Steinbruch an der Wand

Produkte aus Anröchter Stein, gefertigt im Natursteinwerk Rinsche in Anröchte Klieve, kann man im Bundestagsabgeordneten Haus und dem Paul-Löbe-Haus in Berlin, vielen öffentlichen Gebäuden, Kliniken, Hotels und Galerien bewundern. Wasserterrassen, Laufrinnen und Brunnen sowie zu Kaskaden aufgebaute Naturplatten zeigen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Produkts.

Gewonnen wird der begehrte Anröchter Stein, der auch fossile Schnecken- und Muschelgehäuse, Seeigel, Korallen und mikroskopisch kleine Lebewesen einschließt, im betriebseigenen Steinbruch. Auf rund 40 Hektar wird in einer Tiefe von rund 20 Metern der Werkstein gewonnen.

Handarbeit und Technik

Das Material über dem begehrten Glaukonitkalkstein wird zu Schotter verarbeitet und dient häufig als Grundlage für den Straßen- und Wegebau. Der Glaukonitkalkstein selbst taucht nach Abbau des „Schotters“ als zwei Meter mächtige Schicht auf, durch die sich einzelne Risse ziehen. Diese Risse sind Grundlage für den Zuschnitt der einzeln abzubauenden Tranchen. Mit Diamantseilen werden die gewaltigen Steinmassen in Segmente zerteilt. Diese werden wiederum von erfahrenen Mitarbeitern mit Pressluftbohrern angebohrt, mit Hydraulikkeilen in 80 Tonnen wiegende Blöcke abgespalten und dann – wie in Vorzeiten – von erfahrener Hand mit Keilen und Vorschlaghammer in die untere „grüne“ und obere „blaue“ Werksteinbank zerteilt. Soweit die Handarbeit.

Dann kommt Technik in Form eines Gabelstaplers Hyster H22F mit einem Eigengewicht von rund 32 Tonnen und einer Hublast von 22 Tonnen zu Einsatz. Mit einer Selbstverständlichkeit, als ob es die originäre Aufgabe eines Gabelstaplers ist, in der Gesteinsgewinnung eingesetzt zu werden, fährt ein Mitarbeiter schräg vor die Wand, schiebt einen Gabelzinken in den Spalt zwischen oberer und unterer Lage und gibt Gas. Die Kipp-Hydraulik des Turms und die Hub-Kette der Gabel werden bis zum Anschlag belastet, die Zinken biegen sich wie ein Flitzbogen. Wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt, wird der Stapler mit etwas mehr Nachdruck erneut eingesetzt und mit einem Ächzen des Steins wird dieser aus der Wand gebrochen. Dann wird er vom Gabelstapler abtransportiert und vorerst im Steinbruch gelagert.

„Das machen wir schon seit vielen Jahren mit Gabelstaplern. Ist eigentlich ganz normal“, sagt Geschäftsführer Wilhelm Rinsche junior und verweist auf einen Hyster Gabelstapler H460B mit rund 20 Jahren Dienstzeit auf dem Buckel – in Ehren ergraut, aber immer noch fit für die harte Arbeit im Steinbruch. „Mit den beiden großen, dem H22F und dem H5.80XM sind wird sehr zufrieden, die packen richtig zu und sind robust. Viele Kilometer laufen die nicht, dafür wird aber die gesamte Konstruktion auf das härteste beansprucht“, berichtet Wilhelm Rinsche weiter.

Insgesamt werden elf Hyster Stapler unterschiedlichster Baujahre mit Hubleistungen zwischen drei und vier Tonnen eingesetzt, um Steine zur Verarbeitung und Paletten mit fertigen Steinprodukten auf den Lagerplatz zu bringen. Auch die Verladung für den Abtransport wird damit übernommen. „Mit den Gabelstaplern bewegen wir im Werk rund 40 000 Tonnen Werkstein im Jahr und das ganz problemlos“, stellt Rinsche fest. „Normal ist das natürlich nicht, was wir mit den großen Staplern machen. Aber das zeigt die Qualität der Produkte, wenn Standardgeräte so etwas ohne Problem überstehen. Und das über Jahre.“

Das Familienunternehmen Natursteinwerk Rinsche wird in vierter Generation von den Brüdern Wilhelm und Heiner Rinsche sowie deren Vater, ebenfalls Wilhelm, geführt und ist ein moderner Naturstein verarbeitender Betrieb, der weltweit liefert. Das Unternehmen beschäftigt 30 Mitarbeiter und präsentiert seine Produkte auf der Homepage „naturstein-rinsche.de“ sowie in einer sehenswerten Ausstellungshalle, die im Jahr 2002 in Anröchte Klieve errichtet wurde.

www.zeppelin.com

Mit der Kraft eines Hyster Staplers wird der Werkstein aus der Wand heraus gebrochen
Hyster Stapler
Der Abtransport des gewonnenen Steins ist ein leichtes Spiel für den Hyster Stapler
Der Abtransport des gewonnenen Steins ist ein leichtes Spiel für den Hyster Stapler