Praxisleitfaden „Quarzfeinstaub“ ist da

Die Verhütung der Quarzstaublungenerkrankung „Silikose“ ist seit Jahrzehnten ein Schwerpunktthema in der Baustoff-Industrie. Um den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer in ganz Europa durch eine Minimierung der Quarzfeinstaubexposition an Arbeitsplätzen nachhaltig zu verbessern, wurde das „Übereinkommen zum Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer durch gute Handhabung und Verwendung von kristallinem Siliciumdioxid und dieses enthaltene Produkte“ geschlossen. Das am 25. Oktober 2006 in Kraft gesetzte Übereinkommen wurde von den europäischen Branchen- und Gewerkschaftsverbänden ausgehandelt und wird von diesen auch eigenverantwortlich umgesetzt.

Von Anfang an war es das Ziel der Vertragspartner, unabhängig von bestehenden oder geplanten gesetzlichen Regelungen den Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer durch eine Minimierung der Quarzfeinstaubexposition kontinuierlich und dauerhaft zu verbessern. Erreicht werden soll dies durch gezielte Aufklärungsarbeit in Betrieben und durch konsequente Anwendung von bewährten Praktiken zur Staubbekämpfung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind sich einig, dass dadurch sowohl berufsbedingte Erkrankungen verhindert als auch Arbeitsplätze in den betroffenen Industriezweigen erhalten werden.

Das Herzstück der Vereinbarung ist der Praxisleitfaden „Quarzfeinstaub“. Dieser wurde jetzt von der Berufsgenossenschaft der keramischen und Glas-Industrie sowie der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft redaktionell aufbereitet und sowohl als Druck- als auch elektronische Version herausgegeben bzw. zur Verfügung gestellt.

Der Praxisleitfaden „Quarzfeinstaub“ gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil („Leitfaden über bewährte Praktiken“) wird der Ablauf der Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit möglicher Quarzfeinstaubbelastung erläutert. Darüber hinaus werden Hinweise zur Ermittlung der Staubexposition, zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und zur Unterweisung der Beschäftigten gegeben.

Im zweiten Teil sind 61 tätigkeitsbezogene Anleitungsblätter, die sich sowohl an die betrieblichen Verantwortlichen als auch an die Arbeitnehmer richten, zusammengestellt. Die Anleitungsblätter beschreiben beispielhaft Schutzmaßnahmen, die nach dem Stand der Technik für typische Tätigkeiten bzw. Arbeitsprozesse anzuwenden sind. Sie sind jeweils in einen technischen, einen organisatorischen und einen personenbezogenen Teil gegliedert.

Der dritte Teil schließlich beschäftigt sich mit der „Berichterstattung“. Die Vertragspartner haben sich in Artikel 7 der Vereinbarung des sozialen Dialoges verpflichtet, alle zwei Jahre (erstmals im Jahr 2008) der europäischen Kommission Bericht zu erstatten und anhand konkreter Kennzahlen über den Stand der Umsetzung der Vereinbarung zu berichten. Die Berichterstattung ist in jedem Betrieb eigenverantwortlich durchzuführen. Die Berichte werden dann auf nationaler Ebene durch die entsprechenden Branchenverbände gesammelt, zusammengefasst und an den Europäischen Rat weitergeleitet. Das für die Berichterstattung zu verwendende Formular sowie eine Anleitung zum Ausfüllen sind im Praxisleitfaden ebenfalls enthalten.

Ab sofort steht der Praxisleitfaden „Quarzfeinstaub“ allen Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft kostenlos als Druckversion sowie als Download unter www.staub-info.de zur Verfügung. 

Wolfgang Pichl, StBG