Schwingungen messen, aber wie?

Am 9. März 2007 ist die neue Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutz-Verordnung der Europäischen Union (EU) in Kraft getreten. Sie dient u.a. der Umsetzung der EU-Richtlinie 2002/44/EG zum Schutz vor Vibrationen am Arbeitsplatz. Überall dort, wo mit vibrierenden Werkzeugen oder Maschinen gearbeitet wird, sind deshalb Umstellungs- und Umdenkprozesse angesagt.

Vom Arbeitgeber wird verlangt, dass er die Vibrationsbelastung seiner Mitarbeiter kennt, erfasst und – falls erforderlich – Gegenmaßnahmen einleitet. Bei nachweislich mangelnder Vorsorge des Arbeitgebers haben Betroffene einen Anspruch auf Entschädigung. Von der Grammer AG gibt es ein neuartiges Vibrationsdosimeter, das am Fahrersitz von mobilen Arbeitsmaschinen angebracht wird, permanent die Schwingungsbelastung misst und somit frühzeitig auf Gefährdungen hinweistt.

Die EU hat in ihrer Verordnung konkrete „Auslösewerte“ und „Expositionsgrenzwerte“ zum Schutz vor Ganzkörper-Vibrationen (GKV) und Hand-Arm-Vibrationen (HAV) definiert. Die Überschreitung der Auslösewerte zieht bereits die Einleitung entsprechender Schutzmaßnahmen nach sich. Die Expositionsgrenzwerte beschreiben dagegen, welcher Belastung ein Mitarbeiter maximal ausgesetzt werden darf! Der Auslösewert für HAV beträgt als Tages-Vibrationsexpositionsgrenzwert 2,5 m/s² und für GKV 0,5 m/s². Der „Expositionsgrenzwert“ wiederum beträgt für HAV 5 m/s² und für GKV zum einen 1,15 m/s² für die horizontale Einwirkrichtung und 0,8 m/s² für die vertikale Einwirkrichtung.

Messungen mit dem VibrationsdosimeterTM

Laut EU-Verordnung hat der Arbeitgeber sicherzustellen, dass die entsprechenden Messungen nach dem Stand der Technik durchgeführt werden. Messverfahren und -geräte müssen den vorhandenen Arbeitsplatz- und Expositionsbedingungen angepasst sein. Mit dem von Grammer entwickelten, innovativen Vibrationsdosimeter lässt sich die tatsächliche Belastung des Bedieners einer Maschine leicht ermitteln und ständig überwachen.

Technisch handelt es sich dabei um ein triaxiales Humanschwingungsmessgerät, das auf mobilen Arbeitsmaschinen zur Schwingungsüberwachung eingesetzt wird. Das Gerät ist einfach am Fahrerarbeitsplatz zu befestigen und zeichnet während einer 8-Stunden-Schicht permanent die auftretenden Schwingungen auf, errechnet die Schwingungs-belastung für den Fahrer und informiert den Fahrer bei Erreichen bzw. Überschreiten des zulässigen EU-Grenzwertes. Somit kann der Betreiber rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um Überschreitungen des Grenzwertes zu vermeiden. Mögliche Maßnahmen sind hierbei die Heranziehung einer zugelassenen Prüfstelle zur exakten Messung und daraus abgeleitet organisatorische Maßnahmen, wie z. B. der Einsatz von Fahrersitzen mit besserer Schwingungsreduzierung, Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit, Einebnen der Fahrbahnen oder Anschaffung von neuen Arbeitsmaschinen mit besserer Schwingungsreduktion.

Dank der „Stand-alone-Lösung“ des Vibrationsdosimeters mit Akkubetrieb kann es schnell auf unterschiedlichen Fahrzeugen eingesetzt werden. Außerdem lassen sich die Daten zu Dokumentationszwecken leicht auf einen PC übertragen. Per Reset-Taste kann das Gerät wieder in die Ausgangsposition gebracht werden, um erneut mit den Messaufzeichnungen zu beginnen.

Messen – und handeln!

Grammer bietet aber nicht nur das Messgerät, sondern auch fortschrittliche Arbeitsmittel, mit denen jeder Baumaschinen-Betreiber beim Schwingungsschutz auf der sicheren Seite ist. Gleich drei Komfortsitze erfüllen alle relevanten Schwingungsklassen im Sinne der EU-Richtlinie. Mit diesen drei Serienprodukten deckt Grammer die komplette Palette an Baumaschinenfahrzeugen ab: Vom „Primo“ für kleinere Baumaschinen bis hin zu den Modellen Actimo Evolution und MSG97EAC/742 für Radlader, Bagger und Dumper.

www.grammer.com

Komfortsitz Actimo Evolution
Komfortsitz Actimo Evolution
Das neue Vibrationsmessgerät von Grammer
Das neue Vibrationsmessgerät von Grammer