Das Prämiensystem der StBG: Erfolgreicher Start, hohe Akzeptanz – jetzt noch attraktiver!

Weniger Vorschriften, mehr Eigenverantwortung: dies ist die zeitgemäße Präventionsstrategie der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft. Als konsequentes Instrument dieser Ausrichtung beschloss die Selbstverwaltung im Jahr 2004, freiwillige Investitionen in wirksame Prävention und erfolgreiche Ergebnisse in der Vermeidung von Arbeitsunfällen durch ein attraktives Anreizsystem zu fördern – damit wurde ein Prämiensystem geboren, das den Mitgliedsunternehmen 2005 erstmalig angeboten wurde.

Schild 1502 Tage ohne meldepflichtigen Unfall

Das eindeutige Bekenntnis zu Investitionen in eine wirtschaftliche und humane Zukunft in der Arbeitswelt wurde 2006 von allen gewerblichen Berufsgenossenschaften aufgenommen: die Förderung von finanziellen Anreizsystemen ist Bestandteil der „Bonner Erklärung“, welche die gemeinsam getragene Präventionsstrategie der BGen definiert.

Ein Benjamin Franklin zugeschriebenes Zitat besagt: „Eine Unze Prävention ist mehr wert als ein Pfund Heilung.“ Ein Blick in die Umlage der Berufsgenossenschaften bestätigt dies: etwa 80 Prozent der Aufwendungen fließen in Rehabilitations- und Rentenzahlungen, so dass eine wirksame Reduktion des zukünftigen Beitrags nur durch konsequente Investition in die Prävention erreichbar ist. Mit einem jährlichen Budget von etwa 1,8 Millionen Euro wurde das Prämiensystem bewusst attraktiv ausgestaltet. Durch die Höhe der Prämie von 20 Prozent auf die Netto-Investitionen wurde sichergestellt, dass echte motivierende Anreize geschaffen werden, die nachhaltig dazu beitragen, Arbeitsunfälle und die daraus resultierenden Kosten zu minimieren.

Entsprechend hoch ist die Beteiligung am Prämiensystem. Die nachfolgenden Zahlen für die ersten beiden Jahre (Stand 12.11.2006) verdeutlichen dies.

In dieser Zeit haben die StBG 1.239 Prämienanmeldungen erreicht. Die unten stehende Grafik zeigt die Verteilung auf die fünf angebotenen Prämiengruppen: 

Verteilung der Anmeldungen 2005 und 2006 auf die Prämiengruppen

1.063 Prämienanmeldungen waren erfolgreich; dies entspricht einer Anerkennungsquote von 85,8 Prozent.Die häufigsten Gründe für eine Ablehnung waren:

 Zum Zeitpunkt der Auswertung waren rund 2,6 Millionen Euro ausgezahlt. Die durchschnittliche Prämienhöhe lag damit bei 2.435,82 Euro.

Das Prämiensystem der StBG wird von allen Mitgliedsunternehmen gut angenommen. Unternehmen aller Branchen haben sich erfolgreich beteiligt, und gerade auch die wichtige Zielgruppe der kleinen Unternehmen profitiert: etwa ein Viertel der Anmeldungen stammt aus Unternehmen, die bis zu fünf Mitarbeiter beschäftigen.

Schild 100 Monate ohne meldpflichtigen Unfall
Investitionen in Arbeitssicherheit zahlen sich aus.

Aufgrund der hohen Akzeptanz beschloss die Selbstverwaltung der StBG, das 2005 eingeführte Prämiensystem auch im Jahr 2006 anzubieten. Die weiterhin hohe Beteiligung, verbunden mit dem Rückgang der Unfallzahlen, führte zu der Entscheidung, das bewährte Instrument für das kommende Jahr noch attraktiver auszugestalten und zu erweitern.

Neu: Prämiensystem jetzt mit 10 Prämiengruppen

Die Selbstverwaltung der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft hat die Entwicklung insbesondere bezüglich der Akzeptanz des Prämiensystems bei den Mitgliedsunternehmen intensiv beobachtet. Aufgrund der außerordentlich positiven Resonanz, aber auch um noch mehr Impulse durch finanzielle Anreize für die Prävention in den Unternehmen zu setzen, hat die Selbstverwaltung den Geschäftsbereich Prävention gebeten, das Prämiensystem weiterzuentwickeln. Die konzeptionellen Überlegungen gingen dahin, prämienwürdige, d. h. in der betrieblichen Praxis umgesetzte wirksame Maßnahmen zur Verhütung von Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten noch differenzierter darzustellen. So umfasst das neue Prämiensystem statt bisher fünf nunmehr zehn Prämiengruppen. Die zusätzlich zu den bereits bestehenden Prämiengruppen angebotenen neuen prämienwürdigen Aktivitäten werden weiter unten ausführlich vorgestellt.

Darüber hinaus wurden weitere wichtige Änderungen eingeführt.

Prämie jetzt auch für das Gütesiegel – Wiederholungsaudit

In Prämiengruppe I wird für den Erwerb des Gütesiegels „Sicher mit System“ oder die Einführung eines gleichwertigen Arbeitsschutzmanagementsystems eine Prämie gewährt. Da der Erfolg eines sys-tematischen und organisierten Arbeitsschutzes maßgeblich von einer kontinuierlichen Beschäftigung mit diesem Thema abhängt, erhalten Mitgliedsunternehmen, die ein Wiederholungsaudit zur Verlängerung des Gütesiegels nach drei Jahren erfolgreich absolvieren, eine Prämie in Höhe von 50 Prozent des Betrages für den erstmaligen Erwerb.

Maximale Gesamtprämie je Mitgliedsunternehmen jetzt 75.000 Euro

Die Prämie für wirksam durchgeführte Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes bemisst sich grundsätzlich nach den nachgewiesenen Netto-Fremdkosten. Im Gegensatz zu den Vorjahren beträgt die Höchstprämie je angemeldeter Maßnahme jetzt 30.000 Euro (vorher 20.000 Euro).

Selbstverständlich können auch pro Unternehmen mehrere Maßnahmen aus verschiedenen Prämiengruppen zur Prämierung eingereicht werden. Auch hier wurde die maximal erzielbare Gesamtprämie je Mitgliedsunternehmen erhöht: Sie beträgt jetzt 75.000 Euro.

Höhere Prämien bei Unfallfreiheit

Eine Reihe von Mitgliedsunternehmen arbeitet über Jahre unfallfrei. Um hier das besondere Engagement von Unternehmensleitung und Mitarbeitern zu prämieren, wurde die Prämiengruppe IX „Herausragende Ergebnisse in der Verhütung von Arbeitsunfällen (Unfallfreiheit)“ als Prämierungskriterium eingeführt.

Schild 2556 Tage unfallfrei

Ein besonderer Anreiz wird jedoch für Unternehmen bereit gehalten, die einen sehr langen Zeitraum ohne meldepflichtigen Arbeitsunfall arbeiten: Erreicht ein Unternehmen zum zweiten Mal in Folge den vorgegebenen Mindestzeitraum ohne meldepflichtigen Arbeitsunfall, erhöht sich die Prämie von 30 auf 40 Prozent des letzten Jahresbeitrags zur Steinbruchs-Berufsgenossenschaft.

Neue Prämiengruppe IV „Umsetzung besonderer Maßnahmen zur Verkehrssicherheit“

In dieser Gruppe werden alle Maßnahmen prämiert, die auf die Vermeidung von Unfällen im innerbetrieblichen Verkehr und im Straßenverkehr abzielen. Dazu gilt es, das Sicherheitsniveau entweder durch bewusstseinsbildende oder technische Maßnahmen nachweislich zu erhöhen. Prämien werden z.B. vergeben für:

Neue Prämiengruppe V „Förderung von sicherem Verhalten und Durchführung von betrieblichen Kampagnen“

Prämiert werden Maßnahmen zur Verbesserung der Verhaltensprävention im Unternehmen. Dazu zählen bewusstseinsbildende Maßnahmen wie Seminare für Führungskräfte und Mitarbeiter. Prämiert wird auch die Durchführung von innerbetrieblichen Kampagnen zur Vermeidung von Unfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Die erreichbare Prämienhöhe wurde von 20 auf 30 Prozent des letzten StBG-Jahresbeitrags angehoben. An dem geforderten unfallfreien Zeitraum ändert sich nichts. Außerdem wird die betriebsspezifische Umsetzung von BG-lichen Schwerpunktkampagnen belohnt. Dazu zählen z. B.:

Neue Prämiengruppe VI „Umsetzung des Präventionsschwerpunktes 2007“

Präventionsschwerpunkte können sich aus dem aktuellen Unfall- und Berufskrankheitengeschehen, Neuerungen in der Gesetzgebung oder aus neuesten Forschungsergebnissen ergeben. Für das Jahr 2007 wurde der Präventionsschwerpunkt: „Ausrüstung und Nachrüstung von Fahrzeugen mit gesundheitsfördernden Fahrersitzen“ ausgewählt. Zuschüsse gibt es z. B. bei der Beschaffung von ergonomisch geformten, besonders schwingungsgedämpften sowie besonders Bandscheiben schonenden Fahrersitzen für Lkw, Erdbaumaschinen und Gabelstapler.

Neue Prämiengruppe VII „Umsetzung erfolgreicher Maßnahmen zur Staub- oder Lärmprävention“

Hier werden Maßnahmen prämiert, die eine dauerhafte Verbesserung der Lärm- oder Staubsituation und eine sichere Unterschreitung der gesetzlichen Grenzwerte in lärm- und staubintensiven Produktionsbereichen zur Folge haben. Prämien werden gewährt für:

Neue Prämiengruppe X „Einführung und Umsetzung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements“

Mit der Einführung dieser Prämiengruppe kommt die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft einem Anliegen des Gesetzgebers nach, die schon seit geraumer Zeit bestehende generelle Verpflichtung der Unternehmen zur Einführung eines Eingliederungsmanagements durch finanzielle Anreize zu fördern.

Betriebliches Wiedereingliederungs-managements bedeutet, dass der Unternehmer im Falle, dass Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, zusammen mit dem Betriebsrat – und mit Zustimmung sowie Beteiligung der Betroffenen – die Möglichkeiten prüft,

Welche Maßnahmen zu einer Prämie führen, kann der neuen Broschüre entnommen werden.

Prämiert: Rückfahrkamera am Radlader
Prämiert: Rückfahrkamera am Radlader

Alle Details in der neuen Prämienbroschüre

Ausführliche Informationen zu Prämiengruppen, erläuternde Beispiele und alles, was man sonst noch wissen muss, finden Sie in der Broschüre „Wer mehr tut, wird belohnt! – Das Prämiensystem der StBG 2007“.

Diese Broschüre wird allen Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft in den nächsten Wochen zugesandt. Für weitere Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Prävention jederzeit zur Verfügung.

Also: Machen Sie mit, engagieren Sie sich für sichere und gesunde Arbeitsplätze und schicken Sie uns Ihren Prämienantrag!

Denn: „Wer mehr tut, wird bei der StBG belohnt!“

Dipl.-Ing. Wolfgang Pichl, StBG
Peter Schrandt, StBG