Bell Equipment: Franken-Schotter legt nach

„Der B50D war mir eben auf den ersten Blick sympathisch“, lacht Adolf Kohler, Werksleiter von Franken-Schotter, im Rückblick auf seine erste Begegnung mit dem Bell-Flaggschiff auf der Bauma 2004. Doch war es weit mehr als reine Technikbegeisterung, welche die Verantwortlichen des fränkischen Unternehmens dazu bewog, jetzt in zwei weitere 6x6-Fünfzigtonner von Bell Equipment zu investieren. Seit August fahren beide Großdumper im Franken-Schotter-Betrieb Erkertshofen und beweisen dort auch im kostenkritischen Werkstransport ihre hohe Wirtschaftlichkeit. Geliefert wurden die Fahrzeuge durch den regionalen Bell-Partner Beutlhauser Baumaschinen, Rednitzhembach, der auch alle übrigen der sechs Franken-Schotter-Bells betreut.

Knicklenker bewähren sich

Das Schotterwerk Erkertshofen der Franken-Schotter GmbH & Co. KG produziert alle gängigen Schotter- und Splittprodukte. Ausgangsmaterial für die auf eine Tagesleistung von 2500 Tonnen ausgelegte Anlage ist Jura-Kalkstein aus verschiedenen kleineren Abbaustätten im Umkreis des Werkes, der dort als Restmaterial der Rohblock-Gewinnung für die Werksteinproduktion anfällt.

Im „Steinbruchgebiet“ nördlich von Eichstätt liegen die teilweise unter einem Hektar großen Abbaustätten über die Gemarkungen mehrerer Gemeinden verteilt. Entsprechend weit sind die Transportwege, zusätzlich queren die eigens angelegten Industriestraßen an mehreren Stellen öffentliche Kreisstraßen.

Im September 2004 stellte Franken-Schotter den zuvor im Fuhrauftrag erledigten Materialtransport auf Eigenregie um. Zwei Bell B40D mit nominal 36,5 Tonnen Nutzlast bewältigten fortan die angestrebte Transportleistung von 300 t/h weitaus zuverlässiger. Das lag insbesondere an den schnelleren Ladezyklen auf den engen, bis zu 20 Meter tiefen Sohlen und den überlegenen Fahreigenschaften der witterungsunabhängigen 6x6 auf den unbefestigten Zufahrten und Teiltrassen der bis zu 6000 Meter langen Umläufe.

Knapp zwei Jahre oder jeweils 2800 Betriebsstunden später bescheinigt Werksleiter Adolf Kohler den beiden Vierzigtonnern eine große Zuverlässigkeit im störungsfreien Betrieb, der sich bei einem durchschnittlichen Dieselverbrauch von 18 l/h auch Bell-typisch hoch wirtschaftlich gestaltete.

Das sind Prädikate, die Kohler auch an seine beiden „alten“ Bell B50D verteilt, die seit April 2005 im Stammwerk Dietfurt von Franken-Schotter fahren. Knapp 2000 Betriebsstunden im Kalkstein haben beide Fünfzigtonner jetzt hinter sich.

Aufrüstung gelungen

Allenfalls Zulassungsfragen oder eventuell notwendige Änderungen im Lade- und Fahrbetrieb galt es also vor der Aufrüstung des Erkertshofener 6x6-Werksverkehr durch zwei weitere Bell-Fünfzigtonner zu prüfen.

Auch eine Anpassung der Fahrwege und Durchfahrten im Werk war nicht notwendig: Mit 3900 mm Gesamtbreite kommt der B50D sehr gut mit den Wegbreiten zurecht und selbst enge Kurven nimmt er dank kleinem Wenderadius von knapp 9,50 Meter ohne langes Rangieren. Bei Bedarf, zum Beispiel an Vorbrechereinhausungen, lässt sich der maximale Kippwinkel von 70° stufenlos per Voreinstellung begrenzen.

Mit nur 3400 mm stellt auch die niedrige Ladehöhe der breiten 28,2-m3-Mulde (SAE 2:1) kein Problem für die bei Franken-Schotter und auf den Abbausohlen der Nachbarbetriebe vorrangig eingesetzten 4- bis 6-m3-Radlader dar.

Und die Fahrleistungen? Fahrer Florian Czyron – selbst seit zwei Jahren auf den Bell B40D in Erkertshofen unterwegs – lobt insbesondere das Plus an Fahrkomfort und -sicherheit durch das adaptive Frontfahrwerk des Bell-Fünfzigtonners. Mit regelmäßig über zwanzig Umläufen kommt Florian Czyron auf gut 120 Kilometer pro Achtstunden-Schicht, da weiß man auch das niedrige Betriebsgeräusch in der geräumigen, voll ausgestatteten Bell-Kabine zu schätzen.

Es ist wohl auch dieses positive Fahrerurteil, das Werksleiter Adolf Kohler dazu veranlasste, die beiden Bell B40D aus Erkertshofen nach Dietfurt umzusetzen. Dort ergänzen sie fortan als Produktionsmaschinen die Flotte aus zwei Bell B50D und zwei starren Sechzigtonnern und werden in einem speziellen Gewinnungsbereich eingesetzt. Damit hält Franken-Schotter nicht nur die größte Flotte an 6x6-Fünfzigtonnern auf dem europäischen Festland. Mit heute insgesamt sechs Fahrzeugen hat das Unternehmen auch die größte „Bell-Dichte“ unter den stationären Betreibern in Deutschland.

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