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Neugestaltung der Ausbildung der Sprengberechtigten

Seit vielen Jahrzehnten werden Sprengberechtigte in Lehrgängen ausgebildet, die von der StBG als Lehrgangs-träger angeboten werden. Allein im Jahr 2002 wurden 492 Sprengberechtigte in 33 Lehrgängen ausgebildet. Insbesondere werden Grundlehrgänge für allgemeine Sprengarbeiten, Grundlehrgänge für Sprengberechtigte in geophysikalischen Betrieben, Sonderlehrgänge für Großbohrlochsprengungen und Wiederholungslehrgänge durchgeführt. Grundlage der Ausbildung der Sprengberechtigten sind die "Grundsätze für die Anerkennung und Durchführung von Lehrgängen nach dem Sprengstoffgesetz", die das Bundesministerium des Inneren am 20. Mai 1987 erlassen hat.

In den Grundsätzen ist genau geregelt, welche Inhalte zu vermitteln sind und wie lang diese Lehrgänge mindestens dauern.

In der Zwischenzeit hat aber insbesondere die Sprengtechnik große Fortschritte gemacht. So wurden das nicht-elektrische und das elektronische Zündverfahren immer weiter verbreitet. Auch das Zünden von Großbohrlochsprenganlagen unter Verzicht auf die Sprengschnur wird heute praktiziert.

Für die Anwendung dieser Neuerungen ist eine Erlaubnis der Berufsgenossenschaft notwendig, da diese nicht in der Unfallverhütungsvorschrift "Sprengarbeiten" - BGV C 24 geregelt sind. Für die Anwendung der nichtelektrischen sowie der elektronischen Zündung muss der Sprengberechtigte darüber hinaus eine zusätzliche Ausbildung absolvieren und sich diese in seinem Befähigungsschein von der zuständigen Behörde bescheinigen lassen. Allein im Bereich der StBG wurden rund 200 Erlaubnisse erteilt, die alle zeitlich befristet sind. Vor diesem Hintergrund wurde eine Novellierung der Unfallverhütungsvorschrift "Sprengarbeiten" auf den Weg gebracht, um es den Betrieben zu ermöglichen, die neuen Techniken ohne besondere Erlaubnis der BG anwenden zu können.

Der Gesetzgeber ist zur Zeit dabei, die "Grundsätze für die Anerkennung und Durchführung von Lehrgängen nach dem Sprengstoffgesetz" zu überarbeiten. Auch hier sollen die oben erwähnten Neuerungen Einzug halten. Vor allem im Grundlehrgang für allgemeine Sprengarbeiten sollen neue Inhalte festgeschrieben werden. So ist beabsichtigt, im Rahmen der elektrischen Zündung die Parallelschaltung zu lehren, das nichtelektrische Zündverfahren sowie einfache Vermessungstechniken sollen in den Lehrplan aufgenommen werden. Hierfür wird der Grundlehrgang auf 54 Lehreinheiten verlängert werden und dann sieben Tage dauern. Im Sonderlehrgang für Großbohrlochsprengungen soll das Zünden unter Verzicht auf die Sprengschnur gelehrt werden. Es wird bewusst darauf verzichtet, das elektronische Zündverfahren zu lehren, da die gebräuchlichen Systeme so unterschiedlich sind, dass in jedem Fall eine Ausbildung am jeweiligen System notwendig ist.

Da aber wie bisher beide Lehrgänge eigenständige Lehrgänge sind, wird es zu einer Mehrbelastung der Teilnehmer durch die verlängerte Lehrgangsdauer kommen. Außerdem werden weiterhin viele Themen (z. B. staatliches Recht oder Sprengmittel) in beiden Lehrgängen vermittelt, was für viele Teilnehmer, die beide Lehrgänge innerhalb kurzer Zeit besuchen, eine unnötige Wiederholung darstellt.

Deshalb möchte die StBG den Betrieben einen neuen Service anbieten. Erstmalig im Jahr 2006 wird die StBG einen kombinierten Grund- und Großbohrlochlehrgang durchführen. Dieser Lehrgang dauert zwei Wochen und endet mit der Fachkunde für allgemeine Sprengarbeiten und für Großbohrlochsprengungen. Eingeschlossen sind die Fachkunde für die nichtelektrische Zündung sowie die Zündung von Großbohrlochsprenganlagen unter Verzicht auf die Sprengschnur. Dies stellt einen Vorteil für die Betriebe dar, weil innerhalb kürzester Zeit alle Anforderungen, die der Betrieb an den zukünftigen Sprengberechtigten stellt, abgedeckt werden können. Zudem entfallen die bisher doppelt vorgetragenen Lerninhalte.

Da der kombinierte Grund- und Großbohrlochlehrgang zweigeteilt sein wird, wird es möglich sein, nach sieben Tagen aus dem Lehrgang auszusteigen. Dann wird nur die Fachkunde für allgemeine Sprengarbeiten bescheinigt, die aber die nichtelektrische Zündung einschließt.

Dieser Lehrgang wird im Präventionsbereich Langenhagen vom 19. - 30. Juni 2006 in Clausthal-Zellerfeld und zeitgleich vom Präventionsbereich Karlsruhe im Raum Ulm angeboten. Für Sprengberechtigte, die bereits im Besitz der Befähigung für allgemeine Sprengarbeiten sind und nur einen Sonderlehrgang für Großbohrlochsprengungen besuchen wollen, wird ein solcher in den Präventionsbereichen Bonn und Nürnberg angeboten werden.

Mit diesem Angebot möchte die StBG den neuen Anforderungen an die zukünftigen Sprengberechtigten gerecht werden und eine optimale Ausbildung anbieten.

Dipl.-Ing. Jochen Stürtz, StBG

Lehrgänge für Sprengarbeiten

Grundlehrgang alter Art: 25.- 29.09.06 93342 Saal Präventionsbereich Nürnberg
Grundlehrgang neuer Art: 19.- 27.06.06   Präventionsbereich Bonn
Großbohrloch 16.- 20.10.06 91757 Treuchtlingen Präventionsbereich Nürnberg
  18.- 22.09.06   Präventionsbereich Bonn
Kombi - Lehrgang 19.- 30.06.06 38676 Clausthal-Zellerfeld Präventionsbereich Langenhagen
  19.- 30.06.06 Raum Ulm Präventionsbereich Karlsruhe
Wiederholungslehrgänge (1) 25.01.06 Raum Pfalz Präventionsbereich Karlsruhe
  21.03.06 Bretzfeld-Bitzfeld Präventionsbereich Karlsruhe
  17.10.06 Schelklingen Präventionsbereich Karlsruhe


(1) Termine der Wiederholungslehrgänge wie in der Broschüre "Seminare 2006" abgedruckt, zusätzlich wie hier angegeben.



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