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[Die Industrie der Steine + Erden]






Ein Blick über den Tellerrand: Schlaglichter vom XVII. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Begrüßungsbanner Begrüßungsbanner "This is the moment" - mit diesen Worten begrüßte Allen C. McMillan mehr als 3.000 Teilnehmer aus über 110 Ländern der Welt am 18. September 2005 zur Eröffnung des 17. Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Orlando. In seiner 50jährigen Geschichte war diese Veranstaltung damit nach Wien im Jahre 2002 nunmehr zum ersten Mal Gast auf amerikanischem Boden.

Veranstaltet wird der Weltkongress alle drei Jahre durch die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) mit Sitz in Genf und die International Labour Organisation (ILO), die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen, jeweils gemeinsam mit einem nationalen Partner. 2005 war dies der amerikanische National Safety Council (NSC), der den diesjährigen Weltkongress gemeinsam mit seinem 93. Jahreskongress ausrichtete. Im Rahmen einer stimmungsvollen Eröffnungsfeier waren die Grußbotschaften der Botschafter aus Taiwan, Deutschland, Mexiko, Frankreich, Kanada und Dänemark ebenso beeindruckend wie die Eröffnungsansprache von Allen C. Mc-Millan. "Prävention in einer globalen Welt - Erfolg durch Partnerschaft" so das Motto des diesjährigen Kongresses.

Eröffnungsfeier des XVII. Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - auch Showelemente vom Broadway dürfen nicht fehlen
Eröffnungsfeier des XVII. Weltkongresses für
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit -
auch Showelemente vom Broadway dürfen nicht fehlen




Focus auf Präventionsprogramme

Wie alle Probleme auf der Welt sind auch die Arbeits- und Gesundheitsschutzprobleme nicht mehr allein national in den Griff zu bekommen. Regierungen sind gefordert, ebenso wie globale Unternehmen.

Aber auch jeder Einzelne kann und muss seinen Beitrag leisten. Wer weiß schon, dass die Arbeit weltweit mehr Opfer fordert als Kriege: Alle drei Minuten stirbt irgendwo auf der Welt ein Mensch durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit. Jedes Jahr verlieren so rund 2,2 Millionen Menschen bei Arbeitsunfällen oder aufgrund arbeitsbedingter Krankheiten ihr Leben. Die Zahl der Arbeitsunfälle wird weltweit auf 270 Millionen - die der Berufskrankheiten auf 160 Millionen geschätzt. Allein in der europäischen Union erleiden jährlich etwa 5 Millionen Arbeitnehmer einen Arbeitsunfall mit einer Fehlzeit von mehr als drei Tagen. Somit gehen rund 4% des weltweiten Bruttosozialproduktes durch Unfälle und arbeitsbedingte Krankheiten verloren. Diese erschreckenden Zahlen reflektieren in erster Linie den Mangel an adäquaten Präventionsmaßnahmen und die oftmals katastrophalen Bedingungen am Arbeitsplatz. Vor diesem Hintergrund ging es um den Austausch geeigneter Ideen, neue Strategien, um eine Welt mit mehr Sicherheit durch globale Partnerschaften zu erreichen. Natürlich standen dabei Branchen wie der Bergbau oder auch die Steine und Erden-Industrie mit ihren weltweit hohen Sicherheitsrisiken besonders im Focus des Programms.

Die Frage nach der Verantwortung für Arbeitssicherheit wird oft erst dann diskutiert, wenn es zu einem Unfall oder zu einer Schädigung der Gesundheit gekommen ist. Ein trauriges Beispiel dafür liefern die Klagen von Asbestopfern oder deren Angehörigen, die in den USA mittlerweile einen dreistelligen Milliardenbetrag (US-Dollar) erreicht haben! Insofern geht es bei der Diskussion um weltweite Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit nicht nur um die ethische und humanitäre Verpflichtung - es geht auch um enormes wirtschaftliches Potenzial.



Erfahrungs- und Ressourcenaustausch verbessern

Auffällig ist, dass die verfügbaren Ressourcen noch viel zu oft dafür eingesetzt werden müssen, um identische Probleme an verschiedenen Orten in der Welt immer wieder neu zu lösen (Beispiel: die Probleme von kleinen Unternehmen). Ein Transfer von erfolgreichen Konzepten findet nicht oder nur in geringem Maße statt. Die Folge: vorhandene Ressourcen werden nicht effizient genutzt - Sicherheit und Gesundheit bleiben zu lange auf der Strecke! Gerade dem deutschen Bergbau und der deutschen Baustoff-Branche kommt dabei aufgrund vielfältiger erfolgreicher und beispielgebender Initiativen eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe zu.

Erfahrungen und Konzepte weltweit zur Diskussion zu stellen und anzubieten bedeutet nicht nur Hilfestellung für Schwächere - immer wieder kann man auch von anderen Ländern lernen und eigene Konzepte weiterentwickeln. Der XVII. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bot erneut auch für diesen Lernprozess besonders interessante Gelegenheiten. Durch den Verbund des Weltkongresses mit dem 93.

Jahreskongress des NSC bestand auch die Möglichkeit, einen tieferen Einblick in Präventionsstrategien innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika mit nach Hause zu bringen. Über 750 Hersteller und Zulieferer industrieller Produkte präsentierten zudem im Rahmen der Veranstaltung ihre Angebote und Dienstleistungen auf dem Ausstellungsgelände. Auf einen Nenner gebracht lässt sich wohl folgendes Fazit ziehen: Im Verhältnis zu deutschen Strategien setzen Amerikaner offensichtlich nicht so stark auf optimierte, selbstüberwachende und redundante sicherheitstechnische Lösungskonzepte - die Verantwortung von Managern und Individuen steht dagegen stärker im Focus der Bemühungen.

Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, StBG


Interessante Produkte der begleitenden Fachausstellung

Intrepid Industries Inc   Intrepid Industries Inc.
Über deutsche Vorfahren berichtete Erich Bredl, Inhaber von Intrepid Industries Inc. Interessant seine flexiblen Lösungen zur Absicherung von Rohrdurchlässen in Lichtgitterrosten und auch seine flexiblen, selbst schließenden Schutztüren zur Absicherung von Zugängen zu Arbeitsbühnen über Steigleitern.

www.intrepidindustries.com


Lapeyre Stair, Inc.   Lapeyre Stair, Inc.
Dick Satnick demonstriert die platzsparende Verwendung von Arbeitsbühnenzugängen oder auch Bandübergängen aus seinem Lieferprogramm. Diese gut begehbaren "Raumspartreppen" ermöglichen Treppenzugänge auch bei beengten Platzverhältnissen.
Wie Dick Satnick betont, eignen sich diese Zugänge auch für die sichere Gestaltung der Zugänge an Mobilgeräten, wie z. B. Radladern oder Muldenkippern:
Mit Sicherheit eine bessere Lösung als senkrechte Aufstiege mit Haltegriffen.

www.lapeyrestair.com


Data Management, Inc.   Data Management, Inc.
Brian D. Gallagher präsentierte einfache Organisationssysteme zur Erfassung von Fremdfirmen und Besuchern auf dem Werksgelände. Die speziellen Besucher oder Fremdfirmenetiketten erzeugen sowohl ein Namensschild, welches auf die Kleidung aufgeklebt wird, als auch einen Eintrag im Besucherbuch: So lassen sich in jedem Betrieb Besucher und Angehörige von Fremdfirmen einfach und systematisch erfassen.

www.datamanage.com


Marpac präsentierte LED-Warnleuchten für die Helmrückseite   Marpac
Interessant auch eine Entwicklung, die aus Australien stammt: Auf dem Stand der Firma Marpac präsentierte Ian Roberts LED-Warnleuchten der neuen Generation. Diese für alle Anwendungsfälle im Betrieb, im öffentlichen Straßenverkehr oder auch auf Baustellen einsetzbaren Warn- und Hinweisleuchten, die es in vielen Varianten und mit jeder Menge Zubehör gibt, sind besonders für den Einsatz am Schutzhelm interessant.
Mittels eines speziellen Leuchtenhalters, der auf der Rückseite des Helmes aufgeklebt wird, befestigt man die kleine Warnleuchte sehr einfach. Der Vorteil: Durch das über mehr als einen halben Kilometer sichtbare LED-Licht (sowohl Blinkfunktion als auch Dauerfunktion sind möglich) wird die Sichtbarkeit von Personen gerade im Bereich der Baustoff-Industrie im Freien oder auch in notdürftig ausgeleuchteten Anlagenbereichen wesentlich verbessert - ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Personensicherheit.

www.marpac.com


Ansul Inc.   Ansul Inc.
Am Stand der Firma Ansul Inc. Demonstrierte Ed Smith einen neuen Simulator, mit dessen Hilfe der Umgang mit Feuerlöschern wirklichkeitsnah geübt werden kann. Über eine spezielle Elektronik ist der Original-Feuerlöscher mit der Brandsituation auf der Leinwand verbunden, sodass im "Trocken-Training" der Umgang mit Feuerlöschern hautnah trainiert werden kann.

www.ansul.com





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