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Gas aus dem Karbon

Seit Mitte Oktober bohrt die ExxonMobil GmbH aus Hannover vor den Toren der Stadt Vechta auf dem Oyther Berg nach Erdgas. Ziel des Bohrprojektes "Oythe Z3" ist die Formation des Karbon in ca. 4.400 m Tiefe. Hier wird förderfähiges Süßgas vermutet. Die Bohrung stellt dabei den Auftakt zu einem 30 Bohrungen umfassenden Investitionsprogramm dar. Mit diesen Bohrungen soll das Karbonfeld in Norddeutschland erschlossen werden. Die Bohrung in Oythe wird von der Firma KCA-Deutag mit Sitz in Bad Bentheim ausgeführt. Das Projekt wird ca. 20 Mio. € kosten. Die Arbeiten werden bis Mitte Februar andauern.

Wenn die Bohrung die Karbonschicht in ca. 4.400 m Tiefe erreicht hat, werden durch das sogenannte "Fracen" Fließwege für das Gas erzeugt. Hierbei wird ein Sand-Gelgemisch mit einem Druck von bis zu 1.500 bar in das Bohrloch gepresst. Dabei werden Risse im Gestein erzeugt, die sich mit Sand füllen. Diese Risse dienen als Fließweg für das Gas. Durch dieses neuartige Verfahren wird überhaupt die wirtschaftliche Förderung des Süßgases aus dem Karbon ermöglicht. Dieses Verfahren hat keine Auswirkung auf die Erdoberfläche.

Wenn das Projekt erfolgreich ist, wird auf dem Oyther Berg in Zukunft Süßgas gefördert. Bisher wird in Norddeutschland hauptsächlich sogenanntes Sauergas gefördert. Sauergas enthält Schwefelwasserstoff und muss aufwändig gereinigt werden, bevor es ins Gasnetz eingespeist werden kann. Süßgas muss lediglich getrocknet werden und kann dann direkt eingespeist werden.

Dipl.-Ing. Clemens Schütte, StBG

Pilotbohrung auf dem Oyther Berg
Pilotbohrung auf dem Oyther Berg





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