www.steine-und-erden.net > 2004 > Ausgabe 6/04 > Neustrukturierung des Geschäftsbereichs der Sektion II in Karlsruhe

[Die Industrie der Steine + Erden]






Neustrukturierung des Geschäftsbereichs der Sektion II in Karlsruhe

Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft ist seit ihrer Gründung im Jahre 1885 für weite Teile der Baustoffindustrie zuständig - früher im gesamten Gebiet des Deutschen Reiches, danach in der Bundesrepublik. Wegen der damaligen größeren räumlichen Ausdehnung des Zuständigkeitsbereichs gab es anfangs 10 "Sektionen", wie die Bezirksverwaltungen bei der Steinbruchs-BG traditionell genannt werden. Bereits im Jahre 1934 wurden jedoch die Sektionen in Mainz, Münster und Dresden aufgelöst. Dieser Beschluss - eine Parallele zur heutigen Zeit - erfolgte mit der Begründung, der Rückgang der Versichertenzahlen rechtfertige im Hinblick auf die Kosten die Aufrechterhaltung der bisherigen Strukturen nicht.
Die Hauptverwaltung hatte ihren Sitz von 1885 bis 1945 in Berlin. Während des Luftkriegs um die Hauptstadt wurden wesentliche Teile der Verwaltung in die Burg Kipfenberg im Altmühltal verlagert. Die Nachkriegssituation veranlasste schließlich viele Berufsgenossenschaften, ihren Sitz in das Gebiet der Bundesrepublik zu verlagern. So kam die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft 1951 nach Hannover. 45 Jahre später (1996) hat sie - bedingt durch Platzprobleme und die gewünschte Zusammenführung der Hauptverwaltung mit der Sektion IV - ihren heutigen Sitz im benachbarten Langenhagen gefunden.
Auf dem Gebiet der Bundesrepublik gab es seit den 50er Jahren nur noch vier Sektionen, und zwar in Nürnberg, Karlsruhe, Bonn und Hannover. Die räumliche Ausdehnung des Zuständigkeitsbereichs im Zuge der deutschen Einheit führte dann in den Jahren 1991/1992 wieder zur Errichtung von Sektionen an den alten Standorten Berlin und Dresden. Zu den rund 150.000 Versicherten in den alten Bundesländern kamen seinerzeit etwa 75.000 Versicherte aus dem Bereich der ehemaligen DDR hinzu. Die vier in Westdeutschland vorhandenen Sektionen hätten dieses gesteigerte Geschäftsvolumen nicht ohne weiteres bewältigen können. Zudem war es - ausgehend von der Betreuungsphilosophie der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft - wünschenswert, die neu aufgenommenen Mitgliedsunternehmen und deren Beschäftigte durch ortsnahe Verwaltungsstellen mit Sitz in den neuen Bundesländern zu betreuen.
Die Sektion in Berlin wurde jedoch bereits Mitte des Jahres 1998 wieder geschlossen und in eine Geschäftsstelle umgewandelt mit der Folge, dass die Mitarbeiter/-innen der Sachbearbeitung in Dresden nunmehr die Versicherten der Mitgliedsunternehmen mit Sitz in allen fünf neuen Ländern einschließlich Berlin (West) betreuen. Der Geschäftsbereich Prävention hat seinen Standort allerdings in Berlin behalten. Aktuell wird nun auch die kleinste Sektion - nämlich die in Karlsruhe - ebenfalls in eine Geschäftsstelle maßgeblich für den Geschäftsbereich Prävention umgewandelt, so dass es dann wieder vier Sektionen gibt.
Ausgehend von den Erwägungen der Hauptverwaltung, die Struktur der Sektionsverwaltungen wegen sich verändernder Versichertenzahlen, abnehmender Zahlen meldepflichtiger Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten zu überdenken, hatte der Vorstand der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft bereits am 13. November 2002 die Umwandlung der Sektion II in Karlsruhe in eine Geschäftsstelle beschlossen. Richtschnur für diese bereits frühzeitig erfolgte Beschlussfassung war es, einerseits auch zukünftig eine versichertennahe Betreuung zu gewährleisten, andererseits die notwendige Verlagerung der Aufgaben aus dem Bereich der medizinischen Rehabilitation und der Entschädigung so sozialverträglich wie nur möglich zu gestalten.
  • Künftig sind am Standort Karlsruhe nur noch der dort schon bisher angesiedelte Teil des Geschäftsbereichs Prävention, der Berufshelfer, der Betriebsarzt sowie der Sicherheitsingenieur und eine generelle Anlaufstelle untergebracht. Auch der gesonderte Rentenausschuss der Sektion II wird bis auf weiteres erhalten bleiben.
  • Die Bearbeitung im Bereich der medizinischen Rehabilitation sowie der Entschädigung wird vollständig auf die Sektion I nach Nürnberg sowie die Sektion III nach Bonn verlagert: Sektion I in Nürnberg wird zuständig für die Länder Bayern und Baden-Württemberg, Sektion III in Bonn wird zuständig für die Länder Nordrhein-Westfalen (ohne die Regierungsbezirke Münster und Detmold) Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland.
  • Mit dem Vollzug der Umstrukturierung zum 1. Januar 2005 wird die Sektion II aufgelöst; die am Standort Karlsruhe verbleibenden Aufgaben werden dann von der "Geschäftsstelle Karlsruhe" wahrgenommen.
Damit bleibt gewährleistet, dass denjenigen Beschäftigten, die für Unternehmen und Versicherte vor Ort beratend tätig werden, keine Erschwernis in der wirksamen Erbringung ihrer Leistungen durch längere Anfahrtswege entsteht. Dies gilt einerseits im Geschäftsbereich Prävention für die Technischen Aufsichtsbeamten, einen Arbeitsmediziner und einen Sicherheitsingenieur sowie andererseits für den Berufshelfer. Unterstützend werden in Karlsruhe vorübergehend noch einige wenige Mitarbeiter im Rahmen der Anlaufstelle tätig sein. Der "Innendienst" wird dagegen komplett in Nürnberg und Bonn geleistet. Die künftige "Geschäftsstelle Karlsruhe" verbleibt im Gebäude "Kriegsstraße 154", dem bisherigen Standort der Sektion II.
Die für den Geschäftsgang zwischen Mitgliedsunternehmen und Berufsgenossenschaft bedeutende Mitgliedsnummer konnte im Zuge der vorangegangenen Umstrukturierungen bisher weitestgehend beibehalten werden, so dass z. B. der Mitgliedsbereich der ehemaligen Sektion V in Berlin als bewährter Nummernkreis (5...) erhalten geblieben ist, obwohl die Bearbeitung zusammen mit dem Mitgliedsbereich der Sektion VI (6...) einheitlich von Dresden aus erfolgt. Weil die Betreuung des ursprünglichen Bereichs der Sektion II nunmehr zweigeteilt von Nürnberg und Bonn aus wahrgenommen werden soll, ist leider auch der bewährte Nummernkreis (2...) aufzubrechen. Diejenigen Mitgliedsunternehmen, welche hinsichtlich der medizinischen Rehabilitation sowie Entschädigung zukünftig von Bonn aus betreut werden, erhalten eine neue Mitgliedsnummer, die dem Gebietskreis der Sektion III entspricht (3...). Für den Großteil der Unternehmen (aus dem Land Baden-Württemberg), der zukünftig von Nürnberg aus betreut wird, kann die bekannte Mitgliedsnummer (2...) beibehalten werden.
Die betroffenen Mitgliedsunternehmen erhalten noch in diesem Jahr gesonderte Mitteilung über die individuell zutreffenden Neuerungen. Die neue Gebietsstruktur der Sektionsaufteilung ist im Überblick noch einmal der folgenden Grafik zu entnehmen; die Satzungsänderung betreffend die Sektionsstrukturen (§5 Sektionen) ist hier nachzulesen.

Dr. Andreas Ostertag, StBG

Die Sektionen der StBG





Inhaltsverzeichnis Ausgabe 6/04 | Zurück zu unserer Homepage