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[Die Industrie der Steine + Erden]






Staubbekämpfung an Siebmaschinen

Kontakt: Kontakt: Quarzwerke GmbH, D-50226 Frechen
Klaus Kleinemeier, Tel.: (0 22 34) 10 15 03




Problem
Die Staubbekämpfung in einem Quarzwerk ist eine tägliche Herausforderung. Funktionsfähige Absaugeinrichtungen an den unterschiedlichsten Aufbereitungskomponenten und den dazwischen geschalteten Fördereinrichtungen sind Stand der Technik und gewährleisten weitestgehend gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen. So gibt es auch für Siebmaschinen wirkungsvolle Entstaubungslösungen. Problematisch hingegen ist häufig die Integration der Siebmaschine in den Produktionsprozess. Meistens werden für die Übergänge von der festen Konstruktion zur schwingenden Siebmaschine Manschetten eingesetzt. Die Manschetten, hergestellt aus Neopren, Kautschuk oder Gummi, sind potentielle Verschleißteile. Aufgrund der Schwingbewegung der Siebmaschinenkombination mit dem schleißenden Quarzsand waren im vorliegenden Fall die Manschetten nach nur wenigen Betriebsstunden durchgeschlissen und Quarzsand rieselte in großen Mengen aus drei Meter Höhe in den offenen Keller. Eingebaute Ersatzmanschetten waren ebenfalls nach wenigen Stunden zerstört. Der Anlagenstillstand für die Reparatur pro Manschetten betrug ca. eine Stunde. Die Reinigung des Kellers dauerte ca. zwei Stunden und musste, durch die hohe Belastung der Atemluft mit quarzhaltigem Feinstaub, unter Atemschutzmasken durchgeführt werden.



Praxislösung
In einem Quarzwerk wurde eine konstruktive Lösung gefunden, bei der auf den Einsatz von Manschetten im Übergangsbereich verzichtet werden kann. Die Übergabe und der Aufgabetrichter der Siebmaschine bzw. der Förderorgane wurden entsprechend den Siebbewegungen der Maschine umkonstruiert. So wurden die Siebgutübergangsfläche der Zuführschnecke kleiner und der Aufnahmetrichter größer als die Ellipsenbahn der rotierenden Siebmaschine gebaut. Damit ist gewährleistet, dass beim Eintritt des Siebgutes in die Siebmaschine das Produkt nicht neben den Aufnahmetrichter der Maschine fällt. Die Manschetten wurden entfernt und ersetzt durch über drei Gewindespindeln einstellbare Flansche. Der Spalt zwischen dem festen Anlagenkörper und der schwingenden Siebmaschine beträgt ca. 5 mm. Während des Betriebes sorgt die Absaugung der Siebmaschine dafür, dass Luft von außen durch den Spalt zwischen den Flanschen in die Maschine gezogen wird, mit der Folge, dass kein Staub mehr austreten kann. Wegen einer möglichen Abschergefahr der Finger wurde der Übergangsbereich mit einer mittels Werkzeug leicht demontierbaren Schutzverkleidung eingehaust.



Die Siebaufgabe
Die Siebaufgabe


Die Skizze zeigt den Luftstrom an der Absaugung
Die Skizze zeigt den Luftstrom an der Absaugung



Erfahrung
Mit der hier vorgestellten konstruktiven Lösung wurde ein berührungsloser Übergang für alle Siebmaschinen entwickelt. Ein Austritt von Quarzsand durch mögliche defekte Manschetten wird so wirkungsvoll verhindert. Die Stillstandzeiten der kompletten Trockenanlagen oder je nach Anwendungsfall für andere Prozesse aufgrund des Manschettenwechsels sind nicht mehr notwendig. Auch wird der Reinigungsaufwand durch herabfallendes Rieselgut vermieden. Darüber hinaus gestaltet sich der Siebbelagwechsel jetzt einfacher, da aufwändige Demontagearbeiten am Siebdeckel zur Demontage der Manschetten entfallen.







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