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Muntermacher macht nicht wacher: Koffein ist ein schlechter Fahrassistent

Ob heißer Kaffee oder erfrischender Koffeindrink, wer tagsüber müde wird, greift gerne zu einem kleinen, aromatischen Muntermacher. Und meist wirkt er - zumindest kurzfristig: Koffein regt das zentrale Nervensystem an, das den Wechsel zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen steuert. Das Koffein hemmt die für Entspannung verantwortliche Substanz Adenosin und verlängert somit die Aktivitätsphase in den Nervenzellen. Der natürliche Impuls nach Ruhe bleibt zunächst aus. Diese Wirkung hält jedoch nicht lange an. Hinzukommt, dass sich der Körper mit der Zeit an das Koffein gewöhnt und sich der anregende Effekt dadurch abschwächt.
Kaffee ist das unangefochtene Lieblingsgetränk der Deutschen. Im Schnitt trank jeder Deutsche im Jahr 2001 159,2 Liter Kaffee bzw. Kaffeegetränke. Das entspricht rund 23 Prozent des jährlichen Getränkekonsums. Doch Koffein gibt es längst nicht mehr nur in der herkömmlichen schwarz-gebrühten Form: Trendgetränke sind beispielsweise mit Koffein versetzte Mineralwasser, Energy Drinks und eisgekühlte Kaffeespezialitäten aus der Dose.
Gerade die Werbung für diese koffeinhaltigen Durstlöscher rät müden Autofahrern immer wieder, an der Tankstelle auch sich selbst "aufzutanken". Doch selbst wenn das Koffein zunächst eine belebende Wirkung erzielt, ist es für übermüdete Fahrer höchst gefährlich. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft raten davon ab, sich am Steuer mit Koffein wach halten zu wollen. Ohne Vorwarnung lässt die Wirkung nämlich bald wieder nach. Und dann folgt ein sehr gefährliches Leistungstief. Wer sich mit Koffein und ähnlichen Wirkstoffen am Steuer wach hält, fühlt sich sicher und überschätzt schnell seine eigene Leistungsfähigkeit. Bevor sie merken, wie k.o. sie sind, kann es für übermüdete Fahrer schon zu spät sein.




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