www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 6/03 > Kennzeichnung von Freischaltungsbereichen

[Die Industrie der Steine + Erden]






Kennzeichnung von Freischaltungsbereichen

Kontakt: Lafarge Gips GmbH, Werk Lippendorf, 04564 Böhlen
Grit Maurer, Tel.: (03 42 06) 75-100




Problem
In vielen Unternehmen der Baustoff-Industrie werden die Produkte auf hochkomplexen, verketteten Produktionsanlagen hergestellt. Diese vollautomatisch laufenden Anlagen sind zur Bereichssicherung mit großzügig angelegten Umzäunungen versehen. Sie sollen sicherstellen, dass nur befugte Mitarbeiter über spezielle Zugänge die Produktionsanlagen betreten dürfen. Bei diesen Zugängen handelt es sich in aller Regel um elektrisch verriegelte Türen, die die entsprechenden Maschinen- und Anlagenteile stillsetzen. Aufgrund der Komplexität dieser Anlagen ist es allerdings den Mitarbeitern oftmals nicht eindeutig klar, welche Anlagenteile im Einzelnen nach Auslösen der Sicherheitseinrichtung stillgesetzt werden und welche nur aufgrund der Produktionsunterbrechung in einem Ruhezustand verharren. So kommt es immer wieder vor, dass Mitarbeiter z. B. im Eifer der Störungsbeseitigung nicht abgeschaltete Anlagenbereiche betreten und z. B. nach Auslösen von Produktionslichtschranken gefahrbringende Bewegungen von Maschinen- und Anlagenteilen auslösen. Schwere ja sogar tödliche Verletzungen sind dann die Folge.


Praxislösung
In einem Unternehmen der Gips-Industrie hat man sich dieses Problems angenommen. Dort werden auf großflächig angeordneten, automatisch arbeitenden und miteinander verketteten Produktionsanlagen Gipskartonplatten hergestellt. Im Rahmen der regelmäßigen Unterweisungen wurden immer wieder Diskussionen darüber geführt, welche Maschinen- und Anlagenteile nach Durchschreiten von Sicherheitstüren tatsächlich abgeschaltet sind und damit sicher begangen werden können. Daraufhin hat sich das Unternehmen dazu entschlossen, alle Türen mit elektrischer Verriegelung in der Produktionsanlage mit sogenannten NOT-AUS-Übersichtsplänen auszurüsten. An diesen unmittelbar auf den Türen angebrachten Plänen sind die freigeschalteten Bereichen farbig eindeutig gekennzeichnet. Darüber hinaus sind alle Warnleuchten mit Notleine, Sicherheitsschalter, Notausschalter, Hauptschalter, Bereichsschalter und Türen mit Sicherheitsschloss dargestellt. Nach dem Durchschreiten der Sicherheitstüren ist Spannungsfreiheit in dem jeweiligen Bereich hergestellt und die Druckluft unterbrochen. Die Mitarbeiter können sich bei Auftreten einer Störung unmittelbar vor dem Durchschreiten einer entsprechend gesicherten Zugangstür auf einem übersichtlich gestalteten Plan über die dann stillgesetzten Anlagenteile informieren.


NOT-AUS-Übersichtsplan
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Umzäunung



Erfahrung
Im Unternehmen wurde diese Maßnahme eingebettet in die regelmäßigen Unterweisungen. Darin wird das gesamte Sicherheitskonzept sowie die Freischaltordnung der Anlagen behandelt. Darüber hinaus wird auf das "Lesen" der Übersichtspläne ausführlich eingegangen. Von den Mitarbeitern wird die grafische Darstellung der freigeschalteten Bereiche an den Zugangstüren ausdrücklich begrüßt. Schließlich kann man sich damit schnell und umfassend über den Betriebsstatus einer Anlage informieren, getreu dem Motto: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.






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