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[Die Industrie der Steine + Erden]






A+A in Düsseldorf: 10 Prozent Besucher-Plus

Mit einem kräftigen Besucher-Plus von über 10 Prozent endete nach vier Tagen die A+A 2003 in Düsseldorf und hat damit als die international führende Messe- und Kongressveranstaltung für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit die Bedeutung von präventivem Handeln eindrucksvoll unterstrichen. 53.600 Fachbesucher (2001: 48.000) informierten sich über die neuesten Trends für die Bereiche des betrieblichen Gesundheits- und Sicherheitsmanagements. Der A+A-Kongress zählte rund 6.000 Teilnehmer und setzte dabei ebenso positive wie deutliche Signale: "Prävention ist Teil der Wertschöpfung, der Erfolg von Maßnahmen des betrieblichen Gesundheits- und Sicherheitsmanagements ist messbar und die Sicherung und Verbesserung der Qualität der Arbeit wird immer mehr zu einer Schlüsselgröße in den Unternehmen," bringt Bruno Zwingmann, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit e. V., die Kernaussagen der A+A 2003 auf den Punkt.
Dass die A+A Gradmesser für Safety- und Security-Trends gerade auch in Bezug auf neue Märkte in Europa ist, zeigt der internationale Zuspruch der Besucher. Jeder Fünfte reiste von einem anderen Land aus an den Rhein und die Zahl der Besucher aus den neuen EU-Mitgliedsländern sowie den EU-Anwärterstaaten hat sich gegenüber der Vorveranstaltung verdoppelt.


Fachbesucher
54.000 Fachbesucher zählte der
Veranstalter auf der A+A 2003


"Die A+A hat unserer dynamischen Branche einen weiteren Push gegeben. Unsere Kunden haben die Zeichen der Zeit erkannt. Sie investieren in den Schutz ihrer Mitarbeiter und ihres Kapitals. Dabei setzen sie auf Qualität, die wir Aussteller ihnen in Form innovativer und langlebiger Produkte bieten können," fasst Gerd Zeisler, Vorsitzender des Messebeirates der A+A 2003 und Geschäftsleiter der Dräger Safety AG & Co. KGaA, die gute Stimmung der Anbieter in den Hallen zusammen. Immerhin konnte er von Wachstumsraten zwischen drei und acht (!) Prozent aus seiner Branche berichten.
Die fachliche Diskussion angeregt hatte bereits die A+A Eröffnung in der CCD Stadthalle. Wolfgang Clement, Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft, begrüßte das Motto des A+A-Kongresses. Der Titel "Neue Qualität der Arbeit - menschengerecht und wirtschaftlich" mache deutlich, welche Bedeutung die Arbeitsplatzqualität für die Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter habe.



Ausstellung
Halle 9: Die Ausstellung "Best practice"
der StBG im Vordergrund




Trendbarometer A+A - Produktneuheiten in allen Bereichen

1.300 Aussteller aus 50 Nationen präsentierten unterdessen im Rahmen der A+A-Fachmesse die gesamte Bandbreite an Produkten und Services für den persönlichen Schutz und störungsfreie Betriebsabläufe - vom einfachen Ohrstöpsel bis hin zu komplexen, elektronischen Sicherheitssystemen. Bei einem Messerundgang konnte sich jeder von den zum Teil markanten Entwicklungssprüngen in den einzelnen Angebotsbereichen überzeugen.
So ist die Entwicklung in Bezug auf Schutzausrüstungen verstärkt von einer ganzheitlichen Betrachtungsweise geprägt. Nicht die Summe der einzelnen Schutzartikel bringt das Optimum an Sicherheit, sondern die Kombination von verschiedenen aufeinander abgestimmten Ausrüstungsbestandteilen. Hersteller gehen zunehmend Kooperationen ein und stimmen unter Einbringung ihrer jeweiligen Kernkompetenzen die Produktentwicklung aufeinander ab. Beispiel dafür sind etwa neuartige Kopfschutz-Atemsysteme, die auf der A+A speziell für den Feuerwehr-Einsatz vorgestellt wurden. Dabei verschmelzen Helm und Maske zu einer Einheit. Es ist nicht länger erforderlich, den Helm abzulegen, um die Atemschutzmaske über den Kopf zu ziehen. Darüber hinaus steht eine Vielzahl unterschiedlicher Kommunikationseinheiten von verschiedenen Herstellern zur Verfügung - passgenau zur Befestigung an Kopfschutz und Kleidung.
Systemorientiertes Handeln bestimmt auch den Trend im Angebotsbereich der Corporate Fashion/ Corporate Wear. Was der Träger von seiner Freizeit- und Sportkleidung her kennt, möchte er auch im dienstlichen Einsatz nicht mehr missen - Kleidung, die von der Unterwäsche bis zur Jacke in ihrer Funktions- und Wirkweise aufeinander abgestimmt ist. Dieses gilt vor allem, wenn im beruflichen Einsatz sich extreme Belastungsspitzen mit entsprechender Schweißproduktion und Ruhephasen mit Auskühlungsgefahr häufig abwechseln, zum Beispiel bei Kleidung für Müllwerker. Hightech-Textilien sorgen hierbei für ein Höchstmaß an Tragekomfort und Schutzfunktion. Sie nehmen den Schweiß von der Haut, halten so trocken und sind dazu Wind und Wasser abweisend.
Dazu ist Berufsbekleidung, das hat die A+A-Modenschau in Halle 4 eindrucksvoll bestätigt, heutzutage sehr attraktiv gestaltet. Der optische Anreiz steigert die Trageakzeptanz erheblich.
Ein wichtiger Aspekt, denn nach wie vor gilt als teuerste Schutzbekleidung die, die nicht getragen wird. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch immer wichtiger sind eine lange Haltedauer sowie ein unproblematisches Reinigungsverhalten.


Schutzausrüstung
Zahlreiche Innovationen zu Arbeitssicherheit
und Gesundheitsschutz wurden auf der weltgrößten
Spezial-Fachmesse präsentiert





Brandschutz und betriebliche Sicherheit

Vorbeugender Brandschutz und sicheres Agieren im "Falle des Falles" sind darüber hinaus "Dauerbrenner"-Themen hinsichtlich der kollektiven, betrieblichen Sicherheit. Mit besonderer Aufmerksamkeit wurden deshalb vom Fachpublikum die Übungen des Werksfeuerwehrverbandes WFV in Halle 6 verfolgt.
Produktbezogen geht es im Wesentlichen um zwei Aufgabenstellungen: Menschen müssen sicher aus dem Gebäude herauskommen, Rettungs- und Löschkräfte ungehindert hineingehen können. Dafür stehen zahlreiche Komponenten zur Verfügung: Von sicheren Abtrennungen über rauchdicht schließende Türen bis hin zu Weg weisenden Fluchtleitsystemen. Mittlerweile bietet die Industrie dazu sogar Leuchtpigmente an, die selbst in Betonoberflächen dauerhaft für ausreichend Leuchtkraft zur Wegemarkierung sorgen.
Und dass es nicht immer Hightech sein muss, um im Betrieb auf der sicheren Seite zu sein, bewies auf der A+A 2003 der dänische Erfinder Gunni Jensen: Er präsentierte eine Gleitschiene, an der sich im Brandfall Menschen entlang der Hochhaus-Außenwand dem Boden entgegen gleiten lassen können. Die Idee dazu war ihm beim Betrachten einer Gardinenstange gekommen.




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