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[Die Industrie der Steine + Erden]






Steinexpo als Forum optimal genutzt

Steinbruchs-BG präsentierte Querschnitt ihrer Präventionsangebote


Das Ladungssicherungsmodell am Messestand der StBG war ständig umlagert von Steinexpo-BesuchernUnter dem Motto "Back to the roots" präsentierte sich die 5. internationale Demonstrationsmesse in Europas größtem Basaltsteinbruch in Homberg/Nieder-Ofleiden. "Back" deshalb, so erklärte Messeleiter Dr. Friedhelm Rese bei der Eröffnungszeremonie, weil die alle drei Jahre stattfindende Ausstellung nach einem "kurzen, nicht erfolgreichen Intermezzo" in Wülfrath nach sechs Jahren dorthin zurückgekehrt sei, wo sie erdacht wurde. Vom 4. - 7. September 2002 wurden insgesamt 32.000 Besucher gezählt, nach eher vorsichtigen Erwartungen ein Achtungserfolg.
Doch bevor diese Großausstellung richtig begann, musste auf dem Betriebsgelände der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie GmbH (MHI), einem Mitgliedsbetrieb der Steinbruchs-BG, eine Menge Vorleistung erbracht werden. So wurden für die notwendige Infrastruktur rund 6000 t Schotter auf den Wegen und Ausstellungsflächen verarbeitet und etwa 3,5 km Zäune an den Absturzkanten gezogen.
Insgesamt waren an der Steinexpo 2002 mehr als 180 Aussteller aus dem In- und Ausland auf rund 30.000 m2 Ausstellungsfläche beteiligt. Im Messepavillon 1 präsentierte die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft eine vielfältige Themenpalette. Mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) fand sich wieder ein fachkundiger Standpartner. Die Moderation des gemeinsamen Auftrittes übernahm Rudolf Kremer vom Belgischen Rundfunk. Er führte während der vier Messetage mit großer Routine und seiner gekonnten Art und Weise durch das abwechslungsreiche Programm.



Erst sichern, dann fahren

Das interaktive Modell zum Thema "Ladungssicherung" erwies sich ein weiteres Mal als Publikumsmagnet. Extra zur Steinexpo war das Modell auf die Bedürfnisse der Besucher abgestimmt worden, indem die Problematik "Überladung von Fahrzeugen" im Hinblick auf den Transport von Schüttgütern in das Aktionsspiel integriert wurde. Dabei wurde auch hier wieder deutlich: Es passieren unzählige schwere Unfälle, weil immer noch die falsche Ansicht vorherrscht, dass schwere Lasten nicht besonders gegen Verrutschen gesichert werden müssten. Stattdessen sind eine ausreichende Sicherung durch geeignete Zurrgurte - die eventuell durch den Einsatz von Anti-Rutschmatten unterstützt wird - und die Beachtung der Gewichtsgrenze des Lkw bei jedem Ladegut ein Muss! Es gilt: Immer erst sichern, nicht überladen und dann erst losfahren.
"Die Zukunft wird von Menschen gemacht!" Unter diesem Gesichtspunkt wurde auf die Förderpreiskampagne "Arbeit - Sicherheit - Gesundheit" der Steinbruchs-BG hingewiesen. Besonders erwähnenswert: In diesem Jahr beteiligt sich erstmalig die Bergbau-BG an diesem Innovationswettbewerb, wodurch jetzt ein Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung steht. Viele Anmeldeformulare wurden verteilt und lassen auf eine rege Beteiligung bis zum Ende des Jahres hoffen. Abgerundet wurde diese Präsentation durch einen Auszug aus der Ausstellung "Best-Practice", in der Videobeiträge mit Ideen aus fünf Jahren Förderpreis gezeigt wurden.



Arbeitssicherheit optimal organisieren

Eine praktische Handlungs- und Organisationshilfe für die Umsetzung und Durchführung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Mitgliedsbetrieben bietet "Sicher mit System"' (SmS), denn die Ursachen von Arbeitsunfällen sind in der heutigen Zeit nur noch ganz selten allein auf technische Mängel zurückzuführen. Vielmehr spielt das Verhalten der Menschen eine immer größere Rolle. Unternehmer, Betriebsleiter und Meister können SmS sofort nutzen und ohne Vorbereitung in die jeweilige Aufgabe einsteigen. Erstmals wurde auf der Steinexpo die CD-Version "sms.digital" vorgestellt. Bei der Umsetzung dieser elektronischen Variante wurde großen Wert auf schnellen Zugriff und gute Verständlichkeit gelegt. Als Erweiterung des SmS-Konzeptes dient die Zertifizierung und Vergabe eines Gütesiegels der StBG "Sicher mit System". Die Beteiligung an diesem Verfahren ist freiwillig und kostenlos.
Last but not least wurde am StBG-Stand die neue Arbeitsschutzkleidung präsentiert, die gemeinsam mit der Fachhochschule Hannover, Bereich "Design und Medien" entwickelt wurde und ab sofort bestellt werden kann. Angeboten wird eine Outdoor-Jacke wahlweise mit einem Arbeitsanzug oder alternativ mit einer Latz- bzw. Bundhose.



Die Folgen einer Lärmschädigung

Auf dem Freigelände der Steinexpo stellte die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft das Thema "Lärm" in den Mittelpunkt. Im Container der "Erlebnisweit éHören'" hatten die Besucher zunächst die Möglichkeit, an Hand von eingespielten Videosequenzen zu testen, ob sie richtig einschätzen können, wie lange man sein Gehör verschiedenen Lärmquellen ohne Gehörschutz aussetzen darf, ohne Schaden zu erleiden. Die Folgen solcher Schäden simulierte ein weiteres Exponat; hier wird demonstriert, wie isoliert Menschen mit einer Hörschädigung in ihrer Umwelt sind. Dabei wurden Mittel und Wege aufgezeigt, wie man sich selber schützen kann und wie man durch richtige Materialauswahl die Entstehung von Lärm bereits an der Quelle vermeiden kann.
Das Audiomobil der StBG wurde ebenfalls stark frequentiert und zeigte so manchem Messebesucher, wie gut oder schlecht sein Hörvermögen noch ist. Ergänzt wurde diese kostenlose Untersuchung durch einen Sehtest. Fachkompetente Beratung und Hilfe durch Arbeitsmediziner rundete diese Präsentation ab.
Schließlich wurde "Sicherheitstechnik zum Anfassen" am Beispiel einer Montageeinrichtung zum Wechsel von Großrädern vorgeführt. Dieses Radwechselgerät wurde bei der Firma Dyckerhoff Zement GmbH entwickelt und gebaut. Es erhielt beim Förderpreis Arbeit - Sicherheit - Gesundheit der StBG in der Kategorie Sicherheitstechnik den 1. Preis: Der Raddurchmesser von Erdbaumaschinen beträgt bis zu drei Meter - das Radgewicht liegt bei etwa 2 t. Aufgrund dieser Dimensionen war ein Radwechsel bisher sehr zeit- und personalaufwändig und mit erheblichen Unfallrisiken verbunden. Seit der ersten Idee wurde die Montageeinrichtung so optimiert, dass heute Großräder an Erdbaumaschinen in allen betrieblichen Situationen wirtschaftlich und vor allem sicher gewechselt werden können.


Ausblick

Während der Steinexpo 2002 hat sich gezeigt, dass Demonstrations-Messen, bei denen die Leistungsfähigkeit von Maschinen direkt unter Beweis gestellt wird, ein Konzept mit Zukunft sind.
Zu bedauern ist deshalb, dass diese Art der Präsentation von einigen Fachverbänden und großen Herstellern boykottiert wurde. Ungeachtet dessen waren alle Beteiligten - Messeleitung, Aussteller und Besucher - überaus zufrieden und kündigten eine Fortsetzung der Messe vom 7. bis 10. September 2005 am gleichen Ort an. Dann heißt es wohl nicht mehr "Back to the roots" sondern hoffentlich "Let's go together to the future".

Dipl.-Ing. Alwin Königsmann, StBG


  Die StBG im Freigelände: links der Container der Erlebniswelt "Hören", in der Mitte das Audiomobil und rechts das Reifenwechselgerät   Ausstellungsgelände der Steinexpo 2002   Karl-Heinz Hegenbart, StBG, erläutert die Problematik bei der Ladungssicherung  
  Die StBG im Freigelände: links der Container der Erlebniswelt "Hören", in der Mitte das Audiomobil und rechts das Reifenwechselgerät
  Ausstellungsgelände der Steinexpo 2002
  Karl-Heinz Hegenbart, StBG, erläutert die Problematik bei der Ladungssicherung
 




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