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54 Prozent weniger Unfälle bei der Readymix-Baustoffgruppe

Sicherheit hat einen Namen: Erich Tesch


Seit 25 Jahren ist Erich Tesch als Sicherheitsexperte für den Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Readymix AG zuständig. Bevor er in den Ruhestand wechselt, skizzierte er für die Redaktion die Grundzüge erfolgreicher Sicherheitsarbeit:
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wurde bei Readymix stets als eine Herausforderung betrachtet. Seitdem 1955 in Düsseldorf die erste Transportbetonanlage in Betrieb ging, war auch der Arbeitsschutz selbstverständlich integriert. Mit der Expansion in den 60er und 70er Jahren und der Errichtung neuer Produktionsstätten in den Sparten Transportbeton, Kies-Sand-Splitt und Zement wurde 1974 durch Vorstandsbeschluss das Referat Arbeitssicherheit geschaffen und die Arbeit systematisiert. Oberstes Ziel war, durch kontinuierliche Sicherheitsarbeit die Mitarbeiter vor Unfallgefahren zu schützen. Die Sicherheitsfachkräfte wurden von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft ausgebildet, bevor sie eine hauptamtliche Tätigkeit in der Readymix-Baustoffgruppe aufnahmen. Basis ihres Tätigkeitsfeldes bildete das seinerzeit in Kraft getretene Arbeitssicherheitsgesetz. Nun erfolgte regelmäßig die Begehung aller Produktionsstätten, um sicherheitstechnische Mängel aufzuspüren und zu beseitigen.
1978 erfasste man erstmals das Unfallgeschehen der gesamten Readymix-Baustoffgruppe zentral und veröffentlichte die Ergebnisse in Form eines Jahresberichtes. Die Unfallhäufigkeit (Arbeitsunfälle bezogen auf 1 Million Arbeitsstunden) betrug damals 48,8 Arbeitsunfälle. Die Unfallhäufigkeit des Jahres 2001 mit 22,4 Arbeitsunfällen zeigt, dass ein kontinuierlicher Rückgang im Unfallgeschehen der Readymix-Baustoffgruppe erfolgte. Absolut erreichte man bis zum Jahr 2001 einen Rückgang im Unfallgeschehen von 54,1 Prozent.



Maschinenschutz: Mehr Tun als vorgeschrieben

Bei Betriebsstättenbegehungen kümmerten sich die Sicherheitsfachkräfte neben allgemeiner sicherheitstechnischer Beratung ausdrücklich um den Maschinenschutz. Mit dem Ergebnis, dass heute weniger als zwei Prozent des gesamten Unfallgeschehens in der Readymix-Baustoffgruppe an Maschinen und Geräten verursacht werden.
Als Beispiel sei hier eine Betonrecyclinganlage angeführt, an der (außer den durch Vorschriften geforderten Maßnahmen) zusätzlich sämtliche Klappen und Verdeckungen an drehenden Teilen durch Sicherheitsgrenztaster abgesichert wurden, obwohl diese fest verschraubt sind. Grund dieser Maßnahmen war der Intervallbetrieb dieser Geräte, die während der Stillstandsphase, zumindest für nicht absolut eingeweihte Personen, Sicherheit vortäuschten - aber nach dem Verstummen einer Anlaufwarneinrichtung plötzlich wieder in Betrieb gingen. Um ein Fehlverhalten bei Wartungs- oder Reparaturarbeiten durch nicht allpolige Trennung der Hauptschalter auszuschließen, wurde diese Maßnahme zusätzlich gewählt. Aus Fachkreisen wusste man nämlich, dass sich im Umgang speziell mit diesen Maschinen in der Vergangenheit verhängnisvolle Unfälle ereignet hatten.



Erfahrungsaustausch verbessert Unfallbilanz

Die Sicherheitsfachkräfte der Readymix-Baustoffgruppe überwachen alle Produktionsbereiche. Sie arbeiten auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes eng zusammen, tauschen ihre Erfahrungen aus und vertiefen ihren Kenntnisstand. Das Wissen um bestmöglichen Arbeitsschutz muss auf gleichen Niveau bleiben, dafür sorgen regelmäßige Fachtagungen. Themen dieser Veranstaltungen sind Unfallanalysen mit den entsprechenden Unfallverhütungsmaßnahmen, Gesetze und Verordnungen mit deren Handhabung, sowie Arbeitsschutzstrategien für die Baustoffgruppe.
Da die Readymix-Gruppe in mehr als 25 Ländern der Erde tätig ist, wird auch von der englischen Muttergesellschaft der RMC Group p.I.c. diese Sicherheitsarbeit voll unterstützt. Dreimal im Jahr treffen die leitenden Sicherheitsfachkräfte der Länder zu einem Erfahrungsaustausch zusammen. Ihr Ziel ist ein einheitlicher Sicherheitsstandard in allen Ländern, unabhängig von nationalen Vorschriften. Deren gemeinsam erarbeitete Maßnahmen führten u.a. zu einer Reduzierung im Unfallgeschehen der Readymix-Gruppe weltweit.
Selbstverständlich nutzt das Unternehmen auch im Bereich Arbeitsschutz den Fortschritt der Technik und setzt das Internet und das Intranet wirkungsvoll ein. Über diese Medien werden die Führungskräfte in den Gesellschaften der Readymix-Baustoffgruppe sofort über die neuesten sicherheitstechnischen Maßnahmen informiert. Dieses Verfahren garantiert eine schnelle, aber auch länderübergreifende Umsetzung der Sicherheitsthemen.
1988 stiftete der Vorstand der Readymix AG einen Sicherheitspreis. Er wird jedes Jahr jener Readymix-Gesellschaft verliehen, die sich auszeichnet, indem keine Unfälle passieren und Maschinen und Geräte bezüglich Sicherheit, Sauberkeit, Ordnung besonders positiv auffielen. Auf Vorschlag der Sicherheitsfachkräfte entscheidet eine Jury, bestehend aus Vorstandsmitgliedern, Geschäftsführern, Betriebsrat und Mitarbeitern über die Vergabe des Preises. Die Mitarbeiter der erfolgreichen Gesellschaft erhalten in einer kleinen Feierstunde ein Präsent sowie die Sicherheitsurkunde zur Erinnerung.
Die erfolgreiche Sicherheitsarbeit hat bisher gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch wir sind jederzeit bereit, auch neue Wege im Arbeitsschutz zu gehen, wenn wir darin einen noch größeren Erfolg sehen. Die Unterstützung unserer Unternehmensleitung ist uns dabei gewiss.

  Sicherheitsüberprüfung im Readymix-Kieswerk Vorst am Niederrhein   1998 wurde der Readymix-Sicherheitspokal an die Mannschaft des Zementwerkes Rüdersdorf verliehen. Mitte: Readymix Vorstandsvorsitzender Jürgen Himstedt, links im Bild der Sicherheitsfachkraft Erich Tesch  
  Sicherheitsüberprüfung im Readymix-Kieswerk Vorst am Niederrhein
  1998 wurde der Readymix-Sicherheitspokal an die Mannschaft des Zementwerkes Rüdersdorf verliehen. Mitte: Readymix Vorstandsvorsitzender Jürgen Himstedt, links im Bild der Sicherheitsfachkraft Erich Tesch
 




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