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[Die Industrie der Steine + Erden]






Innovativer Arbeitstisch für Steinmetze

Kontakt: J. König GmbH & Co., D-76227 Karlsruhe-Durlach
Dipl.-Ing. Martin Stoll, Tel.: (07 21) 4 09 05 - 0




Problem
Es gibt Dinge, die "schon immer so sind" und niemand hat bemerkt, dass sie eigentlich nicht gut oder nicht optimal waren. Wenn man sich dann mit der Materie befasst, stellt man sehr schnell fest, dass in manchen Fällen gar nicht viel Aufwand betrieben werden muss, um ein Optimum zu erreichen.
Die Rede ist hier von dem allseits bekannten und in fast jeder Steinmetzwerkstatt vorhandenen fahrbaren Arbeitsdrehtisch. Von welchem Hersteller auch immer, sie haben alle eines gemeinsam: sie stehen auf je zwei Bock- und Lenkrollen. Letztere schwenken um die vertikale Drehachse, um das Lenken zu ermöglichen. Das geschieht im Nachlauf um die vertikale Drehachse. Dieser Nachlauf beträgt bei der üblichen Radgröße von 200 mm rund 6 cm.
Da der über den Rädern befindliche geschweißte Stahlunterbau des Tisches quadratisch, also symmetrisch ausgeführt ist, ergibt sich bei der Fahrt, wegen der besseren Lenkbarkeit mit den Lenkrollen voraus, eine Verkürzung des Abstands vom Bodenaufstand der vorderen Lenkrollen zur Mittelachse und damit zur Schwerpunktvertikalen des Tisches. Wenn nun der Tisch mit einem Werkstück beladen ist, bei dem der Schwerpunkt ziemlich hoch liegt, besteht während der Fahrt eine erhöhte Kippgefahr, besonders wenn z. B. ein Stein, ein Splitter oder eine kleine Schwelle zu überfahren ist. Auch beim Befahren von Rampen mit relativ geringem Gefälle kann es sehr schnell zu einem Kippen des Arbeitstisches kommen.



Praxislösung
Ein neuentwickelter fahrbarer Drehtisch, der unter dem Namen "Asymetrix" angeboten wird, vermeidet diese Nachteile. Wie der Name schon andeutet, ist der Unterbau asymmetrisch ausgelegt, und zwar so, dass die Lenkrollen, egal in welcher Stellung sie sich befinden, am Bodenaufstandspunkt mindestens den gleichen oder aber einen größeren Abstand zur Mittelachse, d. h. zur Schwerpunktvertikalen des Tisches haben. Dadurch wird die Kippsicherheit deutlich verbessert. Der Vorteil ergibt sich sowohl bei der Rückwärts- als auch bei der Kurvenfahrt. Vor allem bei enger Kurvenfahrt war bei der alten Ausführung die Kippgefahr besonders groß, weil die Abstützung in diesem Fall nur über die kurveninnere Lenkrolle stattfindet.
Die Zeichnungen machen die Unterschiede deutlich. Der Abstand der Bockrollen bis zur Mittelachse des Tisches beträgt 24 cm, der der Lenkrollen nur 18 cm. Beim "Asymetrix" ist der Abstand in allen Richtungen und Radstellungen gleich oder größer als 24 cm.



Rampenfahrt des Bildhauer-Drehblocks
Rampenfahrt des Bildhauer-Drehblocks


Grundriss eines herkömmlichen Tisches
Grundriss eines herkömmlichen Tisches


Grundriss des "Asymetrix"
Grundriss des "Asymetrix"


Gleicher Abstand der Bodenaufstandspunkte zur Schwerpunktsenkrechten
Gleicher Abstand der
Bodenaufstandspunkte zur Schwerpunktsenkrechten




Erfahrung
Beim Einsatz dieser Neuentwicklung wird die Kippgefahr von verfahrbaren Steinmetzarbeitstischen insbesondere auch bei enger Kurvenfahrt und beim Befahren von Rampen deutlich reduziert. Einige kleine mit Überlegung ausgeführte Änderungen machen ein Arbeitsverfahren wesentlich sicherer.
Ausgesprochen positiv dabei ist, dass die sicherheitstechnische Maßnahme zwangsläufig wirkt und sich die Mitarbeiter in ihrem Arbeitsverhalten nicht auf ein neues Gerät einstellen müssen: Es funktioniert genauso wie früher, doch eben viel sicherer.







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