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HeidelbergCement AG: Jubiläums-Event 100 Jahre Zementwerk Schelklingen

Ein Löwe in freier Wildbahn bringt es mit etwas Glück auf 20 Lebensjahre. Das Zementwerk Schelklingen dagegen - unter dem Schutz des Heidelberger Löwen - ist dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Eine im wahrsten Sinne "löwenstarke" Leistung, die mit Kunden und Geschäftspartnern sowie den Mitarbeitern gefeiert wurde.
"100 Jahre sind ein Symbol für Zuverlässigkeit und Kontinuität. Ein Ausdruck von Stärke und Tradition, aber auch von Partnerschaft und Freundschaft", erklärte Hans Bauer, Vorstandsvorsitzender der HeidelbergCement in seiner Eröffnungsrede. So stand die Jubiläumsfeier des Zementwerks Schelklingen ganz im Zeichen der Zusammenarbeit mit den Kunden, Partnern und Mitarbeitern, denen das Zementwerk Schelklingen den lang-jährigen Erfolg zu verdanken hat. "100 Jahre sind ein Grund zur Freude. Gerade in einer Zeit wie dieser, in der die Bauwirtschaft sich auf ihre Stärken besinnen muss", erklärte Hans Bauer mit Blick auf die momentane tiefe Baurezession.
Wann ist denn der richtige und optimale Zeitpunkt für eine 100-Jahr-Feier? Die Antwort sei einfach: "...ganz genau nach 100 Jahren. Die Gründer konnten die heutige Wirtschaftslage schließlich nicht vorhersehen, als sie die Zementfabrik 1902 voller Stolz in Betrieb nahmen."
Vom Löwen im Logo ist es nicht weit bis zur Zirkuswelt, dachten sich die Veranstalter und holten einen passenden Redner auf die Schelklinger Bühne: Der Journalist Gerhard Schmitt-Thiel tritt als Zirkusdirektor in der Sendung "Stars in der Manege" auf und berät das internationale Zirkusfestival in Monaco. In seinen "Showgeschichten" interviewt er regelmäßig Prominente aus Film und Fernsehen. Im Dialog zwischen Werksleiter Hans Georg Kraut und Zirkuskenner Schmitt-Thiel wurde die Vergangenheit des Zementwerks und der Zirkuswelt lebendig. Die Zuschauer erfuhren Details über das Auf und Ab der Geschichte - es gab Phasen des Aufbruchs und der Euphorie, aber es galt auch immer wieder, schwierige Zeiten zu meistern.
Das Fazit des Rededuells: Für den langfristigen Erfolg kommt es nicht nur auf die Rahmenbedingungen an. Der Slogan der Beton-Branche bringt es auf den Punkt: "Es kommt drauf an, was man draus macht".
Der Höhepunkt des Abends gehörte - wie könnte es bei einem Unternehmen der HeidelbergCement-Group anders sein - dem König der Tiere. Der international bekannte Raubtierdompteur Jason Peters präsentierte auf der eigens für diesen Zweck vergitterten Bühne seine berühmte Löwengruppe aus der "Löwenschule" in Valencia. Auch Gerhard Schmitt-Thiel war beeindruckt: Eine Raubtiernummer mit fünf männlichen Tieren ist selbst für einen Zirkusprofi eine Besonderheit. Doch nicht nur Stärke und majestätische Größe, sondern auch Anmut und Schönheit waren zu Gast in Schelklingen. Das Zelt wurde anschließend zum Laufsteg für grazile Models, die ungewöhnliche Kreationen der HeidelbergCement zeigten. Es zeigte sich deutlich: Sogar ein Kleid aus Zementsäcken kann durchaus "en vogue" sein.



Zement, ein geschichtsträchtiger Baustoff

Beton wird heute gleichgesetzt mit moderner Architektur. Aber schon die alten Römer wussten, wie man aus Zement Beton macht. Sie verwendeten den so genannten "Opus Caementitium" für ihre monumentalen Bauwerke wie das Kolosseum oder auch den Circus Maximus in Rom. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches geriet der römische Zement in Vergessenheit.
Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Baustoff Zement wieder entdeckt und weiterentwickelt. Ein Pionier auf diesem Gebiet war der Ulmer Apotheker Gustav Leube. 1864 gelang ihm als einem der ersten Entwickler der Region die Herstellung von Portlandzement. Mutige Unternehmer setzten auf die Neuentwicklung, die den damaligen Bauboom letztlich ermöglichte. 1899 gründete die Stuttgarter Immobilien- und Baugeschäft AG das Zementwerk Schelklingen, um den immens gestiegenen Bedarf an Portlandzement zu decken. 1900 begannen Planung und Bau der Fabrik unter der Leitung von Kommerzienrat Paul Wiegand, und bereits zwei Jahre später wurde die Eröffnung gefeiert - vor genau 100 Jahren.



Mensch und Arbeit: Zement schafft Zukunft

Heute ist das Zementwerk Schelklingen eines der modernsten und effektivsten Zementwerke der HeidelbergCement-Gruppe. Leistungsfähige Maschinen haben die körperlich schweren Arbeiten übernommen, doch gleichzeitig entstanden neue, interessante Aufgabengebiete.
Kaum jemand vermutet hinter den Förderbändern und Türmen eines Zementwerks ein derart breites Berufsspektrum. In der Schelklinger Zementfabrik und deren Vertrieb arbeiten 260 Mitarbeiter der unterschiedlichsten Sparten - vom Lageristen bis zum Radladerfahrer, vom Chemielaboranten bis zum Hightech-Spezialisten.
Aus- und Fortbildung haben in Schelklingen einen hohen Stellenwert: Fach- und Führungskräfte werden daher werksübergreifend für ihre Aufgaben vorbereitet, ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm hält die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fit für neue Herausforderungen. Im hauseigenen Schulungszentrum und in internen Lehrwerkstätten wird der gewerbliche und kaufmännische Nachwuchs intensiv gefördert. So bietet das Unternehmen Jahr für Jahr jungen Menschen eine Chance für die Zukunft.

  Ansicht des Zementwerks Schelklingen   Werksleiter Direktor Hans Georg Kraut (links) im Dialog mit Zirkusmoderator Gerhard Schmitt-Thiel  
  Ansicht des Zementwerks Schelklingen
  Werksleiter Direktor Hans Georg Kraut (links) im Dialog mit Zirkusmoderator Gerhard Schmitt-Thiel
 

  Die "Löwenschule" Valencia präsentierte eine Raubtiernummer mit fünf männlichen Tieren   Modenschau mit ungewöhnlichen Kreationen der HeidelbergerCement  
  Die "Löwenschule" Valencia präsentierte eine Raubtiernummer mit fünf männlichen Tieren
  Modenschau mit ungewöhnlichen Kreationen der HeidelbergerCement
 




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