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Transportbetontage 2001 in München: Kreativität gefordert

Ein hochkarätiges Programm, interessante Referenten und über 500 Gäste kennzeichneten die Transportbeton-Tage 2001 vom 6. bis 7. September im Bayerischen Hof in München. Unter dem Motto „E-Norm in Form“ diskutierten Vertreter aus der Transportbeton- und Baubranche, aus Politik, Medien und Sport über Wege aus der gegenwärtigen Konjunktur-Krise.
Gleich zum Auftakt der Veranstaltung rief der BTB-Präsident Kurt Bischof die Transportbetonindustrie zu mehr Kreativität, Innovationskraft und Vernunft auf. „Es macht wenig Sinn, kein Geld zu verdienen“, lautete sein Fazit verbunden mit dem Appell, zu betriebswirtschaftlichem Denken und Handeln zurückzukehren. Nur durch eine Strukturbereinigung und den Abbau von Überkapazitäten sei der Markt wieder in den Griff zu bekommen.
Unterhaltsamer und informativer Höhepunkt des ersten Tages war der Auftritt von Focus-Chefredakteur Helmut Markwort, der „Fakten, Fakten, Fakten“ zur Macht der Medien im Reisegepäck hatte. Seiner Ansicht nach haben die Medien in den letzten Jahren enorm an Macht gewonnen. Entscheidender Machtfaktor sei dabei die Selektion von Nachrichten. Vor allem Politik werde heute durch und über die Medien gemacht. Nur 10 Prozent der Bevölkerung sei ernsthaft an Politik interessiert, aber 50 Prozent bildeten sich ihre Meinung über das Fernsehen. Wichtig sei heute nicht mehr, welche Politik gemacht werde, sondern wie der Politiker in den Medien auftrete. Das Anbieten des Privaten erhöhe die Chance, bei der Nachrichtenselektion der Medien berücksichtigt zu werden.
Rund 800 Nachrichten würden täglich von den Nachrichtenagenturen verbreitet, ganze 16 davon fänden beispielsweise in der Tagesschau Berücksichtigung. Für Politiker und Parteien gelte es, die sogenannte Selektionsmehrheit zu erlangen.
Eine Entwicklung, die für verantwortungsvolle Journalisten eine Herausforderung darstelle. Ein Journalist brauche heute Nähe und Distanz. Ein schmaler Grad, den Politiker oftmals versuchten, für sich zu nutzen.
Engagiert und auf den Punkt gebracht präsentierte Markus Ottersbach, Geschäftsführer der in puncto Transportbeton GmbH, zehn Gebote für erfolgreiches Handeln in einem schlechten konjunkturellen Umfeld. Dabei wechselten so selbstverständliche und allgemeingültige Aufforderungen wie „Sichere die Qualität“ oder „Ehre Deine Kunden“ mit branchenspezifischen wie „Substituiere Wettbewerbsbaustoffe“ oder „Sorge dafür, dass gebaut wird“. Deutliche Statements, die zum Teil provozierten, aber durch ihre schlagwortartige Verkürzung Kraft und Klarheit hatten.
In einem weiteren Beitrag des Tagungs-Programms gab dann Dr. Dieter Rappert, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Antworten auf die Frage „Wohin geht die Bauwirtschaft?“. Rappert gab eine Analyse der gegenwärtigen Situation und formulierte die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft. Nach seiner Ansicht braucht die Bauwirtschaft gleichzeitig Generalisten und Spezialisten, also Mitarbeiter mit einem interdisziplinären und internationalen Ansatz, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie einem breiten Fachwissen. „Die Zeit der Generalunternehmer ist vorbei, die Zukunft gehört dem Full-Service-Provider. Denn: Bauen ist mehr denn je arbeitsteilig“, so Rappert.
Seiner Ansicht nach wird sich die Bauwirtschaft schon bald zumindest volumenmäßig erholen. Direkte Auswirkungen auf die Ertragslage könnten daraus jedoch nicht abgeleitet werden.



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