www.steine-und-erden.net > 2001 > Ausgabe 6/01 > Prozessautomatisierung durch Online-Feuchtemessung

[Die Industrie der Steine + Erden]






Prozessautomatisierung durch Online-Feuchtemessung

Jedes Material hat eine Feuchte beziehungsweise Restfeuchte, die beispielsweise von der Luftfeuchtigkeit oder durch Beimengung (Befeuchten) herrührt. Die Kenntnis über den Feuchtegehalt eines Materials ist wichtig für viele Verfahrensschritte einer Produktion. Angefangen bei der Lagerfähigkeit über das Fließverhalten beim Abfüllen bishin zum Verarbeiten. Auch die Konsistenz, Rezeptur, Reproduzierbarkeit, Weiterverarbeitung und die gleichbleibend hohe Qualität des Produktes resultieren aus dem Wissen über den jeweiligen Wasseranteil des Ausgangsproduktes.


Das Herzstück des Feuchtemess-Systems: der Sensor, Typ FMMS-0-1-2-0, anschließbar an jede vorhandene Steuerung mit einem Eingang von 0 - 10 VDC
Das Herzstück des Feuchtemess-Systems:
der Sensor, Typ FMMS-0-1-2-0, anschließbar an
jede vorhandene Steuerung mit einem
Eingang von 0 - 10 VDC.



Jetzt wurde von der Firma ACO Automation Components, Wutöschingen-Horheim, ein einfaches aber sehr praxistaugliches Feuchtemess-System auf den Markt gebracht. Dieses Feuchtemessverfahren kann zur Bestimmung und Steuerung des Feuchtegehaltes in Schüttgütern aller Art eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich um ein hochfrequenz-dielektrisches Feuchtemessverfahren. Die Dieelektrizitätskonstante von Wasser beträgt 80 und dem Messmaterial 1 - 10. Diese Differenz wird gemessen und einem direktem Feuchtewert zugeordnet. Bei der mit diesem System durchgeführten Online-Messung handelt es sich um eine Echtzeitmessung. Das Material wird über die Sonde geführt, oder umgekehrt, und das Mess-Signal ist sofort auch bei schnell fließenden Produkten verfügbar. Auch Messungen von Festkörpern sind möglich. Je nach Material und Beschaffenheit erreicht die Sonde eine Messtiefe von etwa 100 bis 150 mm in das Material hinein. Dabei wird die Gesamtproduktfeuchte, d. h. sowohl die Kernfeuchte als auch die Oberflächenfeuchte erfasst. Verschmutzungen und kleine Ablagerungen auf der Messfläche sind durch die hohe Eindringtiefe unerheblich. Die Sonden sind aus hochwertigem Edelstahl gefertigt und sehr robust. Sie sind mit geringem mechanischem Aufwand auch nachträglich leicht an bestehenden Anlagen zu installieren. Ein Vollverguss der Sonden garantiert Schlag- und Wasserfestigkeit, sowie höchste Betriebssicherheit auch bei starken Vibrationen. Die Handhabung der Messungen ist bei den meisten Schüttgütern einfach und problemlos. Lediglich ein einmaliger Abgleich auf das Messgut ist erforderllich. Der modulare Aufbau des ganzen Feuchtemess-Systems machen es zu einem kompletten, flexiblen und anwenderfreundlichen Baukastensystem. Daraus wird nach den tatsächlichen Bedürfnissen für die Anwendung ausgewählt; sei es im einfachen Fall eine einzelne Sonde für den Direktanschluss an eine SBS oder ein gebrauchsfertiges vorverdrahtetes PID-Regelsystem mit integrierter Mittelwertbildung (plug an play). Das umfangreiche Zubehör rundet das Programm ab, wie z. B. Auswertegeräte, selbstoptimierende Prozessregler mit Schnittstelle RS 485, Kalibrierkurvenabspeichergeräte für 100 verschiedene Materialien, analoge und digitale Anzeigen, mikroprozessorgesteuerte Mittelwertbildner, Hochtemperatursonden bis 200°C und auch mechanisches Zubehör wie Gleitschlitten und verschiedene Flansche.
Für die Installation muss lediglich ein Loch für die Sonde (cirka 76 mm Durchmesser) und drei Bohrungen für 6 mm Schraubbefestigungen vorgesehen werden.



Prinzip des dielektrischen Verfahrens
Prinzip des dielektrischen Verfahrens


Schema eines Feuchtemess-Systems
Schema eines Feuchtemess-Systems





Inhaltsverzeichnis Ausgabe 6/01 | Zurück zu unserer Homepage